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Führungsverhaltenstrainer

Der Milizsoldat als Führungsverhaltenstrainer - ein mühsamer, aber lohnender Weg.

Im Jahr 1996 wurde die Führungsverhaltensausbildung neu geregelt. Die damals neu konzipierte Ausbildung der Trainer für diesen Bereich wurde im Vergleich zur Vergangenheit quantitativ ausgebaut und qualitativ stark angehoben: Abgesehen von der grundlegenden Eignung, sich dieser Ausbildung zu unterziehen, verlangen immerhin zehn Ausbildungsabschnitte von den Interessenten auch ein gewisses Stehvermögen.

Eignung

Die Eignung zum Trainer/Führungsverhalten wird bei einem Auswahlkurs festgestellt. Dort arbeiten Lehrtrainer mit den Kandidaten und bemühen sich, in den knapp viereinhalb Trainingstagen jeden Teilnehmer u.a. nach folgenden Kriterien zu beurteilen:
- Er muss eine mindestens zweijährige Erfahrung im Berufsfeld seit der Ernennung zum Leutnant oder zum Wachtmeister aufweisen.
- Er muss die Bereitschaft zeigen, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinander zu setzen.
- Er muss fähig sein, eigene Gefühle und Beobachtungen auszudrücken.
- Er muss bereit sein, andere Sichtweisen und Meinungen zu akzeptieren.
- Er muss Kreativität und Kritikfähigkeit zeigen
- Bei Handlungen soll er sozial verantwortungsvoll agieren.
- Er soll sehr gute Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit besitzen.
- Er soll bei anderen Personen Störungen und Zugänge hinsichtlich ihres Kommunikationsverhaltens erkennen.
- Er soll gruppendynamische Vorgänge in einer Gruppe erkennen.
- Er soll Ansätze zur Metakommunikation zeigen.

Auch wenn in diesem Fall immer von Kandidaten in der männlichen Form gesprochen wird, soll an dieser Stelle betont werden, dass sich auch Frauen der Ausbildung unterziehen können, unabhängig davon, ob sie Uniform tragen oder nicht. Ab Herbst 1999 gibt es die ersten Teilnehmerinnen bei Führungsverhaltensausbildungen und allein dies ist ein Grund, dass wir uns Trainerinnen wünschen.

Ausbildungsschritte

Folgende Ausbildungsschritte - in einer festgelegten Reihenfolge, aber bei freier Terminwahl - sind zu absolvieren:
1. Aufbaukurs 1 mit Praxisteil und Theorie zu den Themen Gruppendynamik, Wahrnehmung und Rückmeldung, Kommunikation (5 Tage)
2. Beobachter-Einsatz (3 - 5 Tage)
3. Aufbaukurs 2 mit Theorie zu Führungsverhalten und Führungsstile, Werte, Normen, Motivation, Persönlichkeitspsychologie (5 Tage)
4. Co-Trainer-Einsatz (3 - 5 Tage)
5. Zweiter Co-Trainer-Einsatz (3 - 5 Tage)
6. Aufbaukurs 3 mit Theorie zu Trainerverhalten, Gestaltung von Einstiegs- und Abschlussphasen bei Seminaren, Einsatz von Rollenspielen u.v.a.m. (5 Tage)
7. Trainer-Einsatz (3 - 5 Tage)
8. Zweiter Trainer-Einsatz (3 - 5 Tage)
9. Abschlussgespräch (ca. 2 Stunden, kann im Anschluss an den zweiten Trainereinsatz absolviert werden

Zwischen den einzelnen Ausbildungsschritten ist eine zwingende Wartezeit von 2 Monaten vorgeschrieben, die dem Traineranwärter auch ermöglichen soll, Gelerntes und Erlebtes in Ruhe zu verarbeiten.
Diese umfassende Ausbildung stellt natürlich eine ziemliche Belastung für jeden Soldaten dar, unabhängig davon, ob er als Militärperson oder im Milizstand dient. Für den Milizsoldaten kommt in der Zwischenzeit erschwerend die Limitierung der freiwilligen Waffenübungen dazu. Trotzdem hat in der letzten Zeit die Zahl der Miliztrainer und -traineranwärter wieder zugenommen. Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass viele aus Interesse und Begeisterung mitmachen und, ist einmal die höchstzulässige Anzahl an Übungstagen verbraucht, ihre Trainings im Rahmen der Freiwilligen Milizarbeit absolvieren.

Information

Für die Trainerausbildung ist die Heeresunteroffiziersakademie in Enns zuständig. Wer also Interesse hat oder zumindest einmal „hineinschnuppern“ möchte, kann sich mit dem Referat „Pädagogische Grundlagen und Medien“ (Tel.: 07223/84931/5328) in Verbindung setzen.

Mag. Roberto Kalmar, Ausb A

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