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Cyber-Gefahren auch im Militärischen Geowesen

Seetaler Alpe, 28. September 2018  - Das Kommando Führungsunterstützung und Cyber Defence verfügt mit dem Institut für Militärisches Geowesen über jene Fachkompetenz, die den Informationsbedarf des Bundesheeres im Themenbereich Geo-Daten und Navigation sicherstellt. Das Institut ist auch für Land-, Luftbild- und Sonderkarten (analog und digital), Geo-Daten für Führungs- und Simulationssysteme sowie Länderinformationen verantwortlich. Darüber hinaus wird am Aufbau der "Galileo Public Regulated Service"-Behörde und Elementen für Navigationsoperationen gearbeitet.

Test- und Versuchsreihen am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe

Mitarbeiter des Institutes führten von 24. bis 28. September "Navigation Warfare" bzw. "Global Navigation Satellite Syste" Test- und Versuchsreihen unter Einbindung verschiedenster nationaler und internationaler Organisationen wie z.B. der "NATO Communications and Information Agency" und Firmen am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe durch.

Informationsveranstaltung

Zusätzlich wurde mit den zivilen Partnern am Nachmittag des 25. Septembers eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der Wirtschaftskammer Österreichs durchgeführt. Dabei wurden die Teilnehmer anschaulich mit den Herausforderungen, Gefährdungspotentialen und möglichen Bedrohungen bei der Nutzung von "Global Navigation Satellite Systems" unserer modernen Gesellschaft konfrontiert und über Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen bis zu militärischen Einsätzen informiert. Die moderne Lebensart ist bereits stark von diesen Services abhängig. Betroffen sind hierbei etwa der Flugverkehr, die Stromnetze, das Bankenwesen sowie die persönliche Navigation im Auto oder Mobiltelefon. 

Störungs- und Manipulationsangriffe

Im Zuge der Test- und Versuchsreihen wurden nach einer Angleichungsphase durch alle beteiligten Techniker zahlreiche "Jamming"- und "Spoofing"-Attacken (Störungs- und Manipulationsangriffe) gegen unterschiedlichstes im Bundesheer eingeführtes IKT-Gerät mit"Global Navigation Satellite Systems"-Funktionalitäten durchgeführt. Zudem erfolgte die Anpassung und Weiterentwicklung von Verfahren im Bereich Mess- und Prüfroutinen.

Eine fortwährende zum Teil vollautomatisierte Dokumentation und Aufzeichnung des Geschehens ermöglicht nach Rückkehr an die jeweiligen Heimatdienststellen detaillierte Analysen und Auswertungen zusätzlich zu den vor Ort gewonnenen Erkenntnissen. Durch die synergetische Zusammenführung aller Organisationselemente und deren Fähigkeiten war ebenso die Herstellung von hochauflösenden 3D-Kartenmodellen nach Überflug mit einer kamerabestückten Drohne möglich. 

"Jamming"

Unter "Jamming" wird das gezielte unterbinden einer drahtungebundenen Kommunikation verstanden. Dieses Verfahren selbst wird seit Beginn von Funk in den verschiedensten Ausprägungen angewendet. Derzeit erprobt das IMG mit seinen Partnern aus der österreichischen Industrie dieses Verfahren speziell für den Bereich von GNSS. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Fähigkeiten Österreichs der internationalen Gegenüberstellung standhalten können. Die von der "Communication and Information Agency" der NATO zu den Test- und Versuchsreihen eingebrachten Systeme begegnen den in Österreich entwickelten auf Augenhöhe. Somit erreicht Österreich internationale Anerkennung und an einer gemeinsamen Weiterentwicklung von vorhandenen Verfahren wird gearbeitet.

Es ist geplant, diese Fähigkeiten im sogenannten Bereich "Navigation Warfare" im Bundesheer zu systematisieren. "Navigation Warfare" ist eine allgemeine militärische Aufgabe im Einsatz, bei der durch die Gesamtheit aller Maßnahmen die gegnerische Nutzung von Positions-, Navigations-und Zeitinformationsservices verhindert oder eingeschränkt, und die wirksame Nutzung durch eigene Kräfte sichergestellt wird. 

"Spoofing"

Bei "Spoofing" werden böswillig hergestellte Positions-, Navigations- und/oder Zeitinformationen, zugesendet um in einem hierfür allfälligen Endgerät falsche Ergebnisse zu erzeugen. Dieses Verfahren wird in der Kampfführung angewendet um das Erstellen eines gemeinsamen Lagebildes, den Einsatz von Waffensystemen sowie deren Wirkung negativ zu beeinflussen. Auch hierfür werden Systeme und Verfahren im Zuge von nationalen Sicherheitsforschungsprojekten zum Schutz von Positions-, Navigations-und Zeitinformationsservices in Österreich entwickelt.

Das Institut für Militärisches Geowesen, als das Kompetenzzentrum für "Global Navigation Satellite Systems" im Bundesheer und als operationeller Anteil der österreichischen "Galileo Public Regulated Service"- Behörde, liefert somit aktuelle und zielorientierte Beiträge zur umfassenden Sicherheitsvorsorge und zum staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagement.

Mitarbeiter des Instituts für Militärisches Geowesen führten Test- und Versuchsreihen am Truppenübungsplatz Seeetaler Alpe durch.

Mitarbeiter des Instituts für Militärisches Geowesen führten Test- und Versuchsreihen am Truppenübungsplatz Seeetaler Alpe durch.

Teilnehmer der Informationsveranstaltung mit einer VR-Brille.

Teilnehmer der Informationsveranstaltung mit einer VR-Brille.

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