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Das MEDEVAC-Modul C-130

Die "fliegende Intensivstation" des Österreichischen Bundesheeres

Das Medical Evacuation Modul (MEDEVAC-Modul) für das Lufttransportsystem "Hercules" C-130K befähigt das Bundesheer, verletzte und erkrankte Österreicher rasch und sicher aus Einsatzräumen zu repatriieren.

Für Soldaten im Auslandseinsatz besteht stets ein erhöhtes Risiko, verletzt zu werden oder zu erkranken. Es ist aber meist unmöglich, unmittelbar am Einsatzort die erforderliche hochqualitative medizinische Versorgung (schwierige Operationen, Spezialbehandlungen, …) durchzuführen. Deshalb müssen die Patienten rasch und ohne Unterbrechung der medizinischen Versorgung dorthin gebracht werden, wo die erforderlichen Behandlungen erfolgen oder weitergeführt werden können (Medical Evacuation - MEDEVAC).

Um Aufträge - insbesondere in internationalen Einsätzen - erfüllen zu können, muss daher auch das Österreichische Bundesheer fähig sein, Patienten-Lufttransporte autark durchzuführen. 2005 wurde deshalb (unter Federführung der Abteilung Strukturplanung) ein militärisches Pflichtenheft für ein System zur Repatriierung von erkrankten oder verletzten österreichischen Staatsbürgern aus möglichen Einsatzräumen bzw. Krisengebieten erarbeitet. 2006 erfolgten die Leistungsbeschreibung für dieses System durch die Luftzeugabteilung und die Einleitung der Beschaffung. Als Ergebnis des Verhandlungsverfahrens nach dem Bundesvergabegesetz erfolgte am 15. Jänner 2008 der Vertragsabschluss mit der Firma Air Ambulance Technology (Ranshofen, Österreich). Nach Abschluss des Design-Prozesses begann im Juni 2008 die Produktion. Das MEDEVAC-Modul C-130 wurde im März 2009 ausgeliefert. Bis Jänner 2010 folgten die Abnahme, die Erprobung, die Einschulung des Fachpersonals sowie das Zulassungsverfahren zur Verwendung im Lufttransportsystem "Hercules" C-130K. Das Modul ist aber auch in zivilen Luftfahrzeugen einsetzbar (z. B. im EADS "Airbus" oder in Boeing-Großraumtransportern).

Die Übergabe an die Truppe erfolgte am 8. April 2010 in Linz/Hörsching. Gerätehalter des MEDEVAC-Moduls C-130 ist die fliegertechnische Kompanie 130 und des zugehörigen Sanitätsausrüstungssatzes die 1. Flugbetriebskompanie des Kommandos Luftunterstützung.

Die Hauptbaugruppen des MEDEVAC-Moduls sind

  • das Gehäuse (20-Fuß-Container),
  • die Intensive Care Unit (Betreuungseinrichtung für Intensivpatienten),
  • die Non Intensive Care Unit (Betreuungseinrichtung für Nichtintensivpatienten),
  • die Sauerstoffstation,
  • das Galley-System (sinngemäß "Servicebereich") und
  • die Sitze für das medizinische Begleitpersonal.

Im MEDEVAC-Modul können je nach Konfiguration

  • entweder zwei Intensivpatienten (zwei Intensive Care Units),
  • ein Intensivpatient und bis zu drei Patienten ohne Intensivbetreuung (eine Intensive Care Unit und eine Non Intensive Care Unit) oder
  • bis zu neun Patienten ohne Intensivbetreuung (maximal drei Non Intensive Care Units)

in vibrationsgedämpfter und lärmgeschützter Umgebung transportiert werden. Weiters bietet das Modul bis zu fünf Personen (medizinisches Begleitpersonal) zur Patientenbetreuung Platz. Die Besatzung des MEDEVAC-Moduls C-130 besteht zumindest aus drei Personen: einem Notarzt (als Kommandanten) und zwei Sanitätsunteroffizieren.

Das Gehäuse

Das Hauptelement des Gehäuses ist ein 20-Fuß-ISO-Container C1 (Länge ca. 6 m, Volumen ca. 38 m3, selbsttragende Aluminiumkonstruktion), der auch der Aufnahme der Betreuungseinrichtungen für den Patientenlufttransport dient.

