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UNDAC-Einsatz in Pakistan

"Aufgrund der aktuellen Lage wird bis auf weiteres von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Pakistan abgeraten." Die Reisewarnung des Bundesministeriums für Europäische und internationale Angelegenheiten (BMEiA) ließ bereits erahnen, was das UNDAC-Team vor Ort im Dienst für die Vereinten Nationen erwartete. Anlässlich der Flutkatastrophe in Pakistan mit über 20 Millionen unmittelbar betroffenen Menschen war Brigadier Dr. Alois A. Hirschmugl als Kommandant eines achtköpfigen UNDAC (United Nations Disaster Assessment and Coordination)-Teams vom 24. August bis 11. September 2010 im Einsatz.

Nach der Alarmierung am 20. August 2010 und der Entscheidung zur Entsendung von UN OCHA, dem Office for the Coordination of Humanitarian Affairs in Genf, wurde die Zeit bis zum Abflug für persönliche Vorbereitungen auf den Einsatzraum genutzt. Abgestimmt auf die speziellen Bedürfnisse erfolgten das Packen der persönlichen Ausrüstung sowie eine intensive Auseinandersetzung mit allen Problemen im Zielland. Von besonderem Interesse waren dabei das aktuelle Wetter im Einsatzraum, das Kennenlernen der Do’s and Dont’s, die politische Lage, das Straßennetz von Pakistan und vor allem die aktuelle Sicherheitslage.

Das BMEiA warnte nicht zu unrecht. Es besteht in Pakistan eine ernstzunehmende Terrorgefahr, da Anschläge im ganzen Land vorkommen. Ausgeführt werden sie von fundamentalistischen Gruppen, wie den Taliban oder dem Terrornetzwerk Al-Qaida. Darüber hinaus kommt es in allen großen Städten wie Karachi, Lahore, Peshawar, Quetta, Rawalpindi und Islamabad immer wieder zu Großkundgebungen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden politischen Gruppen oder kriminellen Banden. Ebenso werden gezielte Mordaktionen krimineller Elemente gegen missliebige Personen, so genannte "target killings" (Auftragsmorde), durchgeführt.

Die Cholera- und Malariagefahr nach der Flutkatastrophe war auch nicht zu unterschätzen. Gegen die Krankheiten war das Team einigermaßen durch den bestehenden Impfstatus (regelmäßige Auffrischung der wichtigsten Impfungen) als UNDAC-Mitglied geschützt. Bei der Sicherheit versuchte man durch einen Low Profile-Approach (Nichttragen der UN-Westen und UN-Insignien, bewachte Unterkunft, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, bzw. Security Clearance und Nutzung von Satellitentelefonen, Wechsel der Bewegungsrouten etc.) nicht Ziel von Anschlägen zu werden.

Am 24. August begann der Einsatz. Basis war das Bundesverfassungsgesetz über Kooperation und Solidarität bei der Entsendung von Einheiten und Einzelpersonen in das Ausland (KSE-BVG) § 1 Z 1 lit. C - Maßnahmen der Such -und Rettungsdienste. Um 0920 Uhr verlegte der Autor von Graz über München nach Abu Dhabi und von dort weiter nach Islamabad. Der Großteil des Teams folgte am 25. August um 0250 Uhr. Nach Visadiskussionen und deren Ausstellung erreichten wir gegen 0500 Uhr das vorreservierte UN-Guest-House. Dieses wurde ständig von einer bewaffneten Wache gesichert. Bereits am Vormittag gab es das erste Treffen mit dem Humanitarian Coordinator, dem Büroleiter des UN OCHA Office in Pakistan und dem Leader eines weiteren UNDAC-Teams. Dabei wurden die Aufgaben definiert und die Aufgabenbereiche festgelegt.

Das UNDAC-Team

Das Team setzte sich aus acht Personen verschiedener Nationen (Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Irland, Niederlande, Österreich, Singapur, Thailand) zusammen. Es verfügte über Expertisen in den Bereichen Diplomatie, Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Trinkwasseraufbereitung, Erkundung, OCHA - innerbetriebliche Erfahrungen, Information Management, Zivil-Militärische Zusammenarbeit/Civil Military Cooperation and Coordination sowie im Bereich Umwelt.

