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Organisationsberatung

Im Jahr 1995 wurde die Führungsverhaltensausbildung im Heer reformiert und eine neues Arbeitsgebiet geschaffen: das Training „strukturierter Gruppen“, d.h. von im dienstlichen Alltag zusammenarbeitender Teams. Nach anfänglicher Skepsis hat sich dieser neue Zweig des Führungsverhaltens etablieren können und wird auch in der Zukunft seitens der Führung forciert werden.

Zusammenarbeit optimieren

Ursprünglich hat sich das Führungsverhalten der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und dem Verhalten in der Gruppe gewidmet. Nun geht es darum, die tägliche Zusammenarbeit von Teams zu betrachten und zu optimieren. Im zivilen Bereich gibt es dafür den Begriff der Organisationsberatung.
Der überarbeitete Grundsatzerlass Führungsverhalten sieht vor, dass im täglichen Dienstbetrieb zusammenarbeitende Teams (z.B. Stäbe, Einheitskommanden, gegebenenfalls inkl. der Zivilbediensteten und/oder der Rekruten) gemeinsam an drei- bis fünftägigen Trainings teilnehmen. Jedes Team sollte alle drei, spätestens nach fünf Jahren so ein Training absolvieren. Außerdem können diese Ausbildungen auch anlassbezogen (z.B. bei einem Kommandantenwechsel, bei wiederholtem Auftreten von Problemen) angeordnet werden.
Beim Training von Teams darf kein Trainer aus dem eigenen Verband eingesetzt werden. Man verpflichtet einen fremden Teamtrainer, der möglichst keinen Beteiligten näher kennt und unvoreingenommen an die Arbeit gehen kann.

Vorbereitung und Training

Wie läuft diese Arbeit ab? Einige Zeit vor dem geplanten Trainingstermin beginnt der Teamtrainer mit den Vorarbeiten: er setzt sich mit dem Verband in Verbindung und investiert einen Zeitraum bis zu einem Tag für Vorgespräche. Dabei bemüht er sich, das Ziel des Trainings ebenso wie den Kreis der Teilnehmer gemeinsam mit dem Auftraggeber genau zu definieren. In vielen Einzelgesprächen macht er sich ein Bild von der Situation. In der Zeit bis zum Trainingstermin entwirft der Teamtrainer ein genau auf diesen Auftraggeber zugeschnittenes Programm.

Training und Follow up

Das Training selbst soll nicht in der üblichen Arbeitsumgebung stattfinden. So sollen Störungen vermieden werden und soll außerdem etwas mehr Kontakt nach Dienst begünstigt werden. Am Ende des Trainings werden in der Regel Vereinbarungen geschlossen, um in den darauf folgenden Wochen und Monaten Verbesserungen im Dienstbetrieb, im Umgang miteinander usw. zu erzielen. Etwa vier Monate nach dem Training gibt es zudem eine - meist eintägige - Nachfolgeveranstaltung („Follow up“), die eine Überprüfung der Vereinbarungen und etwaige Ergänzungen ermöglichen sowie einen weiteren Motivationsschub liefern soll.

Der Weg zum Teamtrainer

Wer sind diese „Wunderwuzzis“, Teamtrainer (= Organisationsberater) genannt? Voraussetzungen für den Einstieg in die Ausbildung sind: mindestens zwei Jahre Qualifikation als Trainer, in dieser Funktion mindestens 30 Tage Praxis und die Teilnahme an einem (oder mehreren) Fortbildungsseminar.
Während der Ausbildung lernt der Teamtraineranwärter den Unterschied zwischen Training und Beratung kennen, er eignet sich Grundwissen über Organisationspsychologie, Konfliktmanagement, Teamtrainerverhalten u.a.m. an. Er erfährt, was zwischen Erstkontakt und Follow up alles passieren muss.
Wer Interesse an der Ausbildung zum Teamtrainer/Führungsverhalten hat und meint, alle oben angegebenen Voraussetzungen zu erfüllen, kann sich mit dem für die Ausbildung verantwortlichen Institut II der TherMilAk in Verbindung setzen.
Heuer findet noch ein Teamtrainerausbildungskurs (in Zukunft Aufbauseminar 4 genannt) im Oktober statt. Interessenten aus der Miliz seien darauf hingewiesen, dass die Ausbildung zeitaufwendig und der Einsatz aufgrund der Vor- und Nachbereitung nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist.

Mag Roberto Kalmar, Ausbildungsabteilung A

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