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Rundschau

Österreich: Abschluss des 18. Generalstabslehrganges

Am 23. und 24. Juni fanden die Feierlichkeiten zum Abschluss des 18. Generalstabslehrganges statt. Die Sponsion erfolgte im Großen Festsaal der Universität Wien am 23. Juni und die Übernahme der 23 österreichischen Offiziere in den Generalstabsdienst am 24. Juni in der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtlichen Museums. Neben den Offizieren aus allen Waffengattungen des Österreichischen Bundesheeres absolvierten auch jeweils ein Offizier der Schweizer Armee, der Bundeswehr und der Französischen Landstreitkräfte diesen Ausbildungsgang.

Im Generalstabslehrgang werden innerhalb von drei Jahren die Teilnehmer zu militärischen Experten, Führungsgehilfen und Kommandanten ausgebildet. Das Schwergewicht liegt auf der operativen und der militärstrategischen Ebene. Neben der militärischen Ausbildung umfasst der Lehrgang auch das Studium "Landesverteidigung-Höhere Führung" an der Universität Wien (Individuelles Diplomstudium). Dies ermöglicht den Teilnehmern das Erlangen des Magistertitels. Darüber hinaus nehmen die Teilnehmer jedes Generalstabslehrganges auch an Ausbildungsgängen und Übungen im europäischen Ausland teil. Beim von 2007 bis 2010 laufenden 18. Generalstabslehrgang waren das

  • die multinationale Stabsübung "VIKING" 2008 (Schweden, Finnland und Irland),
  • die multinationale Stabsübung "COMMON TRAIL" 2008 (Deutschland),
  • die multinationale Übung "EUROPEAN ENDEAVOUR" 2009 (Deutschland) und
  • die multinationale Stabsübung "ADEPT CORMORANT" 2009 (Großbritannien).

-bcg-

Österreich: 22. Kosovo-Kontingent

Das am 19. März 2010 in der Liechtenstein-Kaserne (Allentsteig) durch Generalmajor Dieter Heidecker feierlich verabschiedete 22. österreichische Kontingent für den Kosovo-Einsatz. verlegte am 24. und 25. März in den Einsatzraum. Die Einsatzausbildung der rund 350 Soldaten des Kontingentes erfolgte beim Panzerbataillon 14 (Wels).

- Major Gerhard Oberreiter -

Österreich: Unteroffizierslehrgang Stabsfeldwebel Richard Mayer

Am 2. Juni 2010 erhielt der zweite Lehrgang "Militärische Führung 2" (ehemaliger Unteroffizierslehrgang) im Ennser Stadtsaal sein Lehrgangsabzeichen. Das heraldisch gestaltete Abzeichen enthält den Namensgeber des Lehrganges, ein Symbol, das dessen soldatisches Leben prägte, sowie die fortlaufende Nummer des Lehrganges. Seit 1995 wählen alle Grundausbildungslehrgänge zum Unteroffizier einen mit einer Tapferkeitsmedaille dekorierten Unteroffizier der k. u. k. Armee als Vorbild und Namensgeber.

Die 194 Unteroffiziersanwärter des Lehrganges, darunter zwei Soldatinnen, wählten als Namensgeber Stabsfeldwebel Richard Mayer. Dieser war Angehöriger des Infanterieregiments 14 "Hessen" und eroberte im Ersten Weltkrieg - bei einem Angriff am 7. Oktober 1915 auf Pioverna (Italien) - ein Maschinengewehr von den Italienern zurück und bediente dieses, bis er fiel. Stabsfeldwebel Richard Mayer erhielt dafür posthum die Goldene Tapferkeitsmedaille. Der Tradition der "Hessen" wird noch heute beim Panzerbataillon 14 (Wels) gedacht und der "Hessenmarsch" ist Teil vieler Blasmusikkonzerte.

- Major Gerhard Oberreiter -

Österreich: Seminar "Militärische Kulturen"

Das Seminar "Militärische Kulturen" fand vom 4. bis 6. Mai 2010 in der Towarek-Schulkaserne (Enns) statt. Veranstalter waren die Heeresunteroffiziersakademie in Kooperation mit dem Institut für Religion und Frieden in Wien.

