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Villacher Pioniere nach Unwetter wieder im Einsatz

Afritz am See, 02. September 2016  - Erst vergangenen Freitag konnte der letzte Assistenzeinsatz in Kärnten beendet werden. Doch schon am Nachmittag des 29. August kam es in Kärnten wieder zu heftigen Niederschlägen. Besonders betroffen davon war der Bereich Gegendtal. Hier kam es vor allem in der Gemeinde Afritz am See zu Murenabgängen, Verklausungen, unterspülten Straßen sowie Geröll- und Schlammlawinen. In der Nachbargemeinde Treffen wurden unzählige Brücken beschädigt und standen kurz vorm Einsturz.

Soldaten rücken erneut aus

Mit 75 Pionieren und schweren Geräten wie Bagger und Kipper und auch Motorsägen rückte das Villacher Pionierbataillon 1 bereits am Dienstag wieder aus, um die Einsatzkräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gemeinde bei den schwierigen Aufräumarbeiten zu unterstützen.

"Es ist mittlerweile der dritte Assistenzeinsatz nach einer Katastrophe innerhalb der letzten beiden Monate. Aber das ist die Aufgabe der Pioniere und dafür sind wir Pioniere ausgebildet“, erklärt Oberst Volkmar Ertl, Kommandant der Villacher Pioniere. "Und es ist auch wichtig sowohl mit der Bevölkerung und den Behörden eng in Kontakt zu stehen, als auch sich als Kommandant um die eigenen Soldaten zu kümmern. Das heißt, wir Kommandanten tragen dafür Sorge, dass für solche Einsätze die richtigen Geräte zur Verfügung stehen", fügt Ertl hinzu.

Zusammenarbeit funktioniert

"Wir sind froh, dass auch die Pioniere als Fachleute uns hier unterstützen, denn wir können zurzeit jede Hilfe brauchen. Es herrscht in dieser Situation zwischen allen eine exzellente Zusammenarbeit", so der Afritzer Bürgermeister Maximilian Linder. Hauptmann Johannes Ottacher-Kaiser, Kommandant der Pioniere vor Ort, sieht den Einsatz über einen längeren Zeitraum andauern: "Bei diesem Ausmaß an Verwüstung wird das Bundesheer hier sicher bis Mitte nächster Woche beschäftigt sein."

Gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr und den vielen freiwilligen Helfern werden vor Ort die Betroffenen und die Gemeinde unterstützt. 70 Häuser wurden durch die Geröll- und Schlammlawine beschädigt, 17 davon schwer.

Der Landeshauptmann von Kärnten, Peter Kaiser, der sich gemeinsam mit dem Kärntner Militärkommandanten, Brigadier Walter Gitschthaler, ein Bild von der Katastrophe und vom Einsatz verschaffte, zeigt sich betroffen: "Das positivste in diesem Moment ist, und das darf nicht vergessen werden, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Wir müssen nun für die Betroffenen und die Gemeinde 'pro futuro' denken. In der Krise stehen wir alle in Kärnten eng zusammen, egal ob es die Einsatzorganisationen oder die vielen helfenden Hände sind."

25.000 Kubikmeter Geröll

Die riesigen Massen an Geröll, Schlamm und Bruchholz haben sich einen Weg der Verwüstung quer durch Afritz gebahnt. "Für die Privathaushalte steht das Nothilfswerk zur Verfügung, das mit insgesamt 2,5 Millionen des Landes und des Bundes gespeist ist", so Landeshauptmann Kaiser, der damit dem Wunsch von Bürgermeister Linder entgegenkam, den Menschen vor Ort zu helfen.

"Das Schadensausmaß kann derzeit allerdings noch nicht festgestellt werden. Jetzt müssen wir den Bach wieder in die richtigen Bahnen leiten und die Aufräumarbeiten vorantreiben", fügt Linder abschließend hinzu.

"Mit rund 75 Pionieren und schweren Geräten finden wir hier derzeit auch das Auslangen, da der Raum nicht mehr Soldaten und Hilfskräfte zulässt. Man steht sich sonst selbst im Weg. Der Einsatz und das Abarbeiten der 'Baustellen' erfolgt in enger Abstimmung mit der Gemeinde“, so Hauptmann Ottacher-Kaiser.

Die nächsten Stellen in der Nachbargemeinde werden bereits in Angriff genommen. In Treffen drohen wichtige Brücken, die die Talseiten mit der Hauptstraße verbinden, einzustürzen beziehungsweise sind schwer beschädigt.

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Kärnten

Die Pioniere packen an.

Die Pioniere packen an.

Mit Motorsägen werden die Bäume zum Abtransport zerkleinert.

Mit Motorsägen werden die Bäume zum Abtransport zerkleinert.

Ein Bewohner schildert dem Kärntner Militärkommandanten die Katastrophe vor Ort.

Ein Bewohner schildert dem Kärntner Militärkommandanten die Katastrophe vor Ort.

Geröll- und Schlammlawinen brachen mit den Wassermassen über Afritz herein.

Geröll- und Schlammlawinen brachen mit den Wassermassen über Afritz herein.

Gemeinsam verschaffte man sich einen Überblick: mit dabei der Kärntner Landeshauptmann.

Gemeinsam verschaffte man sich einen Überblick: mit dabei der Kärntner Landeshauptmann.

Oberst Volkmar Ertl, Kommandant der Villacher Pioniere, im Gespräch mit seinen Soldaten.

Oberst Volkmar Ertl, Kommandant der Villacher Pioniere, im Gespräch mit seinen Soldaten.

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