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Die Wassermacher aus Österreich

Chronologie des Einsatzes

04. März 2000: Anfrage UN-OCHA
07. März 2000: Ministerratsbeschluss
10. März 2000: Abreise Vorkommando
16. März 2000: Abreise Hauptkräfte
17. März 2000: Ankunft MAPUTO
19. April 2000: Rückkehr nach Österreich

Kontingent im Einsatzraum

Das österreichische Kontingent mit der Bezeichnung „Austrian Humanitarian Contingent/Mozambique“ war vom 16. März bis 17. April 2000 im Katastrophenhilfseinsatz in Mozambique mit einem Element zur Trinkwasseraufbereitung beteiligt.
Das Kontingent stand unter dem Kommando von Obstlt Michael Schuster und unter der nationalen Führung des Kommandos für internationale Einsätze in Götzendorf. Die 64 Soldaten waren Spezialisten der ABC-Abwehrtruppe, Offiziere aus dem Nachschub- und Versorgungsbereich sowie Sanitäter zur Eigenversorgung.
Das Herzstück der Mission bildeten die vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen.
Diese sind ein Element der Katastrophenhilfseinheit des Bundesheeres „AFDRU“ (Austrian Forces Disaster Relief Unit). Angehörige von AFDRU waren bereits 1997 in Polen sowie letztes Jahr in Albanien und in der Türkei mit der Aufbereitung von Trinkwasser beauftragt.

Leistungen des Kontingents

In Mozambique wurden im Laufe der Mission mehr als drei Millionen Liter qualitativ hochwertiges Trinkwasser produziert. Das österreichische Kontingent arbeitete in vier Teams zu 13 Personen. Zwei Anlagen standen im Basislager am Flugplatz Chibuto, die anderen zwei im ca. 8 km entfernten Samora Machel im Einsatz. Stündlich wurden pro Anlage ca. 4000 Liter Trinkwasser produziert, welches mit einheimischen LKW mittels Wasserfalttanks an 50.000 Menschen in den Flüchtlingslagern Omm Experimentalo, Fidel Castro, Chimundo und Choka Massava verteilt wurde. Weiters belieferte das österreichische Team 10.000 Einheimische, die aus dem Überschwemmungsgebiet des Limpopo Flusses im Raum Xai-Xai vor dem Hochwasser ausgeflogen wurden.
In einem Interview betonte der Kontingentskommandant Obstlt Michael Schuster die gute Zusammenarbeit mit verschiedensten Organisationen. So gab es großartige Unterstützung von Seiten des südafrikanischen AEROCLUB, der unentgeltlich Wasser zu abgeschnittenen Lagern flog. Auch MSF (Ärzte ohne Grenzen) und eine Maltesergruppe, die in Samora Machel eine Flüchtlingsambulanz leitete, bezogen das österreichische Wasser. Auf diesem Weg wurde vielen von Hunger und Durst geplagten Kleinkindern mittels Nährlösungen das Leben gerettet.
Oberstleutnant Schuster lobte die Kooperation mit der Caritas- Missionsschwester Irma Paula, die das österreichische Kontingent jeden Sonntag zum Gottesdienst lud. In dieser Gemeinde wurden auch viele Medikamente und Verpflegung zurückgelassen.
Besonders hervorzuheben ist die Rettung von vier Einheimischen die per Schlauchboot aus den reißenden Fluten gezogen wurden. In Samora Machel errichteten die österreichischen Soldaten drei Klassenzimmer und durch Geldspenden von Kontingentsangehörigen wurde Schreibmaterial angekauft und der Schulbetrieb konnte aufgenommen werden.
Weiters konnte die Montage und Einschulung des Bedienungspersonals auf zwei norwegischen Filteranlagen und Stromgeneratoren in Xai-Xai auf Ersuchen von UNICEF durchgeführt werden. Die Säuberung von Brunnen, das Betreiben einer südafrikanischen Armeetankstelle sowie die Reparatur eines Buffalo UN-Fliegers bewies wieder einmal mehr die Vielseitigkeit österreichischer Soldaten.
Dr. Herbert Nemet, der Chef des österreichischen Notarztteams berichtete über die medizinische Lage im Kontingent: „Die befürchtete Belastung durch Moskitos und Stechmücken hielt sich in Grenzen, am meisten traten kleinere Verletzungen und Durchfallserkrankungen auf. Das größte Problem stellten die hochgiftigen Schlangen, Spinnen und Skorpione dar.“

Ausblick

Auch wenn Österreich keine Trinkwasseranlagen zurücklässt, wird es weiterhin Wasser für die Überschwemmungsopfer geben. Samora Machel bekam von den Maltesern einen Bohrbrunnen geschenkt und in anderen Lagern sorgt das spanische Rote Kreuz für weitere Wassertransporte. Diese Maßnahmen werden vom österreichischen Verbindungsoffizier Mjr Michael Pernsteiner in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium sowie der UNICEF koordiniert. Des weiteren wurden vier Offiziere der Armee Mozambique auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung ausgebildet.
Das österreichische Kontingent hat in diesem Monat großartige Arbeit geleistet und hat sich im Sinne der humanitären Hilfe erneut ausgezeichnet.

Hptm Michael BAUER, KdoIE und
VB Gerhard Ruhm, ABCAbwS

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