Ist die Rede von einer militärischen Kultur überhaupt noch relevant? Wovon sind militärische Kulturen geprägt? Wie verhalten sich Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam zu militärischer Gewalt? Wodurch waren und sind die militärischen Kulturen etwa in China und in Afrika geprägt, wie in den Armeen der Blöcke während des Kalten Kriegs? Gibt es einen "miles europaeus"? Welche Auswirkungen hat die Verwendung von Militärrobotern für eine Kultur des Soldaten? Anlässlich des Internationalen Jahrs für die Annäherung der Kulturen 2010 setzten sich über 30 Teilnehmer mit Fragen wie diesen auseinander.

Ausgehend von einem Begriff von Kultur, der alles umfasst, was der Mensch hervorbringt, entwickelte z. B. Oberst dG Dr. Andreas Stupka (Landesverteidigungsakademie, Wien) ein Konzept für das Verständnis militärischer Kulturen: Der Staat ist eine zentrale Kulturleistung, sein Ziel ist die Zufriedenheit der Bürger. Dazu muss er diesen Schutz und Sicherheit gewährleisten, sein einziger Zweck ist, pointiert gesagt, der Friede. Um aber seinen Zweck erfüllen zu können, muss er wehrhaft sein und bedarf des Militärs als Instrument.

Em. Univ. Prof. DDr. Johann Maier gab u. a. einen Überblick über Quellen, Geltungsbereich und Inhalte des traditionellen jüdischen Rechts, besonders im Hinblick auf Staat und Kriegsrecht. Das jüdische Recht kennt zwei Arten des Krieges, den Pflicht- und den Wahlkrieg. Ein Pflichtkrieg wird geführt, wenn ein Angriff auf Israel droht. Dabei soll die Bedrohung möglichst schon im Vorhinein, außerhalb der Grenzen des Landes abgewehrt werden, damit das Land (kultisch) rein bleibt. Ein Wahlkrieg ist ein Krieg gegen Feinde Israels bzw. Gottes selbst. Der Wahlkrieg wird von der Regierung beschlossen und muss von der rabbinischen Autorität gebilligt werden.

General i. R. Karl Majcen, Generaltruppeninspektor von 1990 bis 1999, bestimmte den "miles europaeus", den europäischen Soldaten als den im europäischen Bewusstsein agierenden, global denkenden Soldaten eines demokratischen Rechtsstaats und Kernstück jedes europäischen Streitkräfteverbunds, der sich als stabilitätsfördernder Friedensbewahrer versteht. Er weiß um die humanistische Tradition Europas und um die daraus erwachsende Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte. Für andere Kulturen hat er Verständnis, er handelt auf Basis der guten Gebräuche seiner Heimat, orientiert sich von ihnen her an der Einheit in Vielheit und kann so Schrittmacher für das europäische Einigungswerk sein.

Bischofsvikar Dr. Werner Freistätter (Institut für Religion und Frieden, Wien) führte in die Grundzüge der Theorie des gerechten Kriegs ein, einer der bedeutendsten ethischen Traditionen der europäischen Geschichte zur Frage nach der Legitimität militärischer Konflikte. Der Begriff "gerechter Krieg" geht auf die antike Philosophie zurück. Später haben Theologen und Philosophen durch die Ausarbeitung ethischer Kriterien eines "gerechten Kriegs" versucht, auf die spezifischen sicherheitspolitischen und militärethischen Herausforderungen ihrer Zeit zu antworten.

DI Gerald Schinagl (Buddhistische Religionsgemeinde) ging dem Verhältnis von Buddhismus und militärischer Gewalt in (ehemals) buddhistisch geprägten Staaten nach, darunter Sri Lanka (der Einsatz der großteils buddhistischen Soldaten wurde u. a. mit dem Schutz des Buddhismus gegen Angriffe begründet), China (die chinesischen Kaiser hielten die Buddhisten zunächst für Drückeberger) und Japan (der Buddhismus verband sich dort mit dem Ethos der Samurai).

