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Gastvortrag von Fedor Lukyanov an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 25. März 2019  - Fedor Lukyanov, Vorstandsvorsitzender des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik (SVOP) und Forschungsdirektor des internationalen Diskussionsklubs Valdai, hielt einen Gastvortrag zum Thema "Weltordnung ohne den Westen? Russland zwischen den USA, China und der EU" an der Landesverteidigungsakademie. Fedor Lukyanov gilt als einer der Top 3-Experten Russlands zu internationalen Beziehungen sowie russischer Außen- und Sicherheitspolitik. Akademiekommandant Generalleutnant Erich Csitkovits begrüßte zahlreiche interessierte Gäste in der Sala Terrena.

Internationale Beziehungen haben sich verändert

Nach Ansicht Fedor Lukyanovs befinde sich die internationale Ordnung in einer Transformationsphase in Richtung eines multipolaren konfrontativen internationalen Systems. Die USA scheinen auf ihre einstige Führungsrolle als weltweiter Sicherheitsprovider freiwillig zu verzichten. Schrittweise ziehen sie sich von ihrem sicherheitspolitischen Engagement zurück. Dies hat nachhaltigen Konsequenzen für das globale geostrategische Machtgefüge. Die USA vertreten in Zukunft stärker ihre nationalen Interessen. Aufgrund ihrer Stärke behalten sie aber weiterhin in einem multipolaren Weltordnungssystem ihre Vormachtstellung.

USA, EU und China

Russland sei einer der Akteure, welcher seit Mitte der 1990er Jahre als Verfechter einer multipolaren Weltordnung auftrete. Die von Russland beschworene Multipolarität sei lediglich als theoretisches Gegengewicht zur US-Dominanz und nicht als ernstzunehmende Grand Strategy zu betrachten. Dahinter verberge sich der Wunsch Russlands als ebenbürtiges Mitglied der euroatlantischer Gemeinschaft akzeptiert zu werden.

Aufgrund mangelnder gemeinsamer Interessen werde die Konfrontation zwischen Russland und den USA wohl an Intensität gewinnen. Die Beziehung zwischen der EU und Russland nehme dagegen einen pragmatischen Charakter an. Angesichts der Transformation der EU sei von einer baldigen Annäherung aber nicht auszugehen. Russland werde sich prioritär um eine Intensivierung bilateraler Beziehungen zu einzelnen Mitgliedsstaaten der EU bemühen.

Die Beziehung zu China gestalte sich deutlich komplexer. Einerseits ergänzen Moskau und Peking einander und bilden eine flexible Partnerschaft ohne Beistandsverpflichtungen, andererseits versuche Russland nicht in Abhängigkeit zu geraten.

Innere Transformation

Mit Blick auf die Nachfolge Vladimir Putins im Amt des Präsidenten im Jahr 2024 befinde sich Russland in einer Transformationsphase des gesamten politischen Systems. Einen wichtigen Teil dieses Prozesses bildet ein schrittweiser Wechsel innerhalb der russischen politischen Elite. Die jüngsten Entwicklungen in Kasachstan können bis zu einem gewissen Grad Russland zum Vorbild gereichen.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine spannende Diskussion, moderiert von Alexander Dubowy, Forschungsdirektor des Institutes für Sicherheitspolitik (ISP).

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen der Landesverteidigungsakademie, der Forschungsgruppe für Polemologie und Rechtsethik der Universität Wien und dem Institut für Sicherheitspolitik (ISP).

Ein Bericht der Redaktion Landesverteidigungsakademie

Der Kommandant der Landesverteidigungsakademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, begrüßte die Gäste.

Der Kommandant der Landesverteidigungsakademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, begrüßte die Gäste.

Alexander Dubowy, Forschungsdirektor des Institutes für Sicherheitspolitik, führte durch den Abend.

Alexander Dubowy, Forschungsdirektor des Institutes für Sicherheitspolitik, führte durch den Abend.

Fedor Lukyanov bei seinen Ausführungen.

Fedor Lukyanov bei seinen Ausführungen.

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