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Militärmuseen: Das Museum von Karfreit

Ein Denkmal für die unbekannten Soldaten

Was in Deutschland und Österreich als Durchbruchsschlacht von Flitsch und Tolmein in die Geschichtsbücher einging, heißt bei den Italienern die Katastrophe von Caporetto (Karfreit, heute Kobarid). Und genau dort, im Zentrum des damaligen Geschehens, in Kobarid in Slowenien, befindet sich ein sehenswertes Museum über den Verlauf des Ersten Weltkrieges und dessen Folgen im Isonzotal.

Adresse: Gregorciceva ulica 10, SI-5222, Kobarid.

Öffnungszeiten: von April bis Sep¬tem¬ber von 9 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags bis 19 Uhr; von Oktober bis März von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags bis 18 Uhr.

Eintritt: Normalpreis 5 Euro, Schüler und Senioren 4 Euro, Volksschüler 2,50 Euro.

Homepage: www.kobariski-muzej.si .

In elf Isonzo-Schlachten waren im Ersten Weltkrieg hunderttausende österreichische und italienische Soldaten gestorben, oft nur für einen Geländegewinn von ein paar hundert Metern. Im Oktober 1917 sollte damit Schluss sein: Eine gemeinsame Offensive von Österreichern und Deutschen aus dem Raum von Flitsch und Tolmein (heute Bovec und Tolmin, Slowenien) sollte den erhofften Durchbruch bringen. Der Erfolg war tatsächlich durchschlagend: die Italiener wurden bis zur Piave getrieben. Der Zusammenbruch Italiens wurde aber mit Hilfe der Briten und Amerikaner verhindert … Wie in kaum einem anderen Militärmuseum wird in Kobarid die Geschichte einfacher Männer erzählt, die in die eine oder die andere Uniform gesteckt wurden, gekämpft und gelitten haben, verwundet wurden und gestorben sind.

Schon wenn man das Gebäude betritt, wird man überrascht: Links und rechts sind die Fahnen aller Länder aufgepflanzt, die am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Eine Landkarte zeigt die Folgen des "Weltenbrandes" nach 1918. Nicht Kanonen und Uniformen prägen das Bild der Ausstellung, sondern Grabsteine und rostige Funde, die man in der Erde der Gegend gemacht hat und man sie vielfach noch machen kann. Auch fast hundert Jahre nach seiner Entfesselung sind im Isonzotal immer noch Spuren des Ersten Weltkrieges gegenwärtig - von Festungsbauten über Soldatenfriedhöfe bis zu verrosteten Stahlhelmen und Uniformfetzen. Deshalb bietet das Museum auch geführte Touren im Gelände an (nicht im Eintrittspreis inbegriffen; Anm.).

Thematische Schwerpunkte des im Jahre 1990 eröffneten Museums sind

  • der Krieg im Hochgebirge, vor allem um den damals hart umkämpften Krn (2245 m, ostwärts von Kobarid) und
  • die österreichisch-deutsche Offensive in der 12. Isonzoschlacht.

Der Krn und dessen benachbarte Gipfel sind in einem großartigen Relief im Maßstab 1:1 000 dargestellt, das einen Überblick über die verzahnte Front bietet. In einer nachgebauten Kaverne liest ein italienischer Soldat erschütternde Briefe an seine Eltern vor.

Die ehemalige Offiziersunterkunft am damals italienisch besetzten Krn-Gipfels bildet übrigens das Fundament für das heutige Schutzhaus, in dem einander jetzt Touristen aller Herren Länder treffen. In der Zwischenkriegszeit, während der das Isonzotal zu Italien gehörte, hatten die Faschisten am Krn - von den Italienern Monte Nero genannt - ein monumentales Denkmal errichtet, das allerdings später gesprengt wurde.

Das Museum von Kobarid ist viersprachig: Alle Beschriftungen, Filme und Tonbänder sind in slowenischer, italienischer, deutscher und englischer Sprache vorhanden.

Autor: Mag. Uwe Schwinghammer

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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