Dipl. Päd. Moussa Al-Hassan Diaw M.A. (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) stellte die Position der islamischen Orthodoxie zum Verhältnis von Islam und Gewalt vor. Der Islam geht davon aus, dass Gewalt nie ganz vermieden werden kann, er ist nie pazifistisch gewesen. Die Kriegführung unterliegt nach islamischem Recht allerdings strengen Regeln und Einschränkungen: Krieg darf nur von der legitimen Autorität erklärt werden, das war ursprünglich der Kalif, der Nachfolger Mohammeds. Krieg darf weiters nur zur Verteidigung der islamischen Gemeinschaft und des Islam geführt werden, Unschuldige sollen nicht verletzt und die Lebensgrundlage der Zivilbevölkerung nicht mutwillig zerstört werden. Die Mehrzahl der konservativen islamischen Gelehrten ist der Ansicht, dass Selbstmordattentate, Dschihad-Ideologie und Terrorismus islamischem Recht widersprechen.

Mag. Gerhard Dabringer (Institut für Religion und Frieden) zeigte, in welchem Ausmaß unbemannte Systeme in der Luft und auf dem Boden bereits im Einsatz sind und wies auf deren rechtliche und ethische Problematik hin: Rechtliche Regelungen auf internationaler Ebene speziell zu unbemannten Systemen fehlen. Ungeklärt ist u. a. auch, wer für ein rechtlich/moralisch relevantes Fehlverhalten der Systeme verantwortlich ist, wie autonom solche Systeme sein dürfen und wie hoch die Bereitschaft der Öffentlichkeit ist, Fehler mit tödlichem Ausgang zu tolerieren.

Nach Dr. Gerald Brettner Messler (Landesverteidigungsakademie) dient Sicherheitspolitik in China vor allem dazu, die Wirtschaft und internationale Handelswege (v. a. auf See) abzusichern. Daran orientiert sich auch die militärische Planung, und auch deshalb investiert China vor allem in Luftwaffe und Marine. Eine weitere Aufgabe ist die Absicherung der Alleinherrschaft der Kommunisten nach innen.

MilSenior DDr. Karl-Reinhart Trauner (Evangelische Militärsuperintendentur, Wien) stellte die Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche "Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen." aus dem Jahr 2007 vor. Darin versuchen die Autoren, einen ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln, bei dem militärische Maßnahmen nur eine Dimension unter anderen darstellen. Weil das Ziel (auch) militärischer Operationen immer nur dauerhafter Friede sein kann, spricht die Denkschrift von Friedens-, nicht von Kriegsethik und wendet sich deshalb auch von der klassischen Theorie des Gerechten Kriegs ab, hält aber fest, dass deren Kriterien nach wie vor sinnvoll sind und nicht aufgegeben werden dürfen.

Dr. Gerald Hainzl (Landesverteidigungsakademie) zeigte auf, dass in Afrika die meisten aktuellen militärischen Konflikt um das Horn von Afrika und in der südlichen Sahelzone stattfinden, grob entlang wichtiger sprachlicher und religiöser Grenzen. Man sollte aber vorsichtig sein, darin die Ursache der Konflikte zu sehen. Große Bedeutung hat das koloniale Erbe, politische und wirtschaftliche Beziehungen zu anderen Staaten sowie die ethnische Zugehörigkeit. Hainzl sah durchaus positive Entwicklungen, sind doch knapp 20 afrikanische Staaten nicht sehr krisenhaft.

Oberrat Dr. Mario Christian Ortner (Heeresgeschichtliches Museum, Wien) sprach über Multinationalität in der österreichisch(-ungarisch)en Armee der Monarchie. Im 17. Jahrhundert wurden die Soldaten noch international angeworben, die Loyalität galt dem, der sie bezahlte. In der Folge kam das Militär zunehmend unter staatliche Loyalität. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in Reaktion auf Entwicklungen im revolutionären Frankreich (Volksheer) die Landwehr. Nach der Heeresreform von 1868 (allgemeine Wehrpflicht) waren die Kommandosprachen Deutsch und Ungarisch, Regimentssprache war jede Sprache, der sich mindestens 20 Prozent der Truppen zurechneten. Insgesamt bezeichneten sich ein Viertel aller Soldaten deutsch-, fast ein Viertel ungarisch- und 13 Prozent tschechischsprachig. Militärische Heimat war das Regiment, das oft den Standort wechselte, auch um keine zu engen Beziehungen zur Bevölkerung des Umlandes aufzubauen, gegen die im Fall eines Aufstands vorzugehen war.

