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Irak unter Saddam Hussein

Das Ende einer Ära?

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Vorwort

VORWORT

la ilaha illa Allah
Saddam Hussein ‘aduww Allah

Es gibt keine Gottheit außer Gott
und Saddam Hussein ist der Feind Gottes
(Slogan während der intifada von 1991)

We do not object to the decapitation of traitors. But it would have been prefereable had you also sent them to Security for the purpose of interrogating them [beforehand]"

Brief Nr. 5083 vom 22. August 1988 Hasan Ali al-Madschids, Cousin Saddam Husseins, über die Behandlung kurdischer Aufständischer durch die Nachrichtengruppe des Korps I

Kaum ein Herrscher hat die sicherheitspolitische Entwicklung im Mittleren Osten in den letzten 20 Jahren mehr beeinflusst als der irakische Staatspräsident Saddam Hussein. Sei es der Krieg gegen den Nachbar Iran 1980 bis 1988, während dem sich das irakische Staatsoberhaupt noch der Sympathien und Unterstützung des Westens (allen voran der USA) erfreuen konnte, sei es sein wiederholtes brutales Vorgehen gegen Teile der eigenen Bevölkerung und die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen oder sei es die gewaltsame Annexion Kuwaits 1990 - Saddam Hussein mutierte zusehends zum internationalen outlaw, der sich weder an völkerrechtliche noch an grundlegende menschenrechtliche Verpflichtungen hält.
Spätestens mit seiner Verweigerungshaltung gegenüber den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und dadurch ausgelöster massiver wirtschaftlicher Sanktionen hat er seine Bevölkerung in Armut
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und Elend geführt. Auch im Herbst 2002 beugte sich Hussein erst in letzter Minute einem Ultimatum der UNO, wodurch er zumindest vorerst einen neuerlichen Militärschlag gegen sein Land vermeiden konnte.
Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich nicht nur Analytikern sondern auch weiten Teilen der Weltöffentlichkeit die Frage, wie sich einerseits dieser Mann so lange an der Macht halten konnte und wie andererseits ein Irak ohne Saddam Hussein aussehen könnte.
Walter Posch, ein exzellenter Kenner des Raumes und seiner Akteure, gibt darauf in seiner umfangreichen Studie viele Antworten. Man findet nicht nur Erklärungen für die subtile und hochflexible Machtbalance, die bislang die uneingeschränkte Herrschaft des irakischen Herrschers sicher stellte. Der Autor weist auch darauf hin, wie schwierig es für externe Akteure ist, auf dieses Machtgefüge Einfluss zu nehmen und wie schwach und fragmentiert der innerirakische Widerstand eigentlich ist. Posch sucht auch nach möglichen Kontakten Saddam Husseins zur Terrororganisation Al-Qa’ida, die vor allem im Falle eines unverändert drohenden Militärschlags der USA von zentraler Bedeutung sein könnten. Abschließend zeichnet der Verfasser der Studie in vier Szenarien mögliche Varianten eines Irak ohne seinen bisherigen Herrscher und weist auf die Präferenzen und möglichen Konsequenzen für die Nachbarstaaten hin.
Der Leser möge sich vom Umfang dieser Arbeit nicht abschrecken. Die klare Strukturierung der Studie und das aufschlussreiche Inhaltsverzeichnis ermöglichen jedem Leser, punktgenau die gesuchte Information zu erhalten. Posch ist es damit gelungen, zeitgerecht einen wissenschaftlichen Beitrag zu aktuellen sicherheitspolitischen Ereignissen zu liefern, der vor allem im Lehr- und Informationsbereich von größtem Nutzen sein kann.

Obst Dr. Walter Feichtinger
Leiter des Institutes für Friedenssicherung und Konfliktmanagement,
Landesverteidigungsakademie
Wien, im Dezember 2002

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