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Milizbeauftragter Hameseder beim Einsatz im Burgenland

26. Juni 2020 - 

Am Freitag besuchte Generalmajor Erwin Hameseder die Milizkompanien im Burgenland. Als Milizbeauftragter berichtet er direkt an Verteidigungsministerin Tanner. Dabei geht es nicht nur um Material und Ausrüstung, sondern auch um die Erfahrungen und Probleme der Soldaten. Es gab offene Gespräche, ehrliche Worte und einen positiven Ausblick in die Zukunft.

30 Jahre Assistenzeinsatz

Der Startschuss für den Besuch fiel im Militärkommando Burgenland. Brigadier Gasser, Burgenlands Militärkommandant, informierte Hameseder über die aktuelle Lage. Im Burgenland sind mit drei Kompanien die meisten Soldaten im Einsatz - es verfügt aber auch über die meiste Einsatzerfahrung. Seit 30 Jahren werden hier Assistenzeinsätze zur Grenzüberwachung geführt. Damit gab es schon zu Einsatzbeginn wichtige Erfahrungen, auf denen man nun aufbauen konnte. "Es ist ein sehr lebendiger Einsatz. Jede neue Vorgabe der Gesundheitsbehörden müssen wir sofort umsetzten", sagt Gasser.

Auf die Frage von Hameseder, ob es eine negative Auswirkung des Themas der ungleichen Bezahlung auf den Leistungswillen gebe, antwortete Gasser: "Natürlich ist das eine empfundene Ungerechtigkeit bei den Soldaten, auf den Einsatz hat es aber keine Auswirkungen." Mit den Leistungen der Miliz ist er zufrieden. "Die Motivation ist hoch, die Soldaten zeigen ein tolles Engagement. Natürlich sind die Zugänge oft anders als die von Berufssoldaten, aber die Ergebnisse sind gut. Die Burschen machen das großartig!", fasst der Militärkommandant die Erfahrungen zusammen.

"Messen nicht nur Fieber!"

Die Aufgaben der Kompanien sind vielschichtig und fordernd. Dazu Brigadier Gasser: "In der Öffentlichkeit wird der Einsatz nur auf Fieber messen reduziert. Das stimmt nicht. Nach der Grenzschließung blieben nur vier wichtige Übergänge offen. 61 wurden geschlossen - die mussten alle überwacht werden. Wir kontrollierten Züge mit Pflegepersonal aus Rumänien und Pendler, die über eigene Korridore einreisten. Keine Situation ist wie die andere - jede Person ist eine eigene Situation." Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Pro Tag gibt es im Burgenland 25.000 bis 30.000 Personenkontrollen - alleine 12.000 am meistfrequentierten Grenzübergang des Bundeslandes.

Besonders der Einsatz am Flughafen Wien sei ein "Einsatz in der Auslage", auf höchster Schwierigkeitsstufe, so Gasser. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Einsätze - anders als Übungen - mental fordernd sind. Deshalb sind die Mitarbeiter des Heerespsychologischen Dienstes und Militärdekan Wessely im Einsatzraum unterwegs und hören sich die Sorgen der Soldaten an. Auch bei ihnen steht das Besoldungsthema derzeit an erster Stelle: "Zu Beginn des Einsatzes waren es die gestrichenen freien Tage. Jetzt ist es die ungleiche Bezahlung. Das erzeugt Unverständnis und Missmut", so ein Psychologe. Dazu hatte der Milizbeauftragte eine klare Antwort parat. "Ich gebe dieses Thema nicht auf!", sagte Generalmajor Hameseder.

Gute Vorgesetzte, jedoch kleiner Fuhrpark

Von der Unterbringung ist so manch älterer "Milizler" positiv überrascht. Statt in Scheunen oder Lagerhallen, wie es früher üblich war, wohnen alle in einer festen Unterkunft. Aufgelassene Gasthöfe, Pensionen, Zollgebäude oder, wie in Bruckneudorf, ein Containerdorf aus der Flüchtlingskrise 2015 sind bis zum Ende des Einsatzes ihr zuhause. Das hat einen weiteren Vorteil: Die Soldaten sind so mitten unter den Menschen und vermitteln damit ein Sicherheitsgefühl, für das die Bevölkerung dankbar ist.

Vinzent W. steht an einem Grenzübergang bei St. Margarethen. Beruflich vermittelt der 21-jährige Korporal Schauspieler und Komparsen an Filmproduktionen und den ORF, im Mai wurde er einberufen. Er steht voll hinter seinen Vorgesetzten, sie machten einen sehr guten Job, sagte er. Aber auch bei ihnen mangelt es an persönlicher Schutzausrüstung und Fahrzeugen.

Dieses Thema soll bald entschärft werden. "Als Teil des Sonderinvests Miliz werden 200 Mannschaftstransporter kommen - zweckgebunden für die Miliz. Die sind bereits bestellt. Damit wird in jedem Milizbataillon eine Kompanie voll beweglich sein", erzählt Hameseder den Soldaten im Gespräch. Die Transporter werden natürlich nicht eingelagert. Sie fahren in der präsenten Truppe - so lange, bis die Miliz sie braucht. Die nächsten Schritte seien Schutzausrüstung für jeden Milizsoldaten sowie mehr Nachtsicht- und Funkgeräte. Auch beim Besoldungsthema bleibe er natürlich dran, bekräftigte Hameseder.

Im Gespräch mit einem Soldaten. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Im Gespräch mit einem Soldaten.

Brigadier Gasser: Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist das Erfolgsrezept. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Brigadier Gasser: Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist das Erfolgsrezept.

Im Lagezentrum laufen die Einsätze zusammen. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Im Lagezentrum laufen die Einsätze zusammen.

Korporal W.: Gutes Führungspersonal, jedoch wenig Fahrzeuge. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Korporal W.: Gutes Führungspersonal, jedoch wenig Fahrzeuge.

Die neue Heimat für die Kompanie: Containerdorf in Bruckneudorf. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Die neue Heimat für die Kompanie: Containerdorf in Bruckneudorf.

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