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Feldspital

Österreichs Soldaten im Ausland erwarten selbstverständlich den gleichen Standard an medizinischer Versorgung wie sie es von zuhause gewohnt sind. Dies zu gewährleisten ist eine der Hauptaufgaben des Feldspitals.
Besonders wichtig für die Moral der österreichischen Soldaten im Ausland ist die Gewissheit der hervorragenden medizinischen Versorgung, die sie erhalten, falls sie erkranken oder verwundet werden sollten.
Das österreichische Feldspital dient dazu, einerseits diese Aufgabe zu erfüllen, andererseits aber auch im Rahmen von humanitärer oder Katastrophenhilfe die Betreuung und Behandlung von Zivilisten zu gewährleisten.
Beispiele dafür sind der Einsatz im Iran im Jahre 1991 und auch ATHUM/ALBA 1999, wo das Feldspital für die medizinische Versorgung von bis zu 5000 Flüchtlingen aus dem Kosovo verantwortlich war. Eingesetzt bei einer internationalen Übung konnte das Feldspital 1998 im Rahmen der Cooperative Adventure Exchange in Slowenien, einer Partnershipfor-Peace-Übung, seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Varianten des Feldspitals

Es ist möglich und auch vorgesehen, abhängig vom jeweiligen Auftrag unterschiedlich große und verschieden ausgestattete Elemente zu entsenden. Diese Entsendevarianten reichen vom kleinstmöglichen, schlanken Role 1, etwa mit einem Truppenverbandsplatz vergleichbar, welches einem Bataillon als Sanitätseinrichtung beigestellt werden kann, bis zum maßgeschneiderten Feldspital für einen humanitären oder Katastropheneinsatz, das vom vollausgestatteten Operationssaal bis zu telemedizinischen Einrichtungen mit allen vorstellbaren Modulen bestückt werden kann.
Die verwendeten Geräte unterliegen den gleichen Normen und Bestimmungen wie jene, welche in zivilen Krankenhäusern verwendet werden. Deshalb wird das Feldspital auch als das 4. Militärspital Österreichs bezeichnet. Die modulartige Bauweise ist eine Besonderheit des Feldspitals. So kann gewährleistet werden, dass nach rascher Entsendung eines vergleichsweise kleinen Elementes an dieses dann problemlos neue Module angedockt werden können, um zusätzlichen Aufträgen gerecht werden zu können.

Unabhängig von der lokaler Infrastruktur

Autarkie ist neben Modul ein wichtiger Begriff aus der Philosophie des Feldspitals. So wenig abhängig von anderen Einheiten wie möglich lautet die Idee dahinter. So werden alle Elemente mit Generatoren betrieben und sind damit unabhängig von externer Stromversorgung. Je nach Größe ist es dann in weiterer Folge vorgesehen, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage anzuschließen, sowie auch die Zubereitung von Mahlzeiten für Patienten und auch das Personal selber vorzunehmen. Alle Elemente und Module sind in Zelten untergebracht, das heißt, dass auch die Abstützung auf feste Gebäude nicht notwendig ist. Diese Zelte, sogenannte Drash-Zelte, sind doppelwandig und können im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden, des weiteren ist es möglich, sie bei nicht entsprechenden Untergrundverhältnissen mit einem festen Boden zu versehen.

Aktives Kaderpersonal, Milizsoldaten und Zivilisten

Das Personal des Feldspitals rekrutiert sich gänzlich aus Freiwilligen des präsenten Kaders, des Milizpersonals und aus Zivilisten. Diese Personen geben bereits vor Entsendung eine Freiwilligenmeldung ab und werden damit beim Militärspital 1 (MSp 1) in Graz, welches die Formierungsverantwortung für das Feldspital trägt, evident gehalten.
Diese Verantwortung beinhaltet die Bereithaltung, Instandhaltung und Instandsetzung des Gerätes und die Rekrutierung Freiwilliger sowie deren Vorbereitung und Verwaltung. Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung ist die Ausbildung. Das Personal wird im Umgang und in der Handhabung der Geräte und der Zelte geschult, um im Einsatzfall ohne lange Vorbereitungen und möglichst rasch, spätestens jedoch innerhalb von 2 Wochen entsendet werden zu können.

Marschbereit in zwei Wochen

Die Marschbereitschaft des Feldspitals muss vom Zeitpunkt der Alarmierung bis zum Abmarsch je nach Auftrag innerhalb von 2 Wochen beziehungsweise innerhalb von zwei Monaten hergestellt sein. Durch sorgfältige Wartung und Vorbereitung des Gerätes sowie durch die Vorbereitung des Personals ist das Feldspital in der Lage, bereits unmittelbar nach Eintreffen im Einsatzraum die Notversorgung von Patienten sicherzustellen und schon nach wenigen Stunden mit den wesentlichen Elementen betriebsbereit zu sein. Selbstverständlich wird, sollte eine Verlegung im Rahmen des gesamten Kontingents stattfinden, schon am Anmarschweg die medizinische Versorgung der Truppe gewährleistet.

Vorbereitung beim Militärspital 1

Wie schon erwähnt wird die Ausbildung für das Personal des Feldspitals beim MSp 1 durchgeführt. Um den unterschiedlichsten Anforderungsprofilen gerecht zu werden, bietet das MSp 1 eine Kurspalette an, welche die vielen verschiedenen Spezialisten, die im Feldspital tätig sind, optimal auf ihre Aufgabe vorbereiten soll. Umgang mit speziellem Gerät, aber auch Versorgungsabläufe und Erkundung eines geeigneten Raumes für den Einsatz eines Feldspitalelementes sind Inhalte dieser Kurse.
Parallel dazu sind natürlich von allen Freiwilligen die vom Kommando Internationale Einsätze angebotenen Kurse für Offiziere und Unteroffiziere zu absolvieren. Zur Vorbereitung des Personals gehört auch ein umfassender medizinischer Check. Regelmäßige Untersuchungen und Impfungen sind ebenso Bestandteil wie Belehrungen und Schulungen über wichtige Aspekte der Truppenhygiene sowie die Überprüfung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Freiwillige gesucht

Um im Einsatzfall aus einer möglichst großen Anzahl an Personen auswählen zu können werden natürlich immer Freiwillige gesucht. Für das Feldspital wird Personal aus den Bereichen Sanitätsdienst, Versorgung, Instandsetzung, Kraftfahrdienst benötigt, Offiziere, Unteroffiziere, Chargen und Zivilisten. Für Ärzte mit jus practicandi und Notarztausbildung besteht zusätzlich die Möglichkeit und der Bedarf, auch außerhalb des Feldspitals bei den derzeit laufenden Missionen des Bundesheers (Zypern, Golan, Kosovo) eingesetzt zu werden.
Wenn Sie also an einem solchen Einsatz Interesse haben, oder an einer künftigen Mission des Feldspitals oder an einer internationalen Übung teilnehmen wollen, setzen Sie sich bitte mit Olt Jörg Stopka, Militärspital 1, Strassgangerstraße 171, 8052 Graz unter der Telefonnummer 0316/5993-44760 in Verbindung. Sie werden dann über weitere Schritte informiert und bekommen die notwendigen Unterlagen zugesandt.

Olt Jörg Stopka, Militärspital 1

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