Einsatz in Pakistan

Der Auftrag des Teams umfasste

  • die Unterstützung des UN OCHA Office in Islamabad,
  • Erkundungen (soweit aus Sicherheitsgründen möglich),
  • Verbindungsaufnahme und -halten mit der Regierung, dem Militär und anderen nationalen und internationalen Organisationen, sowie
  • Unterstützung und Aufbau von Satellitenbüros in den einzelnen Provinzen.

Am Beginn stand die Einweisung in die Sicherheitslage in Pakistan durch das United Nations Department for Safety and Security (UNDSS). Der Einsatz wurde in den Sicherheitsstufen 3 und 4 auf einer fünfteiligen Gefährdungsskala eingestuft, wobei die Stufe 5 die Evakuierung aus dem Einsatzraum bedeutet. Anschließend reisten Teile des Teams nach Peshawar, Multan und Sukkur zur weiteren Unterstützung der Behörden bei der Koordinierung und Erkundung sowie zum Aufbau eines neuen Satellitenbüros in Hyderabad. Die Team-Mitglieder wurden jeweils von einem Experten der Informations- und Kommunikationstechnologie der International Humanitarian Partnership (IHP) unterstützt.

Die in Islamabad verbleibenden Team-Mitglieder befassten sich auf Regierungsebene mit Information Management (mit entsprechender Lückenanalyse und Kartenerstellung), der entstandenen Umweltproblematik (Erster Umweltbericht zur Katastrophe) und den verschiedenen Meetings (General Coordination Meeting, National Dis-aster Management Authority-Meeting, Inter Cluster Coordination Meetings, Humanitarian Country Team Meeting, etc …). Daneben gehört auch die Kontaktaufnahme zu verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen zu den wesentlichsten Aufgaben. Außerdem wurde das OCHA Office im administrativen und finanziellen Bereich unterstützt. So wurde unter anderem der Besuch der neuen Under Secretary General/Emergency Relief Coordinator, Baroness Valerie Amos, durch das Team organisiert und durchgeführt.

Als Team-Leader war Brigadier Dr. Hirschmugl für die Gesamtorganisation des Teams, dessen Wohlergehen und vor allem für dessen Sicherheit verantwortlich. Er war auch bei den wesentlichsten Meetings anwesend und leitete die Gespräche. Trotz der schlechten Sicherheitslage wurde eine dreitägige Erkundung mit dem Flugzeug, dem Hubschrauber und dem Jeep in der Sindh-Provinz zwischen Sukkur, Hyderabad und Karachi durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden nach Genf zu UN OCHA und parallel dazu nach Brüssel an das Monitoring and Information Center (MIC) der EU weitergeleitet. Folgender konkreter Bedarf an Mitteln im Einsatzraum wurde festgestellt:

  • Transportkapazität für Erkundung und Transport sowie MEDEVAC-Hubschrauber;
  • Technische Experten für Trinkwasseraufbereitung;
  • Trinkwasseraufbereitungsanlagen;
  • Zelte (am besten bereits winterfeste Zelte);
  • Camp Management Elemente;
  • Vorgeschobene Behandlungszentren (mit/ohne Chirurgie sowie Gynäkologie);
  • Wasserfilteranlagen für Häuser;
  • Pioniere - zum Schließen der gebrochenen Dämme und Freimachen der Schnellstraßen für den günstigeren Straßentransport von Hilfsgütern;
  • Strategischer Lufttransport (unter EU-Flagge, da NATO nicht erwünscht war).

Intern wurde auch die Möglichkeit des Einsatzes der neuen EU Battle Groups (Pioniere) diskutiert, wobei dies eine Erweiterung der vorgesehenen Aufgaben gewesen wäre. Im Gegensatz zum Einsatz nach dem Tsunami im Jahr 2004, bei dem mehr als 30 000 Soldaten in Südostasien zum Einsatz gelangten, waren diesmal die Humanitarian Community und Pakistan selbst gegen den Einsatz von ausländischem Militär (Einsatz nur als letzter Ausweg). Einerseits waren z. B. 6 000 Tonnen an Lebensmitteln nach Pakistan einzufliegen, anderseits wollte man aber die NATO-Luftbrücke aufgrund der Nähe zu Afghanistan nicht nutzen. Ein Nachteil ist, dass nach einer Großkatastrophe erst am Tag des Unterstützungsbedarfs über den Einsatz des Militärs und den fehlenden strategischen Lufttransport zu diskutieren begonnen wird, anstatt dies im Vorfeld zu tun.

