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Miliz & Wirtschaft: Interview mit Ferdinand Hochleitner

05. Oktober 2020 - 

In der Interviewreihe "Miliz & Wirschaft" sprach Oberst Mario Strigl, Verbindungsoffizier für Wirtschaft des Milizbeauftragten im Bundesheer, mit Ferdinand Hochleitner. Hochleitner leitet seit 2006 die OÖ Wohnbau, das größte gemeinnützige Wohnbauunternehmen in Oberösterreich mit über 26.000 verwalteten Wohnungen und einem durchschnittlichen Bauvolumen von 75 bis 80 Millionen Euro im Jahr.

Das Interview

Mario Strigl: Sehr geehrter Herr Dr. Hochleitner, lieber Ferdl, die OÖ Wohnbau GmbH hat über 160 Mitarbeiter. Du hast eine sehr hohe Frauenquote - befinden sich trotzdem Milizsoldaten darunter?

Ferdinand Hochleitner: Nein, wir haben keine Milizsoldaten, was wohl der hohen Frauenquote von 60 Prozent geschuldet ist. Aber wir haben unzählige Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich engagieren, sei es beim Roten Kreuz, dem Samariterbund oder der Feuerwehr. Ich selbst bin bei der Freiwilligen Feuerwehr Wilhering.

Würdest Du auch Milizsoldaten einstellen?

Natürlich! Sich als Milizsoldat zu engagieren ist kein Hindernis für uns, und schon gar kein Ausschließungsgrund! Ich habe selbst auch meinen Wehrdienst geleistet, auch wenn ich nur eine niedrige Tauglichkeitsziffer hatte - ich habe mich um unseren Kompanie-Garten gekümmert und kann auf eine schöne Zeit zurückblicken.

Wie warst bzw. bist Du mit Deinem Unternehmen von der aktuellen Corona-Pandemie betroffen?

Bei uns ist der Betrieb im Großen und Ganzen weitergelaufen. Ein Teil der Mitarbeiter ging natürlich ins Homeoffice, ein Teil blieb im Büro - wir haben es unbeschadet überstanden.

Wie unterstützt Du konkret Deine Mitarbeiter, wenn diese ihren ehrenamtlichen Dienst ableisten müssen?

Wir rechnen es unseren Mitarbeitern hoch an, wenn sie sich für das Allgemeinwohl ehrenamtlich engagieren, und unterstützen das natürlich. Wenn sich einer unserer Mitarbeiter in seiner ehrenamtlichen Funktion weiterbildet, bekommt er 50 Prozent der aufgewendeten Zeit als Gutschrift bei uns angerechnet. Bei einem etwaigen Katastropheneinsatz bekommen die betroffenen Mitarbeiter zwei Tage frei, also bezahlten Sonderurlaub.

Wie siehst Du die Partnerschaft zwischen Miliz und Wirtschaft?

Wir haben als OÖ Wohnbau GmbH eine konkrete Partnerschaft mit dem Roten Kreuz, hier ergeben sich zahlreiche Synergien vor allem bei baulichen Aufgabenstellungen. Wir sind aber auch Teil des Raiffeisenkonzerns und wissen, dass dieser nicht nur Träger des Milizgütesiegels, sondern auch des Milizawards ist. Das deckt auch uns mit ab, wir dürfen uns da ein bisschen "mitsonnen".

Viele Unternehmen sehen bei einem ehrenamtlichen Engagement nur die Abwesenheit des Mitarbeiters. Welchen Mehrwert bringen derartige Mitarbeiter für Dein Unternehmen?

Ehrenamt bedeutet generell, sich in einer Gruppe außerhalb des beruflichen oder familiären Umfelds zu betätigen, oft viel Zeit und Arbeit zu investieren, man lernt dort "soziale Intelligenz". In der Regel ist es so, dass ehrenamtliche Funktionäre generell bereit sind, mehr zu leisten als nötig, Entscheidungen treffen können, Verantwortung übernehmen - alles Eigenschaften, die jedem Unternehmen Vorteile bringen, wenn sie ein Mitarbeiter mitbringt. Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, hat mehr Interessen als "nur" seinen Beruf, das erweitert natürlich seinen Horizont und ermöglicht ihm breitere Lösungsansätze für Fragestellungen, die sich auch beruflich ergeben können. Soziales Engagement funktioniert auch nur mit einem positiven und wertschätzenden Umgang mit Menschen, Mitarbeitern und Kollegen - ein klarer Mehrwert für jedes Unternehmen.

Lieber Ferdl, vielen Dank für dieses Gespräch.

Ferdinand Hochleitner. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Ferdinand Hochleitner.

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