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Gedenkveranstaltungen zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Graz, 12. Dezember 2005  - Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte der Vereinten Nationen lud das Österreichische Bundesheer zu einer Gedenkveranstaltung nach Graz. Dabei wurde vor der Belgier-Kaserne eine Gedenktafel für die Ermordeten der letzten Kriegstage des Zweiten Weltkrieges enthüllt.

Die Geschehnisse während der NS-Zeit in der Liegenschaft der heutigen Bundesheer-Kaserne in Graz berühren noch heute und sollen auch Mahnung für die Zukunft sein. So wurden in den letzten Kriegstagen in der ehemaligen "Kaserne Wetzelsdorf" zahlreiche Hinrichtungen von ungarischen Juden, Widerstandskämpfern, alliierter Kriegsgefangener und Ostarbeiter durchgeführt. Eine genaue Anzahl der Opfer ist jedoch nicht bekannt.

Initiative

Deshalb hat eine Initiative von Oberleutnant der Reserve Karl Haitzmann dazu geführt, dass Bundesminister Günter Platter einer Empfehlung der Militärhistorischen Denkmalkommission nachgekommen ist. Platter beauftragte den Militärkommandanten von Steiermark, Generalmajor Heinrich Winkelmayer, einen Gedenkstein zu errichten und diesen zum Internationalen Tag der Menschenrechte zu enthüllen.

Der Einladung des Militärkommandos Steiermark zum Festakt folgten zahlreiche Ehren- und Festgäste und so konnte Oberstleutnant Gerhard Schweiger, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, neben dem Präsidenten des Steiermärkischen Landtages Siegfried Schrittwieser, auch die 3. Präsidentin Barbara Gross, den Nationalratsabgeordneten Dr. Vincenz Liechtenstein, die Landtagsabgeordneten Ernest Kaltenegger, Peter Rieser und Peter Hagenauer sowie in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt Graz, Gemeinderat Dr. Peter Piffl-Percevic und Altbürgermeister Alfred Stingl begrüßen.

Willkommensgrüße

Weiters wohnten der Sicherheitsdirektor von Steiermark Josef Klamminger und Vertreter der Exekutive und Justiz der Veranstaltung bei. Von Seiten des Österreichischen Bundesheeres nahmen neben Vertretern des Bundesministeriums für Landesverteidigung die Kommandanten der in Graz dislozierten Verbände teil. Besondere Willkommensgrüße galten dem Steiermark-Leiter der Österreichischen Liga für Menschenrechte Klaus Gartler und dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Gerard Sonnenschein.

Im Auftrag von Minister Platter hielt Generalmajor Heinrich Winkelmayer die Festansprache. "Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es auf diesem Gelände noch immer ein Massengrab mit sterblichen Überresten der damaligen Opfer geben müsse. Ich versichere Ihnen von dieser Stelle aus, dass sich das Militärkommando Steiermark dieser Frage weiter annehmen wird", so Winkelmayer.

"Niemals vergessen!"

Außerdem betonte er eindringlich: "Ich bin daher überzeugt, dass es für das Bundesheer unverzichtbar ist, nicht nur rund um Allerheiligen und Allerseelen der Gefallenen der Weltkriege auf den Soldatenfriedhöfen zu gedenken, sondern in würdiger Form auch an solchen Gedenkstätten wie hier und am Feliferhof Kränze niederzulegen und im Gedenken zu verharren, damit auch für diese Opfer gelte: Niemals vergessen!"

Im Anschluss an seine Festansprache enthüllte Winkelmayer die Gedenktafel und legte einen Strauß weißer Rosen nieder. Auf der Tafel vor der Einfahrt zur Kaserne befindet sich folgender Text: "Unmittelbar vor Kriegsende wurden in dieser Kaserne Widerstandskämpfer und Kriegsgefangene durch die SS ermordet. Sie starben im Kampf gegen die NS-Gewaltherrschaft. Gleichzeitig gedenken wir der Ungarn, die in Folge des Rassenwahns hier ihr Leben ließen."

Kranzniederlegung

Im Vorfeld zur Gedenkveranstaltung fand die alljährliche gemeinsame Kranzniederlegung durch das Militärkommando Steiermark, die Stadt Graz und die Österreichische Liga für Menschenrechte beim Mahnmal am Schießplatz Feliferhof statt.

Am Feliferhof fanden während der Zeit des Nationalsozialismus, in den Jahren 1941 bis 1945, ebenfalls zahlreiche Hinrichtungen statt. Im Mai 1945 wurde dort ein Massengrab mit 142 Regimeopfern entdeckt. 116 davon trugen Zivilkleidung.

Am 19. Mai des heurigen Jahres hatte das Bundesheer der Auffindung des Grabes vor 60 Jahren gedacht.

Grazer Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler der Grazer Gymnasien BG Dreihackengasse, Korösi, Carnieri, Klusemanngasse und Oeversee hatten sich im Unterricht Gedanken über die damaligen Ereignisse gemacht und sie im Zuge der Gedenkveranstaltung kundgetan. Auch ein Kastanienbaum wurde gepflanzt, damit dieser als "lebendige Erinnerung Wurzeln schlägt".

Im Vorjahr hat das Heer zum Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime mehrere Impulse gesetzt. Im Zusammenhang mit dem 60. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler wurde im Heeresgeschichtlichen Museum die Ausstellung "Tyrannenmord - 20. Juli 1944 und Österreich" gezeigt. An der Heeresunteroffiziersakademie in Enns wurde ein Denkmal für Oberstleutnant Bernardis, einem Mitglied der Widerstandsgruppe rund um Oberst Graf Stauffenberg, enthüllt und im heurigen Jahr wurde der Innenhof des Verteidigungsministeriums nach Major Carl Szokoll benannt.

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Steiermark

Generalmajor Winkelmayer enthüllt die Gedenktafel bei der Einfahrt zur Belgier-Kaserne.

Generalmajor Winkelmayer enthüllt die Gedenktafel bei der Einfahrt zur Belgier-Kaserne.

Winkelmayer mit Landtagspräsident Schrittwieser und NRAbg. Liechtenstein.

Winkelmayer mit Landtagspräsident Schrittwieser und NRAbg. Liechtenstein.

Für einen würdigen Rahmen sorgten der Ehrenzug der ABC-Abwehrkompanie Steiermark sowie ...

Für einen würdigen Rahmen sorgten der Ehrenzug der ABC-Abwehrkompanie Steiermark sowie ...

... die Militärmusik Steiermark.

... die Militärmusik Steiermark.

Der Militärkommandant hält im Auftrag von Minister Platter die Festansprache.

Der Militärkommandant hält im Auftrag von Minister Platter die Festansprache.

Vor der Feier wurde am Felieferhof die alljährliche Kranzniederlegung durchgeführt.

Vor der Feier wurde am Felieferhof die alljährliche Kranzniederlegung durchgeführt.

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