Den Rahmen des Gehäuses bilden mit Masse freitragende Aluminiumprofile, die Vibrationsdämpfung erfolgt über einen darübergestülpten weiteren Rahmen, in dem die Schwingungsdämpfer installiert sind.

Die isolierte Bodenplatte befindet sich über einem umlaufenden stählernen Bodenrahmen mit stabilen Querträgern. Die Isolierung ist durchgehend, um Wärmebrücken zu vermeiden. Auf der Bodenplatte befindet sich ein rutschfester Noppenbelag ("Flightfloor").

Die Wände und das Dach bestehen aus Alucopan-Sandwichelementen mit FCKW-freiem (fluorkohlenwasserstofffreiem) Hartschaum-Isolierkern. Die mit Aluminiumprofilen verbundenen stirn- und längsseitigen Elemente sind einzeln auswechselbar. An den Innenwänden befindet sich ein zusätzlicher luftfahrttauglicher Lärmschutz.

In den Stirnseiten sind je eine Türe (2 050 x 800 mm) und ein Fenster angebracht, die auch (während des Starts und der Landung) geöffnet arretiert werden können. Die Türöffnungen sind mit nachtleuchtender Farbe gekennzeichnet.

Die Außenwände verfügen über Druckentlastungsöffnungen mit Sollbruchstellen.

Die Klimatisierung des Gehäuses erfolgt über die Bordanlage des Transportflugzeuges mittels eines Lufteinlasses unten und eines Auslasses mit Absaugventilator oben.

Zur Innenbeleuchtung dienen dimmbare Beleuchtungskörper mit Leuchtdioden, zusätzlich dazu existiert eine über eine Notstrombatterie versorgte Notbeleuchtung.

Die Sprechverbindung (Intercom) vom MEDEVAC-Modul zur Besatzung des Luftfahrzeuges ist in der Galley (Bordküche, hier sinngemäß "Servicebereich") installiert. Zusätzlich wird dort eine vom Cockpit ein- und ausschaltbare Signallampe als ein weiteres Verbindungselement angebracht.

Im Gehäuse befinden sich Halterungen für die Sauerstoffnotversorgung für das Begleitpersonal sowie links und rechts oben durchgehende, mit Klappen verschließbare Gepäckablagen zum Verstauen von medizinischem Material, Decken, Kopfpölstern und sonstigen Utensilien sowie des persönlichen Gepäcks der Patienten und des Begleitpersonals.

Die Einrichtung, die Sitze und die Patientenbetreuungssysteme sind an den im Noppenbelag der Bodenplatte laufenden Schienen (Airline-Sitzschienen) befestigt.

Die Intensive Care Unit

Die schnell und relativ einfach ein- und ausbaubare bzw. umrüstbare Intensive Care Unit ist für den Transport eines Intensivpatienten ausgelegt. Sollen zwei Intensivpatienten befördert werden, wird anstelle der Non Intensive Care Unit eine zweite Intensive Care Unit eingebaut.

Die Intensive Care Unit ermöglicht dem medizinischen Begleitpersonal während des Fluges den höchsten Grad der lebenserhaltenden Versorgung des Patienten. Folgende medizinische Systeme unterstützen dabei die Patientenversorgung:

  • das Monitoring-System (Überwachung der Atmung, der Herzfrequenz usw.);
  • das Beatmungssystem;
  • das Absaugsystem;
  • das Infusionssystem;
  • das Defibrillationssystem.

Die im rechten Bereich des Gehäuses eingebaute Intensive Care Unit gewährleistet die Patientenversorgung über mindestens acht Stunden Transportdauer.

Jede Intensive Care Unit besteht aus

  • drei Staukästen,
  • einem Top Panel (etwa "Deckplatte"),
  • den Tragenhalterungen,
  • dem medizinischen Geräteträger mit dem Sauerstoffsystem und der Stromversorgung sowie
  • der Patiententrage mit verstellbarem Rücken- und Fußteil.

Staukästen:

Die Staukästen I bis III dienen zur Aufnahme des medizinischen Materials und sind direkt mit speziellen Befestigungen (Aircraft-Fittings) auf die Sitzschienen im Gehäuse montiert (für den Einbau in Zivilflugzeuge sind Adapter erforderlich).