Univ. Doz. Dr. Erwin A. Schmidl (Landesverteidigungsakademie) sprach über kulturelle Grenzen und Vermischungen während des Kalten Kriegs. Als sicher dürfte gelten, dass beide Seiten relativ schnell zur nuklearen Option gegriffen hätten (z. B. der Einsatz taktischer Atomwaffen zur Beseitigung von Sperren). Nicht selten hätte man deren geplanten Einsatz wahrscheinlich nicht überlebt. In den Planungen zeigt sich auch eine Diskrepanz zwischen militärischen und politischen Zielen. Die politische Absicht zielte ja nicht auf die Zerstörung des Gegners und seiner Infrastruktur ab, sondern auf Machtübernahme. Die westliche Seite rechnete übrigens mit der Hilfe Österreichs. In der militärischen Kultur setzte die Bundeswehr auf völligen Neuanfang. Das Selbstverständnis der Nationalen Volksarmee hingegen wies Bezüge zur preußischen Tradition auf, nicht nur zu den Befreiungskämpfen sondern auch zum preußischen Militarismus.

- Mag. Christian Wagnsonner -

Österreich: Militärmusik-Festival 2010

Am 18. Juni 2010 fand im Linzer Stadion auf der Gugl das Militärmusik-Festival statt. Organisiert vom Militärkommando Oberösterreich präsentierten sich alle neun österreichischen Militärmusiken, die Musikvereine Siebenbürger Vorchdorf und Ungenach sowie das Gardemusikorchester der Serbischen Streitkräfte dem Publikum.

Ca. 10 000 Besucher ließen sich das um 1900 Uhr beginnende Spektakel nicht entgehen. Eröffnet wurde das Festival mit den Rasenshows der beiden Musikvereine des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes und der Militärmusikkapellen. Vor allem die Gardemusik und die Soldaten des Gardebataillons, die zur "Arrival"-Polka von Mike Oldfield artistische Gewehrgriffe präsentierten, begeisterten die Zuseher.

Den Einzeldarbietungen folgte der konzertante Teil: Dirigiert von Militärmusikchef Oberstleutnant Mag. Bernhard Heher führten alle österreichischen Militärmusiken gemeinsam, unter Einbindung des serbischen Orchesters und der zivilen Musikkapellen Werke von Thomas Doss, Werner Brüggemann, Andrew Lloyd Webber, Hannes Apfolterer und Valerie Khalilov auf. Der serbische Kapellmeister, Oberstleutnant Stanislav Stojilikovic, dirigierte ein Werk des oberösterreichischen Komponisten Anton Bruckner.

Der Höhepunkt des Festivals bildete die Aufführung des Großen Österreichischen Zapfenstreiches, der nach fast drei Stunden Musikgenuss die Veranstaltung beendete.

Zahlreiche Prominente wie Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer sowie die Generalstabschefs von Österreich und der Schweiz kamen zu diesem Festival. Die letzte derartige Veranstaltung fand vor zehn Jahren statt - ebenfalls im Linzer Stadion.

-mb-

Österreich: "Musen an die Front!"

Im Landtechnikmuseum Burgenland (St. Michael, Schulstraße 12) läuft bis Ende August 2010 die Ausstellung "Musen an die Front!" Thema dieser Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins München in Kooperation mit dem Landtechnikmuseum Burgenland sind Schriftsteller und Künstler im Dienst der k. u. k. Kriegspropaganda von 1914 bis 1918.

1914 entstand als Sondereinheit der österreichisch-ungarischen Armee das sogenannte Kriegspressequartier, das die öffentliche Meinung beeinflussen und für den Krieg gewinnen sollte. Es bot Journalisten, Schriftstellern, Fotografen, Malern und Grafikern die Möglichkeit, anstelle des Dienstes mit der Waffe Kriegspropaganda mit der Schreibmaschine, dem Zeichenstift, der Kamera usw. zu machen.

