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Editorial

Nach den politischen Entscheidungen in Schweden und Deutschland ist auch bei uns die Wehrpflichtdebatte neu entbrannt. Obwohl ein Vergleich der Wehrsysteme dieser Länder mit Österreich nicht möglich ist, werden auch hierzulande mehr oder weniger gute Argumente zur Aussetzung bzw. Abschaffung der Wehrpflicht ins Treffen geführt. Die Fakten sprechen allerdings klar für die Beibehaltung der Wehrpflicht.

Ein Berufsheer wäre infolge der budgetären Möglichkeiten wesentlich kleiner, auf Auslandseinsätze ausgerichtet, mit geringen Personalreserven ausgestattet und daher kaum in der Lage, die Inlandsaufgaben abzudecken. Diese werden aber in Zukunft an Bedeutung gewinnen und sind ohne eine entsprechende Anzahl von Grundwehrdienern nicht erfüllbar.

Ein sicherheitspolizeilicher Assistenzeinsatz zum Schutz kritischer Infrastrukturen erfordert ebenso eine entsprechende Masse an "Gewehrträgern" wie die Hilfeleistung bei Katastrophen größeren Ausmaßes.

Gerade durch die Bewältigung der Inlandsaufgaben wird die Präsenz des Bundes- heeres sichtbar und der Sinn der Wehrpflicht erklärbar. Die von Österreich erwartbaren Auslandseinsätze werden mit einer kleinen, bereits vorhandenen, Berufskomponente immer erfüllbar sein.

Die Wehrpflicht erfüllt darüber hinaus eine wesentliche Aufgabe in der Rekrutierung von Berufssoldaten, deren Aufbringung stark vom Arbeitsmarkt abhängig ist. Ohne Präsenzdienst wären viele nur schwer zu erreichen.

In der Größenordnung mit Österreich vergleichbare Staaten, die von der Wehrpflicht abgingen, mussten äußerst schlechte Erfahrungen mit der Rekrutierung von ausreichend qualifiziertem Personal machen und sehen sich der schleichenden Auflösung ihrer Streitkräfte gegenüber.

Wer die Abschaffung der Wehrpflicht fordert, betreibt die Auflösung des Bundesheeres. Er sollte aber auch seriös erklären, wer dann der Bevölkerung noch so preiswert "Schutz und Hilfe" bietet.

Dr. Jörg Aschenbrenner, Chefredakteur TRUPPENDIENST

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