Top Panel:

Das Top Panel - die "Deckplatte" auf den Staukästen - besitzt eingelassene Sitzschienen zur schnellen Montage der Tragenhalterungen sowie des medizinischen Geräteträgers. Die Tragenhalterungen werden in Flugrichtung eingesetzt und sind gepolstert. Ein einfach zu bedienendes Verschlusssystem (Locker System - drehbare, in vertikaler Stellung verriegelte Verschlüsse) dient dem Fixieren der Trage auf dem Top Panel. Die Tragenhalterungen sind auf den Schienen verstellbar, das Öffnen ist nur manuell möglich.

Medizinischer Geräteträger:

Der medizinische Geräteträger ist mit einem Quick Change Track Lock (QCTL - Schnellverschluss) System auf dem Top Panel befestigt und damit schnell wechselbar. Mehrere Verstrebungen (Struts) geben ihm zusätzliche Seitenstabilität. Am Geräteträger befinden sich - ergonomisch angeordnet - mehrere, mit Feststellern versehene Halterungen für medizinische Geräte. Diese sind daraus einfach zu entnehmen. Neben der fix montierten Absaugeinrichtung gibt es Halterungen für

  • das Patientenüberwachungssystem,
  • den Defibrillator,
  • das Beatmungssystem,
  • bis zu fünf Perfusoren (Infusionspumpen),
  • Infusionsflaschen,
  • das Sauerstoffsystem,
  • die dimmbare Patientenbeleuchtung,
  • Taschen (als Stauraum)

sowie einen Getränkehalter und ein Ablagefach (für Gegenstände des Patienten).

Die Versorgung des Patienten mit Sauerstoff erfolgt über das Sauerstoffsystem am medizinischen Geräteträger. Der von der Sauerstoffstation (siehe nächste Seite) kommende medizinische Sauerstoff wird über Verbindungsleitungen zu jeder Intensive Care Unit geleitet. Das System liefert einen konstanten Druck von 4,5 bar. Auf dem Geräteträger befinden sich zwei Sauerstoffsteckdosen, eine analoge Druckanzeige (Manometer), eine digitale Druckanzeige (mit einer roten Leuchtdiode zur Niedrigdruck- bzw. Druckabfallwarnung), Verteilungsleitungen aus Edelstahl und Verbindungsleitungen aus Teflon mit Stahlgeflechtüberzug. Die Leitungen haben an beiden Enden selbstschließende Schnellverschlüsse, um einen Sauerstoffverlust während des Umsteckens zu vermeiden.

Die elektrische Versorgung erfolgt über das 28-V-Gleichstrom-Bordsystem und einen 14-Volt-Konverter. Der Strom wird über die Medical Power Distribution Unit (MPDU) verteilt. Zusätzlich können integrierte Batteriesätze die medizinischen Geräte bis zu sechs Stunden bordnetzunabhängig mit Strom versorgen.

Patiententrage:

Der Rückenteil der Patiententrage ist stufenlos (liegend bis sitzend) mittels einer Gasdruckfeder verstellbar. Die Verstellung des Fußteiles von der Komfort- bis zur Schock-Position erfolgt mittels Gasdruckfeder und mechanischer Fixierung. Die Antidecubitus-Matratze (Matratze, die ein Wundliegen verhindern soll) der Patiententrage passt sich dem Körper an und ist für lange Flugzeiten geeignet. Sie ist leicht zu reinigen und zu desinfizieren. Ein Vierpunkt-Gurtsystem mit einem Drehverschluss ermöglicht das Lösen der beiden Schultergurte der Trage auch während des Fluges. Der Fußgurt hat ein einfaches Druck-Gurtschloss. Die Patiententrage ist in beiden Richtungen einbaubar.

Non Intensive Care Unit

Die für den Transport von drei Nichtintensivpatienten geeignete Non Intensive Care Unit gewährleistet die Patientenversorgung über mindestens acht Stunden Transportdauer. Auch die ebenfalls auf der rechten Seite des Gehäuses befindliche Non Intensive Care Unit ist für eine einfache und rasche Montage/Demontage sowie Umrüstung konzipiert. Die Patienten liegen "platzsparend" auf drei Ebenen übereinander.

