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Energie als sicherheitspolitisches Element

Liberalisierung der Märkte oder militärische Konfrontation?
Sicherheitspolitik kann im Zeitalter der Globalisierung nicht mehr in Abkoppelung von wirtschaftlichen Entwicklungen beurteilt werden: Nicht nur Handels- und Währungspolitik sind „strategische“ Fragen, sondern auch Energiesicherheit zeichnet sich als eine der wesentlichsten sicherheitspolitischen Fragen der Zukunft ab (vgl. hierzu: „Wirtschaft und Sicherheitspolitik“, Erich Reiter/Gerald Schöpfer{Hg.}, Graz, Wien, Köln 1999, Verlag Styria.). Schätzungen zu Folge wird der Weltenergiebedarf bis zum Jahr 2020 das Dreifache des Bedarfs aus dem Jahr 1970 ausmachen.

Größter Energiebedarf

Global gesehen wird Asien den größten Bedarf an Erdöl und Erdgas haben, wobei China in den kommenden Jahrzehnten ein wesentlicher Bedarfsträger sein wird. Der Energiebedarf Chinas wächst so schnell, dass viele Analytiker die politischen Optionen Chinas in Szenarien beschreiben, welche der Energie-Krisen-Situation der 70er Jahre gefährlich gleichen. Hinzu kommt, dass sich das „asiatische Wirtschaftswunder“ vor dem Hintergrund begrenzter Rohstoffressourcen vollzogen hat: Japan, Südkorea, Taiwan und Hongkong entwickelten mächtige, dynamische Volkswirtschaften ohne bedeutende eigene Energieressourcen. Bis zum Jahr 2010 wird Asien bis zu 56% des globalen Wachstums des Erdölbedarfs erreichen, wobei das intraregionale Ölangebot in Asien als „eher dürftig“ eingeschätzt wird.

Zukunftsproblematik

Wie die „Schlüsselstaaten“ auf die Unvermeidbarkeit der sich vergrößernden Rohstoffabhängigkeit und den damit verbundenen Marktdruck reagieren werden, macht Energiesicherheit nicht nur zur entscheidenden Problematik für die asiatischen Staaten, sondern auch für jene, welche am gemeinsamen Markt mit ihnen teilhaben sowie für die USA, welche in der asiatischen Pazifik-Region eine Ordnungsmachtfunktion wahrnimmt.

Liberalisierung als Konfliktlösung

Zwei gegensätzliche Prognosen stehen einander gegenüber: Vertreter der Denkschule des politischen Realismus gehen davon aus, dass die Sicherstellung von Rohölreserven zu den fundamentalen politischen Interessen von Staaten zählen, welche durch machtpolitische Maßnahmen – inklusive des Einsatzes militärischer Gewalt – wahrgenommen werden.
Dies vor dem Hintergrund, dass Ostasien nicht nur Wachstumsplatz für die Weltenergieindustrie, sondern auch für die Rüstungsindustrie ist: Auf die nordostasiatische Subregion – China, Taiwan, Japan sowie die koreanische Halbinsel – entfielen im Jahr 1997 mehr als 70% aller Verteidigungsausgaben in Ostasien sowie über 30% aller globalen Rüstungsimporte.
Der liberale Ansatz geht davon aus, dass wirtschaftliche Integration und grenzüberschreitende Investitionen Zukunftsoptionen sind, welche militärische Konfrontationen hintanhalten können: Energiesicherheit impliziert nicht die Vorbereitung zu militärischen Konflikten, sondern vielmehr die Vorbereitung für konkurrenzfähigen Wettbewerb. Ein sich global vergrößernder Energie-Marktplatz werde genug Spielraum für Angebot und Nachfrage bieten, Computer- und Informationstechnologien werden auch den Erdöl- und Gasmarkt transformieren.

Dr. Brigitte Sob, MWB

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