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Indien und Pakistan nach dem 11. September 2001

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2002" (ISBN: 3 8132 0792 7) - Juli 2002

Schlagworte zu diesem Beitrag:  Geopolitik, Krieg gegen Terror, WTC 010911, Gegenmaßnahmen, USA, Unterstützung, Indien, Pakistan, Interdependenz, Afghanistan

Abstract:

Indien und Pakistan nach dem 11. September 2001


Bei der Analyse der weltpolitischen Positionen Indiens und Pakistans nach den Ereignissen des 11. September 2001 und dem Aufruf von US-Präsident George W. Bush zum "Krieg gegen den Terror" muss man die Pendelbewegungen des amerikanischen Weltmachtgefühls ebenso im Auge behalten wie die Interferenz verschiedener regional- und weltpolitischer Schwingungen. Indien und Pakistan boten sich den USA als Bundesgenossen an, knüpften daran aber sehr verschiedene Erwartungen. Indien hoffte, dass der "Krieg gegen den Terror" jenen Organisationen das Handwerk legen werde, die im Kashmir-Konflikt mit Osama bin Laden in Verbindung stehen. Pakistan hoffte hingegen auf Hilfe von den USA bei der Liquidierung der Taliban und unter anderem auch auf die Aufhebung der Sanktionen, die nach den pakistanischen Atomtests 1998 verhängt worden waren.

Die beiden regionalen "Bundesgenossen" der USA im "Krieg gegen den Terror" gerieten in gefährlicher Weise aneinander, als islamische Terroristen im Dezember 2001 einen Anschlag auf das indische Parlament verübten. Es war wohl darauf zurückzuführen, dass der von den USA so unerwartet rasch errungene Sieg über die Taliban die Terroristen veranlasste, andernorts Flagge zu zeigen. Indiens militärische Drohgebärde gegenüber Pakistan, die auf diesen Anschlag folgte, trug auf paradoxe Weise zur Machterhaltung des pakistanischen Präsidenten Musharraf bei, der ein solches Bedrohungsszenario braucht - aber durchaus nicht einen Krieg mit Indien. Deshalb lancierte er nun seinerseits eine Friedensoffensive, obwohl er drei Jahre zuvor eine indische Friedensoffensive hintertrieben hatte.

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