Bundesheer Bundesheer Hoheitszeichen

Instagram
flickr
YouTube
facebook-button
Bundesheer auf Twitter

Piraterie in Südostasien - ein Gewerbe mit staatlicher Unterstützung?

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2001" (ISBN: 3-8132-0778-1) - Dezember 2001

Vollständiger Beitrag als PDF:  PDF ansehen PDF downloaden  13 Seiten (173 KB)
Schlagworte zu diesem Beitrag:  Südostasien, Sicherheitspolitik, Kriminalität, Piraterie, Definition, Opfer, Gegenmaßnahmen, Beispiele

Abstract:

Piraterie in Südostasien - ein Gewerbe mit staatlicher Unterstützung?

Seit dem Ende des Kalten Krieges nehmen Piratenüberfälle in südostasiatischen Gewässern zu, weil die Präsenz von Marine-Einheiten großer Mächte deutlich reduziert wurde. Offizielle Zahlenangaben zeigen nicht das tatsächliche Ausmaß des Problems. Kapitäne, Reedereien, Lokalbehörden und Regierungen von Küstenstaaten sind bezüglich offizieller Meldungen von Piratenüberfällen sehr zurückhaltend, weil steigende Versicherungsprämien, geschäftliche Einbußen und diplomatische Zwischenfälle ebenso befürchtet werden wie der Verlust des Rufes als sicherheitsbewusstes Land. Die großen Zentren der Piraterie sind die Straße von Malakka, die angrenzenden Seegebiete Indonesiens, die philippinischen Gewässer, das Südchinesische Meer, die Seegebiete vor Indien, Bangladesh und Sri Lanka sowie das Meeresgebiet vor dem Länderdreieck Hongkong, Philippinen und China. Angesichts der oft schweren Bewaffnung und des hohen militärischen Ausbildungsstands der Piraten gehen internationale Seefahrtsorganisationen davon aus, dass die Piraten mit Unterstützung staatlicher Stellen operieren. Im Verdacht stehen immer wieder China, das durch solche Operationen Territorialansprüche geltend machen wolle, und Indonesien. Von allen asiatischen Staaten ist Japan von ungehindertem Seeverkehr am stärksten abhängig. Durch die Straßen von Malakka und Singapur, das Südchinesische Meer und die indonesischen Gewässer verlaufen Japans ökonomische Lebensadern. Die japanische Regierung unterbreitete Vorschläge, um durch militärische Kooperation die Piraterie zu bekämpfen. China sieht in multilateralen Operationen gegen Piraterie im Südchinesischen Meer und in einer größeren regionalen Rolle Japans aber eine Bedrohung der eigenen Territorialansprüche auf die Spratly-Inseln. Das Problem der Piraterie in Südostasien hat in erster Linie wirtschaftliche Ursachen. Verbrechen bieten häufig die einzige Überlebensmöglichkeit. So lange die Kluft zwischen extrem armen und extrem reichen Bevölkerungsschichten nicht geschlossen ist, wird es weiterhin Kriminalität auf See geben.

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
Impressum | Kontakt | Datenschutz