-red-

Österreich: Schiebel erneuert Partnerschaft mit dem Bundesheer

Das Elektronikunternehmen Schiebel erneuerte am 3. Mai 2010 die seit 1997 bestehende Partnerschaft mit der Pioniertruppenschule des Österreichischen Bundesheeres. Gemeinsam konnten in den letzten Jahren mehrere Projekte umgesetzt werden. Derzeit sind nach Firmenangaben u. a. mehr als 80 Minensuchgeräte der Firma Schiebel beim Österreichischen Bundesheer im Einsatz, darunter der zusammenlegbare MIMID (Miniature Mine Detector). International bekannt wurde Schiebel auch durch den CAMCOPTER S-100, einer für eine Vielfalt militärischer Aufgaben geeigneten Hubschrauber-Drohne.

Ziel der bisher 157 Partnerschaften des Bundesheeres mit österreichischen Unternehmen ist es, durch Zusammenwirken das Vertrauen in die sicherheitspolitische Konzeption Österreichs zu stärken und die Akzeptanz der militärischen Landesverteidigung zu erhöhen.

-red-

Österreich: Soldatenchor - Wiedersehen nach 30 Jahren

Begeisterte Zuhörer bei mehr als 50 Auftritten in der Steiermark, Beiträge im ORF (Fernsehen und Radio) sowie in den Printmedien: das war 1979/1980 die erfreuliche Bilanz des Soldatenchores der 1. Kompanie des Landwehrstammregimentes 54 (Graz). Nach 30 Jahren - am 17. April 2010 - trafen einander die Sänger in der Kirchnerkaserne wieder, gemeinsam mit dem Initiator Oberst i. R. Manfred Oswald und dem Chorleiter Reinhold Haring.

Der damalige Kompaniekommandant, Manfred Oswald, hatte das Potential der im Oktober 1979 eingerückten Grundwehrdiener, darunter viele "späteinberufene" Lehrer, erkannt. Das brachte ihn auf die Idee, einen Soldatenchor zu gründen. Mit Reinhold Haring stand diesem ein versierter Chorleiter zur Verfügung. Das Ziel war, die Adventfeier in der Kaserne zu gestalten. Doch nachdem sich das Militärkommando Steiermark von der Qualität des Chores überzeugt hatte, ging es Schlag auf Schlag: Eine einzigartige Institution mit beachtlicher Öffentlichkeitswirksamkeit war entstanden. Den ersten Schwerpunkt bildeten Adventfeiern und die musikalische Umrahmung von Gottesdiensten, Anfang 1980 bis zum Abrüstertermin Ende März waren es dann Volksmusikveranstaltungen. Die Auftrittsorte waren vor allem Altenheime, Schulen und Kindergärten.

Beim Treffen am 17. April dankte die ehemalige Sängerschar dem kulturbewussten, engagierten Oberst i. R. Manfred Oswald für seine damalige Förderung des Chores, aber auch für die Gastfreundschaft beim erstmaligen Wiedersehen nach 30 Jahren. Gerne erinnerte man sich, mit welche Freude und Dankbarkeit die Darbietungen des Chores von den Zuhörern aufgenommen worden waren. Die Konzerte waren - v. a. für viele ältere Menschen - gleichsam eine Medizin für die Seele gewesen.

Oberst i. R. Oswald, ein jahrzehntelanger Vorkämpfer der Erinnerungskultur im Österreichischen Bundesheer, wurde im Jahre 2010 von der Steiermärkischen Landesregierung mit dem Menschenrechtspreis gewürdigt. In seiner Arbeit bestärkte Oswald auch die damalige Unterschriftenaktion des Soldatenchores zur Erreichung eines Mahnmals am Feliferhof zum Gedenken an die dort hingerichteten NS-Opfer.

- Dr. Kurt Herler (ehem. Chormitglied) -

Deutschland: Die Militärische ELROB

Ein Soldat im Splitterschutzanzug versucht unter Einsatz seines Lebens einen Sprengsatz zu entschärfen. Geht es nach den Veranstaltern der European Land Robot Trials (ELROB), sollen Szenen wie diese bald der Vergangenheit angehören. Sogenannte DDD-Aufgaben (dull, dirty, dangerous) könnten künftig Roboter durchführen.

Bei der vom 17. bis 20. Mai 2010 an der Infanterieschule in Hammelburg (Deutschland) stattfindenden militärischen ELROB maßen sich 47 Entwicklerteams mit insgesamt 17 Robotsystemen an verschiedenen Aufgaben.

