Bundesheer Bundesheer Hoheitszeichen

Instagram
flickr
YouTube
facebook-button
Bundesheer auf Twitter

Experte des Heeres: Welche Gefahren und Chancen bringen Drohnen?

Fürstenfeld, 03. Oktober 2019  - Oberstleutnant Markus Reisner ist einer der führenden Experten im Bundesheer, wenn es um autonome Waffensysteme geht. Derzeit beschäftigt er sich vor allem mit den neuesten Trends beim Einsatz von Drohnen. Am Rande der IKT-Sicherheitskonferenz in Fürstenfeld nahm er sich die Zeit um zu erklären, welche Gefahren durch diese Fluggeräte drohen, aber auch welche Chancen sie für unsere Soldaten mit sich bringen.

Welche Gefahren bringen Drohnen mit sich?

Reisner: Drohnen machen Soldaten, aber auch unsere Bevölkerung, zu jeder Zeit verwundbar. Sie sind schwer zu erkennen und können, als Waffen eingesetzt, schweren Schaden anrichten. Denn neben Sprengstoff könnte man sie auch mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen in ein Ziel steuern. Das ist uns bekannt und bewusst. Neu ist jetzt, dass auch Terrororganisationen Zugang zu solchen Waffensystemen haben. Wir sprechen daher auch von der "Kalaschnikow der Lüfte", also einer "Waffe des armen Mannes".

Warum ist der Einsatz von Drohnen so verlockend?

Reisner: Drohnen kann man einfach und günstig betreiben, trotzdem lassen sich mit ihnen große Effekte erzielen - auch über weite Entfernungen hinweg. Und für die Terroristen selbst besteht kein Risiko. Einen Drohnenangiff abzuwehren ist außerdem sehr schwer, wie die Attacke auf die Öl-Anlagen in Saudi-Arabien wieder gezeigt hat. Auch in Österreich beginnen wir erst damit, Abwehrsysteme aufzubauen.

Welche Chancen bestehen für das Bundesheer?

Reisner: Abgesehen von den erwähnten Gefahren können uns Drohnen in vielen Bereichen helfen. Vor allem erhöhen sie die Sicherheit unserer Soldaten und der Bevölkerung. Größere Systeme können Gebiete aus der Luft aufklären, das hilft auch bei Katastropheneinsätzen enorm.

Wie weit sind wir in diesem Zusammenhang?

Reisner: Beim Einsatz von unbemannten Fluggeräten tut sich Einiges: Die "Tracker"-Drohnen haben wir ja bereits im Einsatz. Und diverse Minidrohnen werden direkt von kleineren Einheiten am Boden gesteuert. Die Soldaten schützen sich damit vor unangenehmen Überraschungen durch Gegner.

Was die Abwehr von Drohnen betrifft, sind Innen- und Verteidigungsministerium gerade dabei, entsprechende Systeme aufzubauen. Hier geht es um drei Bereiche: Das Erkennen einer Drohne, sie vom Einfliegen in ein Gebiet abzuhalten und sie in letzter Konsequenz abzuwehren.

Oberstleutnant Markus Reisner verfolgt die jüngsten Entwicklungen rund um Drohnen.

Oberstleutnant Markus Reisner verfolgt die jüngsten Entwicklungen rund um Drohnen.

Ein Soldat startet eine "Tracker"-Drohne des Bundesheeres.

Ein Soldat startet eine "Tracker"-Drohne des Bundesheeres.

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
Impressum | Kontakt | Datenschutz | Barrierefreiheit