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ÖMZ 3/2008

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Das Militär in der Kultur der Oberflächlichkeit  

Vorwort

In seinem Werk "Die Kultur des neuen Kapitalismus" vergleicht der amerikanische Soziologe Richard Sennett Unternehmen und ihre Strukturen und Vorgehensweisen während der Zeit des "sozialen Kapitalismus" mit jenen der jetzigen Ära der so genannten "New Economy". Der soziale Kapitalismus entstand aus der Stabilisierung der ökonomischen Willkür, jener Zeit des primitiven Kapitalismus, wie Sennett sie nennt. Das wilde Wirtschaften ohne Rücksicht auf die im Produktionsprozess befindlichen Menschen und die daraus erwachsende Instabilität der industriellen Verhältnisse waren de facto ein Aufruf zur Revolution der arbeitenden Massen. Die Fabriken hatten daher zu reagieren und zu lernen, wie man innerhalb des Unternehmens mehr Stabilität erzeugt.

Essenziell für die Gewinnung von Stabilität war die Schaffung einer fest gefügten internen Organisation des Unternehmens, denn, so argumentierte damals Otto von Bismarck: "Der Arbeiter, der um seine gesicherte Position weiß, wird selbst bei großer Armut weniger anfällig für eine Revolte sein als ein Arbeiter, der nicht weiß, welche Stellung er in der Gesellschaft einnimmt." 1) Der Aufbau dieser inneren Ordnung erfolgte durch die Übernahme militärischer Organisationsmodelle. Die Unternehmen agierten wie Armeen, alles hatte seinen fest gefügten Platz im System und so ziemlich alles, die berufliche Laufbahn Betreffende, war vorhersagbar. Lebenslange Anstellungen waren mehr die Regel als die Ausnahme, und das Leben wurde damit auch für den einfachen Arbeiter planbar. Im Mittelpunkt des sozialen Kapitalismus stand also der Faktor Zeit; verwaltet wurde die gesamte Produktionspyramide durch eine aufwendige Bürokratie. Auch die Zivilgesellschaft und die öffentliche Ordnung übernahmen die Form dieses von Max Weber konstruierten so genannten "stahlharten Gehäuses", das zwar relativ wenig Flexibilität in den Produktions- und Verwaltungsstrukturen bot, aber dafür jedem Platz gab.

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