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General Emil Spannocchi: Ein Zeitzeugengespräch

Wien, 16. Dezember 2016  - An der Landesverteidigungsakademie fand am Donnerstag ein Zeitzeugengespräch anlässlich des 100. Geburtsjahres von General Emil Spannocchi statt. Oberst in Ruhe Wolfgang Wildberger, Autor von Spannocchis Biographie, sowie Kameraden und Wegbegleiter berichteten über sein Leben. Die Veranstaltung wurde vom Historiker Erwin A. Schmidl moderiert und  bildete damit auch den Auftakt für das Jubiläumsjahr "1967- 2017: 50 Jahre Landesverteidigungsakademie".

Ein bewegtes Leben

General Emil Spannocchi war eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten des Österreichischen Bundesheeres. Er wurde am 1. September 1916 als Sohn von Anton Graf Spannocchi und Gabriele Gräfin Attems-Heiligenkreuz in Aigen bei Salzburg geboren.

Seine Karriere beim Bundesheer begann Spannocchi als Einjährig-Freiwilliger beim Dragonerregiment  Nr.1 in Enns beim Bundesheer der Ersten Republik. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde Spannocchi in die Deutsche Wehrmacht übernommen. Dort diente er zuerst in der Kavallerie und dann in der Panzertruppe.

Während seiner Fronteinsätze wurde Spannocchi zwei Mal verwundet. Von 27. April bis 3. Juni 1945 befand sich Spannocchi in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende war er in der Wirtschaft tätig, bevor er 1954 in die B-Gendarmerie eintrat.

Im Bundesheer wurde er 1957 Kommandant der Panzertruppenschule und 1960 Kommandant der 9. Panzergrenadierbrigade. Von 1963 bis 1973 leitete er die Stabsakademie, die 1967 zur Landesverteidigungsakademie umbenannt wurde. 1973 bis 1981 war er Armeekommandant. Sein Name war eng mit dem Konzept der Raumverteidigung verbunden.

Das Raumverteidigungskonzept prägte das Bundesheer

Nach diesem als "Spannocchi-Doktrin" bekannten Raumverteidigungskonzept wurde das Bundesheer in den Jahren 1973 bis 1986 umorganisiert. Das Konzept sah den Kampf und die starke Verteidigung von Schlüsselzonen vor, die mit Bunkern, vorbereiteten Sperren, Feldsperren, Sprenganlagen und starken Einheiten geschützt waren.

Die Schlüsselzonen der Sperranlagen befanden sich Großteils im alpinen und leichter zu verteidigenden Gelände. In den östlichen Landeshälften waren sie gegen Angriffe des Warschauer Pakts ausgerichtet. In Tirol vor allem gegen mögliche Angriffe der NATO aus Deutschland und Italien.     

General Spannocchi trat 1981 in den Ruhestand und starb am 29. August 1992 nach einem Reitunfall in Wiener Neustadt.

Ein Bericht der Redaktion Landesverteidigungsakademie

Erwin A. Schmidl bei seinen einführenden Erläuterungen.

Erwin A. Schmidl bei seinen einführenden Erläuterungen.

Die Zeitzeugen im regen Diskurs.

Die Zeitzeugen im regen Diskurs.

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