Die Veranstalter hatten mit Aufklärung und Transport zwei Aufgabenspektren definiert, die von den Teams auf unterschiedlichen Parcours bewältigt werden sollten. Der Bereich Aufklärung umfasste dabei neben dem Aufklären von Personen auch die Lokalisierung nuklearer, biologischer und chemischer Kampfstoffe. Der Bereich Transport umfasste das autonome Fahren im Konvoi und das vollständig autonome Bewältigen eines Parcours.

- Mag. Gerhard Dabringer -

Europa: Taktische Reise für internationale Journalisten

Mit der EMPA Journalist’s Tour 2010 startete die European Military Press Association ihren Balkanschwerpunkt in der Absicht, die Ziele der Balkaninitiative des BMLVS zu unterstützen und in der europäischen Militärpresse zu positionieren.

Zehn Militärjournalisten aus Kroatien, Lettland, Norwegen, Österreich, Serbien und Slowenien bereisten vom 18. bis 22. Juni Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina. Ziel der Reise war

  • die Teilnehmer mit der Militärgeschichte des Westbalkans vertraut zu machen, um die Hintergründe der Auseinandersetzungen in den 1990er-Jahren zu erläutern,
  • die aktuelle sicherheitspolitische und militärische Lage zu diskutieren und
  • den Kontakt zu Repräsentanten der bosnischen Militärpresse herzustellen.

Die besonders ausgeprägte geografische Situation Westbosniens schränkt seit jeher die taktischen Einsatzvarianten stark ein. Dadurch waren in nahezu allen militärischen Auseinandersetzungen in diesem Raum die Bewegungslinien und Sperrmöglichkeiten in ähnlicher Form vorgegeben. So konnte die Militärgeschichte mehrerer Jahrhunderte im Gelände dargestellt werden: die Einrichtung der Österreichischen Militärgrenze im 16. Jahrhundert, die Okkupation Bosniens und der Herzegowina 1878 in der Folge des Berliner Kongresses, die Unternehmen "Weiß" und "Rösselsprung" der Deutschen Wehrmacht 1943 sowie die Operationen in den 1990er-Jahren.

Die detaillierte Kenntnis dieser Operationen bildet die Grundlage für das Verständnis der politischen Entwicklung bis zum Ende Jugoslawiens. Unter den teilnehmenden Journalisten aus Slowenien, Kroatien und Serbien ergaben sich interessante Diskussionen sowohl aufgrund unterschiedlicher historischer Zugänge als auch hinsichtlich deren persönlichen Betroffenheit durch den Krieg von 1992 bis 1995.

Zur Erläuterung der aktuellen Lage am Westbalkan erfolgte zunächst eine Einweisung im Regional Arms Control Verification and Implementation Assistence Center (RACVIAC).

Der Kommandant von EUFOR "Althea", Generalmajor Mag. Bernhard Bair, empfing die Teilnehmer persönlich und erläuterte die Aufgaben seiner Truppe.

Es folgten eine eindrucksvolle Vorführung der Fähigkeiten der Integrated Police Unit (IPU), insbesondere im Bereich der Crowd and Riot Control (CRC) sowie grundlegende Informationen über die Aktivitäten im Bereich PSYOPS und MEDIAOPS.

Im Peace Support Operations Training Center (PSOTC) wurde über die Neugliederung der Armee von Bosnien und Herzegowina informiert sowie deren Ausrichtung auf PSO besonders unterstrichen.

Höhepunkt der EMPA Journalist’s Tour 2010 war ein "Office Call" beim Hohen Repräsentanten, Botschafter Dr. Valentin Inzko, der über die politische Situation in Bosnien, insbesondere im Zusammenhang mit den Wahlen im Oktober referierte.

Abgerundet wurde die Reise durch einen Besuch der Redaktion des "Hrvatski vojnik" sowie ein Treffen mit dem Public Affairs Officer des bosnischen Generalstabschefs. Dabei ergab sich die Gelegenheit, eine Einladung zur EMPA-Mitgliedschaft auszusprechen, um die Integration in diese internationale europäische Vereinigung, deren Mitglieder die euro-atlantischen Sicherheitsstrukturen repräsentieren, voranzutreiben. Durch die Vernetzung bosnischer Vertreter der militärischen Öffentlichkeitsarbeit mit der EMPA kann auf der Ebene der Militärpresse ein Beitrag zur weiteren verteidigungspolitischen Stabilisierung der Region geleistet werden.

