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Vortrag in Hörsching: Terrorismus und organisierte Kriminalität - Bedrohung für die Weltwirtschaft?

Hörsching, 04. April 2006  - Am Dienstag setzte das Militärkommando OÖ gemeinsam mit der OÖ Offiziersgesellschaft einen weiteren Akzent in der Informationsreihe über Wirtschaft, Bildung und Kultur: Univ.-Prof. DDr. Friedrich Schneider, Vizerektor der Uni Linz, referierte über Zusammenhänge zwischen Terrorismus, organisierter Kriminalität und Weltwirtschaft.

Schneider definierte eingangs den Unterschied zwischen Durchschnittsbürgern und Selbstmordattentätern. Während bei ersteren der irdische Wohlstand und die erlernte Kompromissbereitschaft im Mittelpunkt stünden, drehe sich bei den Attentätern alles um die individuelle Nutzenmaximierung durch Erreichen des himmlischen Segens und die erlernte Gewaltbereitschaft zur Konfliktlösung.

Al Kaida

Das Netzwerk der Al Kaida ist derzeit mit 1.500 bis 3.000 ausgebildeten Kämpfern und einem jährlichen Finanzbudget von 20 bis 50 Millionen US-Dollar das effizienteste auf dem Terrorsektor. Gemeinsam mit Hammas, Hizbullah und arabischen Mujahedin umfassen die Terrorgruppen weltweit ca. 44.000 Mitglieder bei einem Etat von 250 bis 350 Millionen Dollar. Ziel der Kämpfer, so Schneider, sei vor allem die Zerstörung und Vernichtung von staatlichen (demokratischen) Strukturen. Die Finanzierung erfolge hauptsächlich durch Drogengeschäfte, Schutzgeldzahlungen von Regierungen und illegalen Diamantenhandel.

Allerdings: Weitaus höher sind jene Beträge, der aufgebracht werden müssen, um Maßnahmen gegen den Terrorismus zu finanzieren. 182 Milliarden Dollar waren alleine notwendig, um die Folgen des 11. September 2001 (Anschlag auf das World Trade Center in New York) zu bewältigen.

Indirekte Effekte

Für die USA bedeutete dies damals einen Rückgang von 0,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts, was einzig auf erhöhte Transaktionskosten zurückzuführen war. "Es sind daher die indirekten Effekte des globalen Terrors, die die Weltwirtschaft belasten", führte Schneider aus. Als möglichen Lösungsansatz bot er die Bekämpfung der Armut, insbesondere in Ländern mit fundamentalistischen Religionen sowie die Wahrung der demokratischen Grundrechte, der Meinungsfreiheit, Toleranz und Offenheit an.

Nur "Law and Order" und die Todesstrafe würden nicht wirken, da sie aus Terroristen Märtyrer machten. Auch Maßnahmen gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität könnten helfen, illegale Geldflüsse und terroristische Aktivitäten einzudämmen. Patentrezepte gebe es allerdings nicht.

Mit Statements vom OÖ Militärkommandanten Generalmajor Kurt Raffetseder und dem Präsidenten der Offiziersgesellschaft OÖ Oberst Klaus Lüthje schloss die Veranstaltung. "Mit Offizieren macht es Freude zu diskutieren", meinte der Vizerektor der Linzer Uni, der den Tag bei einem Vortrag in Amerika begonnen hatte und den Abend im Offizierskasino in Hörsching beendete.

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Oberösterreich

V.l.: Generalmajor Kurt Raffetseder, Prof. Friedrich Schneider und Oberst Klaus Lüthje.

V.l.: Generalmajor Kurt Raffetseder, Prof. Friedrich Schneider und Oberst Klaus Lüthje.

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