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Von Dünkirchen nach Brüssel - Die Entstehung von NATO und WEU

erschienen in der Publikation "Österreich und die NATO (4)" - Jänner 1998

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Schlagworte zu diesem Beitrag:  NATO, WEU, Zeitgeschichte, Nachkriegszeit, Weltkrieg II, Bündnispolitik, Verteidigungspolitik, Sicherheitspolitik, Sicherheitspartnerschaft

Abstract:

Die NATO wurde, so ein gern zitiertes Bonmot, geschaffen, um die Russen aus Europa fern-, die Amerikaner drinnen und die Deutschen niederzuhalten: ,to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down.' So wenig präzise eine derartige Verkürzung auch ist ganz falsch dürfte sie nicht sein. Allenfalls könnte man - nach 1989 debattieren, mittlerweile auch bei den Deutschen "in" statt "down" zu sagen. Jedenfalls war die Entstehung sowohl der NATO wie der WEU ganz wesentlich von der weltpolitischen Kräfteverteilung der ersten Jahre nach 1945 bestimmt. Dabei waren manche Interessen der Europäer und Amerikaner durchaus unterschiedlich. Zum Hintergrund der Entstehung von NATO und WEU gehört schließlich auch die Entwicklung der Vereinten Nationen in den Anfangsjahren des Kalten Krieges.

Im Zweiten Weltkrieg schien die Frontstellung ziemlich klar. Auf der einen Seite kämpften die "Vereinten Nationen" der Begriff "United Nations" stammt bereits aus dem Jahre 1941 auf der anderen die "Achsenmächte" Deutschland und Japan mit ihren Verbündeten und Satelliten. Bereits während des Krieges entstand, in Weiterentwicklung des Systems des Völkerbundes von 1919, eine neue Nachkriegsordnung; dieses System führte schließlich 1945 (San Francisco Konferenz) zur Organisation der Vereinten Nationen (United Nations Organisation, UNO) , mit ihrer Vielzahl an Organen und Unterorganisationen1. Klar war in diesem Konzept die Vormachtstellung der USA - eine zeitgenössische Publikation über die UNO hieß nicht grundlos "Der amerikanische Weg zum Weltfrieden.2

Allerdings zeigte sich sehr rasch, daß das Ende des totalen Krieges keineswegs den totalen Frieden brachte. Angesichts der in den Ost-West-Gegensatz überleitenden Nachkriegsspannungen konnte auch das System der Vereinten Nationen nicht so funktionieren, wie dies geplant gewesen war. (Einige Bestimmungen des Kapitels VII der UN-Charta - über "Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens oder bei Angriffshandlungen" -, beispielsweise jene über die Bereitstellung von UN-Streitkräften durch die Mitgliedsstaaten, sind bis heute nicht umgesetzt.) In einigen Regionen - in Griechenland und China beispielsweise, oder in Niederländisch-Ostindien [Indonesien] - gingen die bisherigen Kämpfe gegen die deutsche bzw. japanische Besatzungsmacht fast nahtlos in einen Bürgerkrieg der kommunistischen Partisanen gegen pro-westliche Regierungen (in Griechenland bzw. China) oder in einen Untergrundkampf nationalistischer Guerillas gegen die Kolonialmacht (in Indonesien) über.3 Die Unterstützung der einen oder anderen Konfliktpartei durch die Großmächte kündigte die zukünftige Spaltung der Welt im Ost-West-Konflikt an. Das in der Charta der Vereinten Nationen vorgegebene System der kollektiven Sicherheit konnte unter diesen Umständen nie jene Bedeutung erlangen, die ihm 1945 zugedacht worden war. Lediglich zur Begrenzung des "Kalten Krieges" dienten die Beobachtereinsätze (seit 1947, zuerst in Griechenland, Indonesien, Palästina und Kashmir) und Einsätze von "Friedenstruppen" ("Blauhelmen", seit 1956 zuerst im Sinai).4 Jedenfalls bestimmte die Möglichkeit, daß der Ost-West-Konflikt nicht nur auf Nebenkriegsschauplätzen ausgetragen werden konnte, zunehmend die strategischen Erwägungen der Großmächte.

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