Die Berichterstattung über die EMPA Journalist’s Tour 2010 in der europäischen (Militär-)presse, unter anderem im "Kurier", in "Forsvarets Forum" (Norwegen), "Slovenska vojska" (Slowenien) und "Hrvatski vojnik" (Kroatien) sowie ein Film der lettischen Agentur "Tevijas Sargs" machten auch die nachhaltige militär- und verteidigungspolitische Positionierung Österreichs im sicherheitspolitischen Schwerpunktraum Balkan sichtbar. Vor allem durch die österreichische Expertise konnte den internationalen Journalisten während dieser Reise eine aktuelle und umfassende Information über die Region vermittelt werden.

- aj -

China: Hochgebirgseinsätze

Im Mai befanden sich noch immer über zehntausend Soldaten und Angehörige der bewaffneten Polizei im Erdbebeneinsatz. Der Flughafen von Yushu, über den ein Teil der Versorgung läuft, liegt auf fast 4 000 (!) Metern Höhe, acht der ihn umgebenden Berge sind sogar "Fünftausender". Probleme für die Einsatzkräfte bringt deshalb nicht nur das Wetter (Schneestürme) sondern auch die Höhenkrankheit. Deshalb kümmert sich eine eigene Teileinheit mit 15 Ärzten und Sanitätern um die erkrankten Soldaten. Zur Ausrüstung dieser Teileinheit gehören Medikamente für ca. 5 000 Betroffene und 145 Sauerstoffflaschen. Darüber hinaus wurden 10 000 Informationsblätter zum Thema Höhenkrankheit an die Truppe verteilt.

Soldaten die ständig in ca. 4 000 Metern Seehöhe operieren, sind in China kein Einzelfall. Entlang der Südgrenze Chinas entstehen derzeit neue Unterkünfte für die Grenztruppen. Nach dem modernsten Wissensstand ausgestattete Gebäude sollen die sichere und lebenswerte Unterbringung der Grenzsoldaten in Höhen von 4 000 Metern gewährleisten. Die verwendeten Materialien müssen die Wetterbedingungen der Stationierungsorte (durchschnittliche Höhe von 4 000 Metern) langfristig aushalten und die Soldaten vor der intensiven Ultraviolettstrahlung schützen.

Ende Mai endete eine Gebirgsübungsserie in Zentraltibet. Eine mechanisierte Infanteriebrigade hatte dort Angriff, Verteidigung und Elektronische Kampfführung im Hochgebirge (4 500 Meter) geübt. Das Militärkommando Tibet gewann dadurch Erkenntnisse zur Verbesserung der Hochgebirgsausrüstung und der Einsatzgrundsätze.

-nt-

China: Umweltschutz auf Übungsplätzen

Seit 2009 werden im Bereich des Militärkommandos Nanjing nach Übungen mechanisierter Truppen die Böden des Übungsgeländes wieder aufgelockert. Dadurch erholt sich die Vegetation deutlich. Künftig soll in ganz China der Pflege der Böden der Übungsgebiete mehr Aufmerksamkeit zukommen. Übungen mechanisierter Kräfte sollen ab nun - um den Böden Zeit zur Erholung zu geben - nicht stets im gleichen Gebiet stattfinden.

-nt-

China: Neue Waffensysteme für den Seekrieg

Die neuen chinesischen Unterseeboote der Yuan-Klasse sind Boote der Dritten Generation und sollen fast geräuschlos sein. Drei davon sollen sich im Einsatz befinden. Sie ähneln den deutschen U-Booten der Klasse 214. Derzeit werden in China bereits U-Boote der Vierten Generation entwickelt. Auch ein (dieselgetriebener) Flugzeugträger für 60 Luftfahrzeuge befindet sich im Bau (Fertigstellung vermutlich 2015).

Die Land-See-Rakete "Ostwind" 21 wurde speziell zur Bekämpfung von Flugzeugträgern entwickelt. Mit einer Startmasse von 15 Tonnen und einem 500-kg-Gefechtskopf wird ihre Reichweite auf 1 200 bis 2 500 km geschätzt. Die Treffgenauigkeit beträgt angeblich plus/minus zehn Meter. Die Steuerung erfolgt mittels Radar oder Infrarot. China verfügt gegenwärtig über 60 bis 80 dieser Raketen sowie über 60 mobile Starteinrichtungen.