Jede Non Intensive Care Unit besteht neben der Grundkonstruktion, in die das Sauerstoffsystem zur Versorgung jedes Patienten (Funktion siehe Intensive Care Unit) integriert ist, aus den drei übereinanderliegenden Panels (etwa "Grundplatten") und den drei Patiententragen.

Zum Transport von mehr als drei Nichtintensivpatienten werden ein bis zwei zusätzliche Non Intensive Care Units anstelle der Intensive Care Unit in den MEDEVAC-Container eingebaut.

Panels:

Das Bodenpanel und die darüberliegenden Panels für den zweiten und dritten Patienten verfügen über Führungsschienen (Guiderails), die das Ein- und Ausladen der Patiententragen erleichtern. Ein in die Panels eingelassenes Tragenhaltesystem ermöglicht das Ein- und Ausladen der Patiententragen von beiden Seiten. Ein einfach zu bedienendes Verschlusssystem (Locker System) dient dem Fixieren der Tragen auf den Panels. Das Öffnen ist nur manuell möglich.

Mittels des am Rahmen der Non Intensive Care Unit befestigten, ausziehbaren Infusionshalters für drei Infusionen können (mit Druckinfusionsmanschetten) alle drei Patienten gleichzeitig Infusionen erhalten.

Patiententragen:

Die drei, der Trage der Intensive Care Unit ähnlichen Patiententragen (sie haben u. a. einfachere Befestigungsvorrichtungen) sind in beiden Richtungen einbaubar.

Sauerstoffstation

Die Sauerstoffstation wird auf der rechten, vorderen Seite des Gehäuses eingebaut und ist ebenfalls für eine einfache und rasche Montage/Demontage sowie Umrüstung konzipiert. Die Station gewährleistet die Patientenversorgung für mindestens acht Stunden Transportdauer.

Die Hauptkomponenten der Sauerstoffstation sind

  • zwei Halterungen für jeweils vier Sauerstoffflaschen,
  • ein Adapter zur Montage auf die Sitzschienen des Gehäuses,
  • die Sauerstoffflaschen (je zehn Liter, Fülldruck 200 bar) mit dem Absperrventil, dem Reduzierventil, der analogen Primärdruckanzeige und den Anschlussleitungen,
  • die Verteilstation und
  • die ballistische Schutzverkleidung.

Anschlussleitungen (Teflon mit Stahlgeflecht) mit Schnellverschlüssen verbinden die Sauerstoffflaschen und die Verteilstation(en).

Jede Verteilstation verfügt über vier Flaschenanschlüsse und zwei Auslässe zu den Patientenbetreuungssystemen. Zur Überwachung des Sekundärdruckes dienen ein Manometer sowie ein "Emergency"-Ventil für den Fall einer Notlandung.

Die ballistische Schutzverkleidung der Schutzklasse 2 (Schutz vor Pistolenkugeln auch mit Hartkern u. Ä.) dient den Sauerstoffflaschen als Rundumschutz, um eine Explosion der Flaschen zu vermeiden.

Galley-System

Die Galley (Bordküche, hier sinngemäß "Servicebereich") ist in der linken Seite des Gehäuses auf den Sitzschienen eingebaut. Auf dieser Seite des Gehäuses befinden sich auch alle erforderlichen elektrischen Versorgungsleitungen und die Intercom-Anschlüsse. Das Galley-System besteht aus
  • den Lagerboxen für medizinisches Material,
  • den Staubehältern für Verpflegung und Getränke für die Patienten und das medizinische Begleitpersonal,
  • der Kühl- und der Wärmebox für Infusionen,
  • dem Intercom-Anschluss (für Headset oder Handset) inklusive der Signalleuchte zur Flugzeugbesatzung,
  • der zentralen elektrischen Schalteinrichtung (14 und 28 Volt Gleichstrom sowie 15 und 230 Volt Wechselstrom) für die Beleuchtung, Belüftung und die elektrische Versorgung der Intensiv Care Unit,
  • dem klappbaren Arbeitstisch mit Computeranschluss und
  • einem Handwaschbecken mit Frisch- und Abwasserbehälter.

