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Eine Expertise ist gut - zwei Expertisen sind besser!

30. März 2021 - 

Experten werden meist in einen einzigen Expertenpool beordert. Oberleutnant Dipl.-Ing. Ingo S., MSc, MBA hat mittlerweile eine anerkannte Expertise in zwei Bereichen. Wie seine akademischen Grade erahnen lassen, hat er im Laufe seines Berufslebens umgesattelt: Ursprünglich ausgebildeter Fahrzeugingenieur und Dipl.-Ing der FH Joanneum Graz, hat die Finanzkrise 2008 bei ihm zu einer Neuausrichtung seiner Tätigkeit geführt. "Ich war gerne Ingenieur, wollte mich aber vom Angestellten zum Selbstständigen entwickeln", führt er aus.

Neuausrichtung

Über Abendkurse und andere Ausbildungen hat er diesen Wunsch in die Tat umgesetzt. Heute ist er selbstständiger Teamtrainer, "Change Manager" und Organisationsentwickler. "Aber ein Studium will ich noch machen," schmunzelt Oberleutnant S. "Da ergeben sich laufend neue Möglichkeiten und neue spannende Studienrichtungen." Zehn Jahre nach seinem Grundwehrdienst (1998 bis 1999) hat sich der 43-Jährige wieder in den Milizstand beordern lassen und auch das als Herausforderung gesehen. So begann er als Gefreiter die komplette Nachhollaufbahn bis zum Versorgungs-Offizier. "Meine Waffengattung ist für meine Expertise mittlerweile sehr wichtig geworden", erzählt er.

"Durch die Kurse und Übungen sehe ich in der Logistik viel; wie das Heer funktioniert und wie es um das Heer steht." "Mir hat es damals eigentlich leidgetan, nicht gleich in der Miliz geblieben zu sein", erklärt er seinen Schritt in die Miliz. "Mit 30 war es mir dann aber auch wichtig, mein eigenes Wissen einzubringen." Deswegen erschien ihm der Weg in den Expertenstab als logisch. Die Logistik hat ihn sehr interessiert, hier wollte er vor allem seine Arbeit im Bereich des Prozessdenkens einbringen, fokussiert auf die Frage: Wie funktioniert eine Armee?

Digitalisierung als Trend

"Auch bei der Armee erleben wir viel rund um das Thema Digitalisierung, auch hier ändert sich laufend etwas. Das Problem in Österreich ist, dass wir oft analoge Prozesse digital abbilden, statt wirklich digitalisierte Prozesse zu denken und zu schaffen. Das ist auch beim Heer der Fall." Generell ist in einer Organisation mit der Größe des Österreichischen Bundesheeres laufend Arbeit an den Prozessen notwendig. Und das Wissen von Oberleutnant S. wird gerne angenommen. So arbeitet er als Trainer an der Militärakademie, hilft bei Organisationsentwicklungen und bildet selber weitere Trainer aus.

Strategie denken

"Das Bundesheer hat einen großen Vorteil gegenüber anderen Firmen und Organisationen. Es hat eine Abteilung, die sich laufend mit Strategie, und zwar wirklich zukünftiger Strategie, beschäftigt. Das sollten Firmen und die Politik auch machen, meist sind sie aber im hier und jetzt gefangen und machen Strategie nebenher und eher kurzfristig geplant, also für die nächsten Jahre. Manager werden in Unternehmen geholt, um die Gegenwart zu managen. Dabei ist es hier gerade wichtig, sich zu überlegen, wo werden wir in zehn Jahren stehen", beschreibt er die derzeitige Situation.

Verbesserungsbedarf sieht S. aus der eigenen Erfahrung heraus vor allem in der Synchronisation von Theorie und Praxis. "Es kommt leider immer wieder vor, dass die Praktiker sagen 'Das braucht's nicht, das ist nur aus der Theorie der Akademien.' Diese beiden Bereiche müssen Hand in Hand gehen, hier kann ein Organisationsentwickler viel Wissen einbringen." Für Österreich sieht er Handlungsbedarf in der Entwicklung einer Verteidigungsdoktrin, die wie ein Leitbild für das ganze Land in allen Bereichen gilt. Anhand dieser muss dann das Heer seine Verteidigungsstrategie entwickeln.

"Am Anfang musste man ja laufend erklären, was die 'Pyramide' (die Aufschiebeschlaufe über dem Dienstgrad) darstellt. Das wird Gott sei Dank viel besser," lächelt er.

Als Trainer ist Ingo S. in der Privatwirtschaft tätig. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Als Trainer ist Ingo S. in der Privatwirtschaft tätig.

S. vermittelt sein Wissen auch den Kameraden beim Heer. Bild: Archiv. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

S. vermittelt sein Wissen auch den Kameraden beim Heer. Bild: Archiv.

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