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Ablöse im Tschad: Mein Einsatz geht zu Ende

08. Juni 2008 - 

Vor mittlerweile mehr als vier Monaten, am 30. Jänner 2008, traf unser Vorkommando in der tschadischen Hauptstadt N´Djamena ein. Nun, am Ende unseres Einsatzes, ist es Zeit für einen kurzen Rückblick. Denn das, was wir bis zum heutigen Zeitpunkt erlebt haben, werden wir alle wohl nie mehr vergessen.

Schwierige erste Tage

Nach unserem Eintreffen im Tschad änderte sich innerhalb kürzester Zeit die Lage. Hautnah erlebten wir in N´Djamena einen Angriff der Rebellen und den darauf folgenden Gegenangriff der tschadischen Armee. In Österreich führte dies zu enormem Interesse der Medien und zu einer umfangreichen Berichterstattung, was speziell für unsere Angehörigen zuhause zu einer sehr schwierigen Zeit führte. Tatsache ist jedoch, dass die neutralen EUFOR-Truppen nie direkt zum Ziel der Rebellen-Angriffe wurden.

Hier, vor Ort, lernten wir in dieser Phase die Stärken und auch Schwächen jedes einzelnen von uns genau kennen. Das während dieser ersten Tage gemeinsam Erlebte hat uns zusammen geschweißt und aus uns endgültig ein Team gemacht.

Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, schlugen wir unser Lager im Camp Kossei und in weiterer Folge im Camp Europe auf. Mit unseren vorgesetzten Stellen in Österreich arbeiteten wir intensiv am weiteren Aufmarsch unseres Kontingents. Als Gerät, Ausrüstung und schlussendlich alle österreichischen Soldaten in N´Djamena eingetroffen waren, wussten wir, dass sich unsere Vorbereitungen gelohnt hatten. Parallel dazu planten wir bereits den Weitermarsch in unser Einsatzgebiet im Osten des Tschad.

Neue Einsatzbasis in Abéché

Am 10. März war es dann soweit: 800 Kilometer quer durch den Tschad und die Sahelzone lagen vor uns, der Bundesheer-Konvoi setzte sich in Bewegung. Zum ersten Mal bekamen wir einen Eindruck vom wirklichen Leben im Einsatzgebiet. Von der neuen Landschaft bis zum alltäglichen Leben der Zivilbevölkerung - jeden Tag gewannen wir neue Erfahrungen, die für unseren weiteren Einsatz von großer Bedeutung waren. Nach vier langen, heißen Tagen erreichten wir das ONDR-Camp, unsere neue Einsatzbasis.

Die Pioniere, die schon vor uns über den Luftweg in Abéché eingetroffen waren, hatten bereits ganze Arbeit geleistet: Unsere Zelte waren bereits aufgebaut und das Beschattungssystem aus Tarnnetzen machte die Hitze erträglich. Nun war es erforderlich, möglichst schnell die volle Einsatzbereitschaft aller Soldaten herzustellen.

Schon wenig später war die "Task Group" unserer Spezialeinsatzkräfte bereits im Einsatz: Sie führten Erkundungsfahrten durch, klärten das Einsatzgebiet auf und sorgten demonstrativ dafür, dass die Präsenz der EUFOR-Kräfte offensichtlich wurde.

Österreich übernimmt das Kommando

Verteidigungsminister Norbert Darabos machte sich persönlich ein Bild von unserem Einsatz. Von 7. bis 9. April besuchte er uns zusammen mit österreichischen Pressvertretern. m Rahmen dieses Besuches gaben der Minister und der irische EUFOR-Kommandant General Pat Nash bekannt, dass Oberst Heinz Assmann, unser Kontingentskommandant, ab 14. April die Führung über alle Spezialeinsatzkräfte von EUFOR übernehmen werde. Eine besondere Wertschätzung für das Österreichische Bundesheer und für die bisher geleistete Arbeit.

In weiterer Folge erfüllten unsere Spezialeinsatzkräfte im Rahmen des "EU Special Operations Component Command" Aufträge im gesamten Einsatzgebiet und konnte durch die erbrachten Leistungen auch international große Anerkennung erzielen. Dabei wurden sie bestens von unseren Logistikern, Fernmeldern und Sanitätern unterstützt.

Das erste Kapitel des Einsatzes ist abgeschlossen

Unsere Soldaten des ersten Kontingents (AUCON 1) haben hier im Tschad gute Arbeit geleistet. Nun wird es für uns aber Zeit, zu unseren Familien und Freunden zurückzukehren. Mein Tagebuch zum Einsatz des ersten Kontingents schließt mit diesem Eintrag. Aber natürlich wird es auch weiterhin aktuelle Berichte und Bilder vom Einsatz geben, um darzustellen wie unsere Soldaten ihren Beitrag zum Schutz der Flüchtlinge und Vertriebenen leisten. Wir wünschen unseren Nachfolgern vom zweiten Kontingent (AUCON 2) jedenfalls alles Gute und viel Erfolg.

Im Camp Europe schlugen wir für kurze Zeit unsere Zelte auf. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Im Camp Europe schlugen wir für kurze Zeit unsere Zelte auf.

Der 800-km-Marsch quer durch den Tschad war eine große Herausforderung. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Der 800-km-Marsch quer durch den Tschad war eine große Herausforderung.

Unser Einsatz erlangte auch international große Anerkennung. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Unser Einsatz erlangte auch international große Anerkennung.

Unsere derzeitige Einsatzbasis: Das ONDR-Camp in Abéché. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Unsere derzeitige Einsatzbasis: Das ONDR-Camp in Abéché.

Das österreichische Abzeichen der Mission im Tschad. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Das österreichische Abzeichen der Mission im Tschad.

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