Sitze für das medizinische Begleitpersonal

Die Flugzeugsitze für das medizinische Begleitpersonal werden auf der linken Seite des Gehäuses auf den Sitzschienen installiert. Jeder der mit grauem Leder bezogenen Einzelsitze hat
  • eine verstellbare Rückenlehne,
  • einen in die Rückenlehnen integrierten abklappbaren Tisch und
  • ein Gurtsystem entsprechend der TSO (Technical Standard Order - in dieser sind Anforderungen für Luftfahrtgerät festgelegt).

Einsatz

Medical Evacuation (MEDEVAC) muss auch aus Gebieten erfolgen können, die zivile Organisationen aus Sicherheitsgründen nicht anfliegen, und sollte z. B. in Auslandseinsätzen nicht vom "Goodwill" anderer Länder abhängig sein. Das MEDEVAC-Modul für das Lufttransportsystem "Hercules" C-130K ermöglicht die Repatriierung erkrankter und verletzter österreichischer Staatsbürger aus Einsatzräumen unter Berücksichtigung der Vorgaben aus dem Logistik- sowie dem Sanitätskonzept des Österreichischen Bundesheeres (Stichwort Sanitätskette).

Das Modul macht aus der "Hercules" C-130K keine "Luftrettung", die z. B. Frischverletzte rasch ins Spital bringt, sondern dient generell dem detailliert vorzubereitenden, möglichst schonenden Transport bereits behandelter Patienten über weite Strecken zur Weiterbehandlung - ohne Unterbrechung eventuell erforderlicher Intensivmaßnahmen. Eine "rettungsähnliche" Bereitschaft rund um die Uhr ist deshalb nicht erforderlich. Grundsätzlich wird das medizinische Begleitpersonal bezogen auf den jeweiligen Anlass zusammengestellt - nach der Anzahl der Patienten und der Schwere der jeweiligen Gesundheitsbeeinträchtigungen. Dabei wird auch das MEDEVAC-Modul anlässlich des konkreten Einsatzes adaptiert bzw. umgebaut. Die Umbauzeit beträgt einige Stunden.

Die volle Einsatzfähigkeit des MEDEVAC-Modules C-130 wird vermutlich in drei bis vier Jahren gegeben sein - nach Ausstattung der österreichischen "Hercules" C-130K mit einer elektronischen Selbstschutzausrüstung.

Auf einen Blick

Das MEDEVAC-Modul (Medical Evacuation Modul) bietet zwei Intensivpatienten oder bis zu neun Patienten ohne Intensivbetreuung sowie bis zu fünf weiteren Personen (medizinisches Begleitpersonal) Platz. Es verfügt über eine eigene Stromversorgung, die die medizinischen Systeme mindestens sechs Stunden autonom in Betrieb halten kann. Das lärm- und vibrationsgedämpfte Modul verfügt über modernste Medizintechnik, wurde für das Bundesheer von Grund auf neu entwickelt und kostet 1,2 Millionen Euro.

Eine mit dem MEDEVAC-Modul ausgestattete "Hercules" C-130K kann Erkrankte oder Verletzte/Verwundete über weite Strecken transportieren, z. B. vom Einsatzort zurück nach Österreich. Die medizinische Betreuung der Patienten ist auch während des Fluges möglich.

Das von einer österreichischen Firma entwickelte System ist weltweit einzigartig. Mehrere ausländische Luftstreitkräfte haben daran bereits Interesse gezeigt.


Autor: Amtsdirektor Oberst Ing. Manfred Siegl, Jahrgang 1958. Ab 1977 Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung beim Ausbildungsregiment 2 (Wien); ab 1978 Offizier auf Zeit, Verwendung als Technischer Offizier bei der Fliegerwerft 1 (Langenlebarn); ab 1988 als Beamter Verwendung in der Prüf- und Versuchsstelle für Fluggerät (Langenlebarn) und (als Milizfunktion) im Stab der Luftunterstützungsbrigade. Seit 1989 beim BMLV(S)/Abteilung Luftzeugwesen und deren Nachfolgeorganisation der Luftzeugabteilung (Tätigkeitsschwergewicht technisch-logistische Flottenplanung und Mitwirkung bei Projektabwicklungen wie der Einführung des "Black Hawk" S-70 und der "Hercules" C-130K).

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