-nt-

China: Matrosen üben Entererabwehr

Matrosen der chinesischen Handelsmarine erhalten derzeit eine Ausbildung, wie man mit Bordmitteln (Enterhaken, selbsthergestellte Schleudern) und paramilitärischen Mitteln (Brandflaschen) Piratenangriffe abwehren kann.

Nach Angaben der chinesischen Marine, schützten chinesische Kriegsschiffe seit Beginn ihres Einsatzes im Indischen Ozean und am Horn von Afrika mehr als 2 000 Handelsschiffe vor Piratenangriffen. Die meisten Handelsschiffe werden dabei in Konvois durch die gefährdeten Seegebiete geführt.

-nt-

China: Manöver mit Hubschraubern

Ende Mai/Anfang Juni fanden im Bereich des Militärkommandos Jinan Manöver der Luftstreitkräfte statt. Im Zuge dieser Manöver wurde - intensiver als sonst - Luftkampf, Tiefflug, Außenlandungen und Alarmstarts von Kampfhubschraubern sowie das tiefe Eindringen und das "Überleben" von Transporthubschraubern in Feindgebiet bei Tag und Nacht geübt. Das soll auch einen Neubeginn bei den Hubschrauberkräften signalisieren. Diese sollen künftig nicht nur Hilfs- und Transportmittel der Teilstreitkräfte sein sondern eine Kampfformation im Luftraum.

-nt-

China: Online Rekrutierung wird gut genutzt

Über 100 000 Hochschulabsolventen haben das neue Online Rekrutierungsprogramm der chinesischen Streitkräfte zur Bewerbung genützt. Die Bewerbungsfrist endete am 15 Juni. Für dieses Jahr planen die Streitkräfte die Aufnahme von 150 000 Universitätsabsolventen. Vorrangig werden Bewerber aus den Gebieten Wissenschaft und Technik aufgenommen. Mitte Juni unterzogen sich auch 30 000 Bewerber für die Militärakademie der Aufnahmsprüfung (Jahrgangsstärke 4 100 Militärakademiker).

-nt-


Deutschland: Wehrdienstzeit verkürzt

Der deutsche Bundestag hat am 17. Juni 2010 mit den Stimmen der CDU und der FDP die Verkürzung der Dienstzeit der Wehrpflichtigen von neun auf sechs Monate beschlossen. Die Politiker erhoffen sich davon - gekoppelt mit einer Verminderung der Gesamtstärke der Bundeswehr - Ersparnisse im Wehrbudget. Der Zivildienst kann künftig freiwillig um bis zu sechs Monate verlängert werden.

Nuntius besuchte das Bundesheer

Anlässlich des hundertjährigen Bestandsjubiläums der Militärpfarrkirche St. Johann Nepomuk am Fasangarten (Wien, Hietzing) besuchte der Apostolische Nuntius und Doyen des Diplomatischen Corps, Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, am 10. Mai 2010 auf Einladung von Militärbischof Mag. Christian Werner erstmals das Österreichische Bundesheer.

Die Offiziersgesellschaft ist 50

Am 9. Juni 2010 feierte die Österreichische Offiziersgesellschaft ihr fünfzigjähriges Bestehen. Der Festakt im Parlament erfolgte unter Anwesenheit des Bundespräsidenten, des Verteidigungs- und des Außenministers, der Parlamentspräsidentin und höchster Offiziere. Die Offiziersgesellschaft sieht sich seit ihrem Bestehen als "das wehr- und sicherheitspolitische Gewissen" der Republik Österreich.

Mehr Österreicher für EUFOR "Althea"

Das Österreichische Bundesheer hat seine Kräfte in Bosnien und Herzegowina im Juli 2010 um rund 200 Soldatinnen und Soldaten verstärkt und damit seine Kräfte bei EUFOR "Althea" nahezu verdoppelt. Diese Verstärkung ist hinsichtlich der Gesamtstärke von EUFOR "Althea" - aber auch unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Bundesheeres - beträchtlich und wird international hoch geschätzt.

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