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Freiwilliges Engagement heißt, über den Tellerrand hinauszuschauen (Teil 2)

08. April 2021 - 

In der Interviewreihe "Miliz & Wirtschaft" sprach Oberst Mario Strigl, Verbindungsoffizier für Wirtschaft des Milizbeauftragten, mit Wolfgang Maier, Leiter des Personalwesens bei der EVN, und Harald Prokschy, Leiter der EVN Akademie.

7.100 EVN-Mitarbeiter

Wolfgang Maier, Jahrgang 1965, ist studierter Betriebswirt. Nach dem Studium trat er Mitte der 1990er Jahre in die EVN ein. Seit 2010 ist er für das Personalwesen des gesamten Konzerns verantwortlich. Harald Prokschy ist 1969 geboren, ebenfalls Betriebswirt und schloss 2012 sein Masterstudium im Bereich Nachhaltige Energiesysteme ab. Nach verschiedenen Stationen im energiewirtschaftlichen Konzernbereich ist der Milizoffizier seit 2018 Leiter der EVN Akademie, dem hauseigenen Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Konzern.

Die EVN ist der größte Strom-, Gas- und Wärmeversorger in Niederösterreich. Ihre 7.100 Mitarbeiter erwirtschaften pro Jahr rund 2,1 Milliarden Euro.

Das Interview - Teil 2

Die EVN tragen das Milizgütesiegel. Wie kommt es zu diesem Engagement?

H. Prokschy: Wir haben eine Partnerschaft mit dem Pionierbataillon 3 in Melk, die wir seit Jahren intensiv pflegen. Aber hinter all diesen Dingen steht immer auch ein persönliches Engagement. Über die erfolgreiche Auszeichnung war natürlich auch unser Vorstand begeistert und hat das unterstützt.

Wie seht ihr die Partnerschaft zwischen Miliz und Wirtschaft?

W. Maier: Wirtschaft und Bundesheer haben eine enge Verflechtung und sollten sich auch gegenseitig unterstützen. Die Melker Pioniere und wir können voneinander lernen. Unsere Milizsoldaten sind hier wesentliche Meinungsbildner und Transporteure im Betrieb. Diese Partnerschaft wird nicht nur vom Vorstand der EVN getragen, sondern auch von allen unseren Konzerngesellschaften. Harald und ich sind sozusagen die Verbindungsleute.

H. Prokschy: Die "AEGIS 2016" die Schutzübung hier bei der EVN, bei der wir mit Bundesheer und Blaulichtorganisationen den Schutz kritischer Infrastruktur üben konnten, war ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Mitarbeiter, nicht nur für die Milizsoldaten. Darüber hinaus stellen wir den Pionieren z.B. Stromaggregate zur Verfügung, stellen gemeinsam Notmasten auf, die Pioniere helfen uns wiederrum im Katastrophenfall. Zuletzt als besondere Wetterlagen dazu führten, dass Bäume durch Eisregen in Stomleitungen stürzten.

Viele Unternehmen sehen bei einem ehrenamtlichen Engagement nur die Abwesenheit des Mitarbeiters. Welchen Mehrwert bringen eurer Meinung nach Milizsoldaten für Unternehmen?

W. Maier: Menschen, die sich für Staat und Gesellschaft engagieren, sind bei uns willkommen. Sie sind Botschafter für unseren Betrieb nach außen. Außerdem bringen zahlreiche Ausbildungen beim Bundesheer, besonders bei den Pionieren, auch einen Mehrwert für unser Unternehmen, wie auch umgekehrt.

Das aktuelle Regierungsprogramm sieht eine Stärkung der Miliz vor. Wie kann man Arbeitgeber eurer Meinung nach dafür begeistern?

H. Prokschy: Wenn der Staat Finanzmittel vor allem in die Schutzausrüstung unserer Milizsoldaten stecken sollte, kann ich als Arbeitgeber reinen Gewissens einem Einsatz unserer Mitarbeiter in einem Krisenfall zustimmen. Das ist sozusagen eine Basisvoraussetzung. So wie auch wir unsere Mitarbeiter mit modernstem Equipment und vor allem Arbeits- und Schutzkleidung ausstatten.

Gibt es konkret Kooperationen der EVN mit dem Österreichischen Bundesheer bzw. gemeinsame Projekte?

W. Maier: Neben der Partnerschaft mit dem Pionierbataillon 3 gibt es seit Sommer 2020 auch Gespräche mit dem Schulkommandanten der ABC-Abwehrschule mit dem Ziel, das bestehende Übereinkommen zu erneuern und eine Übung zur Abpackung von Trinkwasser zu planen. Das neue Übereinkommen wurde seitens ABC-Abwehrschule und EVN Wasser finalisiert und in den Bundesheer-Genehmigungslauf übergeben. Mit einem Abschluss ist im Herbst 2021 zu rechnen. Im Frühjahr 2021 findet eine Übung zur Abpackung von Trinkwasser auf unserer Betriebsstelle Bisamberg statt, wo der modifizierte Trinkwasseraufbereitungs- und Abpackcontainer des Bundesheeres zum Einsatz kommen soll.

H. Prokschy: Darüber hinaus stellen wir immer wieder Kraftwerksstandorte, Staumauern & Betriebsgebäude für praxisnahe Ausbildungen verschiedenen Einheiten des Bundesheeres zur Verfügung. So war das EVN Kraftwerk Ottenstein 2018 Ausbildungsort für Abseilübungen an der Staumauer, und der Kraftwerksstandort Dürnrohr diente 2019 angehenden Absolventen der Militärakademie in einer Übung zum "Schutz kritischer Infrastruktur" als realitätsnaher Übungsraum.

Lieber Wolfgang, lieber Harald, vielen Dank für diesen Einblick in euer Unternehmen!

H. Prokschy: "Moderne Schutzausrüstung für Mitarbeiter ist ein Muss". (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

H. Prokschy: "Moderne Schutzausrüstung für Mitarbeiter ist ein Muss".

W. Maier: "Milizsoldaten sind Botschafter für den Betrieb nach außen". (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

W. Maier: "Milizsoldaten sind Botschafter für den Betrieb nach außen".

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