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Die Flächenstaffel

Die Luftstreitkräfte des Bundesheeres wurden vor fünfzig Jahren in Langenlebarn gegründet. Die Wurzeln der "Flächenfliegerei" gehen auf die 4.Staffel des Fliegerregimentes 1 zurück. Bis heute ist die Domäne dieser Staffel der leichte Lufttransport.

Milizkomponente

Von Anfang an wurde den Milizsoldaten bei der 4. Staffel ein großer Stellenwert eingeräumt. Öffentlich wurde und wird diese Tatsache unter Hinweis auf "Professionalität" und "Marginalität" gerne negiert. Doch Flugzeuge kann man relativ rasch kaufen, nicht aber qualifizierte Besatzungen.
Bereits vor vierzig Jahren wurde die Fliegergruppe ROT-WEISS-ROT als Milizkomponente der 4. Staffel gegründet. Die Gründungsväter waren Bgdr Mag. Kolecko und Bgdr Mag. Bein. Sie erkannten die Vorteile aus der Einbindung der Milizkomponente für den Staffelbetrieb und unterstützten die Entwicklung maßgeblich.
Die Milizpiloten wurden zu Beginn zwar als "Lustflieger" bezeichnet, durch unermüdlichen Einsatz erlangten sie aber ein hohes Maß an Akzeptanz. Die Piloten und Techniker des Milizstandes sind heute ein wichtiger Bestandteil der Staffel.
Das Bundesheer liegt damit im internationalen Trend. Beim jährlich stattfindenden "International Air – Reserve- Symposium" kann immer wieder festgestellt werden, dass wir uns durchaus mit anderen, auch wesentlich größeren Luftstreitkräften, vergleichen können, denn ohne den Einsatz von Milizpiloten können selbst diese Fliegerkräfte nicht so ohne weiteres operieren.

Einsätze der Milizpiloten

Eine Studie der USAF aus dem Jahr 2003 stellte fest, dass Milizsoldaten zwanzig Prozent der Einsätze geflogen haben und dabei nur acht Prozent der Kosten für das Aktivpersonal bewirkten.
In Österreich wurde Mitte der neunziger Jahre der Wandel von der ausschließlich einsatzvorbereitenden Fliegerei zu den realen Einsatz fliegenden Milizpiloten vollzogen. Heute sind die Milizpiloten völlig integriert und in ihren Aufgaben dem aktiven Personal gleichgestellt. Der Milizanteil bei den erbrachten Flugstunden der Staffel liegt zwischen fünfunddreißig und fünfzig Prozent.
Das Einsatzspektrum umfasst dabei alle Aufgaben der Staffel wie
* Löscheinsatze zur Waldbrandbekämpfung,
* Zieldarstellung für die Fliegerabwehr,
* Absetzen von Fallschirmspringern sowie
* Personen- und Materialtransport.
Auch aktive Militärpiloten werden während ihrer Typenschulung PC 6 auf dem Weg zum Einsatzpiloten zum Teil von Fluglehrern aus dem Milizstand geschult, die auch für Prüfungskommission eingesetzt werden können.
Die Milizpiloten fliegen großteils mit der Pilatus PC6 Turbo-Porter und nur in geringerem Umfang mit der Shorts SH7 Skyvan.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass der erfolgreiche Einsatz der Milizpiloten von einem hohen Maß an Vorbereitung abhängt. "Milizfliegen" ist ein Job neben dem eigentlichen Beruf der Milizsoldaten. Das System der freiwilligen Waffenübungen ist für kurzfristige Einsätze nur bedingt geeignet. Die Masse der Aufträge wird daher unentgeltlich über die Form der "Freiwilligen Milizarbeit" abgewickelt. An Modellen zur Verbesserung dieser Situation wird gearbeitet, eine baldige Lösung dieses Vorhabens wäre wünschenswert.

Neues Buch

Das Thema "fliegende Miliz" wird im neu erschienen Buch mit dem Titel
"Von der Yak-18 bis zur Herkules"
von Bgdr i.R. Mag. Peter Kolecko und Vzlt i.R Peter Dachgruber eingehend behandelt.
Darin werden die Bedeutung der "fliegenden Miliz" und die erbrachten Leistungen in Zahlen und Fakten umfassend dargestellt.
Neben den Hubschrauber- und Jetpiloten des Milizstandes geht dieses Buch speziell auf die Milizkomponente der 4.Staffel ein.
Es bildet eine wertvolle Ergänzung zu den bisher erschienenen Büchern über die österreichischen Luftstreitkräfte. Es liegt damit erstmals eine vollständige Staffelchronik vor, die durch das Insiderwissen beider Autoren Zeugnis über die wechselvolle Geschichte der Staffel ablegt. Von den Anfängen ab dem Jahr 1955 bis 2005 bietet es fundierte Informationen über die leichte Transportfliegerei des Bundesheeres und zeigt die hervorragenden Leistungen der Milizsoldaten auf.
Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

Olt Ing. Michael Seifert, 4.Sta/FlR1

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