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Außen- und sicherheitspolitische Aspekte der Globalisierung

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2000" (ISBN: 3-8132-0711-0) - Dezember 2000

Vollständiger Beitrag als PDF:  PDF ansehen PDF downloaden  14 Seiten (185 KB)
Schlagworte zu diesem Beitrag:  Politik, Sicherheitspolitik, Internationale Sicherheit, internationale Politik, Internationale Beziehungen, Militärische Führung, Militärsoziologie, Globalisierung, Konfliktmanagement

Abstract:

Es wird von der These ausgegangen, daß von einer globalen und systemübergreifenden "Neuen Weltordnung", wie sie Anfang der neunziger Jahre erhofft wurde, keine Rede sein kann. Stattdessen bietet sich die Möglichkeit einer Ordnung durch Teilung der Welt. Dieser außen- und sicherheitspolitische Entwicklungstrend ist auf die Globalisierung zurückführbar, wobei das Internet eine entscheidende Rolle spielt:

Die Globalisierung ist die internationale Vernetzung ganzer Märkte und anderer gesellschaftlicher Sektoren bei einer gleichzeitigen Bedeutungsminderung von staatlicher Souveränität.

Das Internet macht aus diesem Prozeß jedoch eine zivilisatorische Revolution. Deshalb wendet sich der Autor gegen eine Verengung des Begriffs auf die Wirtschaft und hält eine interdisziplinäre Untersuchung der Entwicklungen für erforderlich, die Soziologen, Politolo¬gen und Militärs mit Volkswirten zusammenbringt. Das Internet schafft, verstärkt durch die "Revolution im Militärwesen", ein völlig neues sicherheitspolitisches Umfeld, in dem der erweiterte Sicherheitsbegriff eine immer wichtigere Rolle spielt. Die neuen Informations¬technologien eröffnen zwar einerseits neue Möglichkeiten der technischen Überlegenheit, stellen andererseits aber auch eine neuartige Gefahr in Form von "information warfare" dar. Darüber hinaus führt das Internet auch zur Entstehung einer neuen, sich im Cyberspace zusammenfindenden Weltöffentlichkeit, welche nicht nur die Möglichkeit der Geheimhaltung von Regierungsdokumenten stark einschränkt, sondern auch den Handlungsspielraum der Regierenden deutlich einengt.

Für die These des Autors ist entscheidend, daß diese Entwicklungen auf die "vernetzte Welt" beschränkt bleiben. Die "nichtvernetzte Welt", in welcher fast drei Viertel der Weltbevölkerung leben, bleibt dagegen von der zivilisatorischen Revolution weitgehend unberührt, und ihr bleiben nur sehr geringe Möglichkeiten, zur "globalisierten Welt" auf¬zu¬schließen, was "sektorale" Vernetzung (Computersoftware, vor allem aber die internationalen Finanzströme) nicht ausschließt. Die größten Aufschlußchancen haben kleinere Gesell¬schaften am Rande der "vernetzten Welt" und einzelne große Schwellenländer.

Somit zeichnet sich anstelle einer "Neuen Weltordnung" - mit den ordnenden Prinzipien der Vereinten Nationen und des Völkerrechts - eine neue Teilung der Welt ab - in einen globalisierten, d.h. "vernetzten", und in einen "nichtvernetzten" Teil.

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