Aufgrund der hohen Sicherheitsstufe wurde ein Lagerplatz für ein Camp der internationalen humanitären Gemeinschaft (IHP - International Humanitarian Partnership) in Sukkur erkundet, errichtet und genutzt.

Nach den intensiven Regenfällen Ende Juli 2010 floss einerseits das Wasser aus dem Norden ab und führte zu Überflutungen im Süden. Anderseits konnte das Wasser aufgrund des hohen Meeresspiegels aber nur langsam in das Arabische Meer abfließen. Im Norden fielen in einer Woche 9 000 Millimeter Regen - zehnmal so viel wie üblicherweise in dieser Provinz in einem Jahr (zum Vergleich: im Jahresschnitt fallen in Wien rund 600 Millimeter Niederschlag).

Über 20 Millionen Menschen waren betroffen. Fast zehn Millionen Menschen benötigten Lebensmittel, wobei durch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) nur drei Millionen Menschen im August versorgt werden konnten. Im September erfolgte eine Verdoppelung der Lebensmittellieferungen. Trotzdem waren immer noch ca. 3,5 Millionen Menschen ohne ausreichende Versorgung. Mittlerweile wurden vor allem Cholerafälle nachgewiesen, Malariaerkrankungen nahmen ständig zu.

An oberster Stelle standen immer noch die Bereiche Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH - Water, Sanitation and Hygiene), Gesundheit und Nahrung und vor allem aber auch der Bedarf an technischen Experten zum Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

Der Besuch der neuen Under Secretary General/Emergency Relief Coordinator, Baroness Valerie Amos, im Einsatzraum verlief ohne Zwischenfälle und diente einerseits ihr zur persönlichen Informationsgewinnung anderseits aber auch dem Wecken der weltweiten Aufmerksamkeit für diese Katastrophe, welche bis dato nur einen Bruchteil der notwendigen Spenden erhielt (Bedarf: U.S. $ 460 Millionen).

Herausforderungen

Das mit Informations- und Kommunikationstechnologie-Experten verstärkte UNDAC-Team verlegte Zug um Zug bis zum 11. September 2010 zuerst nach Islamabad bzw. Karachi und dann weiter in die Heimatländer zurück. Allein die Koordination und Organisation dieser Rückverlegung der über Pakistan verstreuten Mitglieder mit den entsprechenden Flügen und Sicherheitsmaßnahmen (z. T. generelles Bewegungsverbot, …) war eine Herausforderung.

Während des gesamten Einsatzes hatten sich die Teams auch mit dem Ramadan und dessen Auswirkungen auf das Alltagsleben zu befassen (z. B. Fasten/Fastenbrechen, wann Besprechungen ansetzen, wann können Fahrer eingesetzt werden etc.). Eine weitere Einschränkung war die hohe Sicherheitsstufe. In manchen Gebieten herrschte zeitweise Ausgangsverbot, vom Tragen der UN-Westen wurde Abstand genommen und es gab auch andere Einschränkungen zur Sicherheit des Personals (Ausgang nur in Gruppen, Meldung im Radio Room, Security Clearance vor jeder Bewegung außerhalb des Standortes, unterstützt durch Satellitentelefon etc.).

Ab der zweiten Einsatzwoche konnte man im Norden des Landes (Khyber Pakhtunkhwa Provinz) mit zwei bis drei Bombenanschlägen pro Tag sowie sonstigen Unruhen rechnen. All diese Informationen wurden seitens United Nations Department for Safety and Security (UNDSS) mittels SMS weitergegeben bzw. hatte man seine eigenen Bewegungen/GPS Koordinaten via SMS bekannt zu geben.

Zu beachten war vor allem das Wohlergehen der Team-Mitglieder, da fast jeder mit Magen-/Darmproblemen konfrontiert war.

Nutzen für das Österreichische Bundesheer

Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Einsatz werden in Vorträgen und Ausarbeitungen über humanitäre Einsätze verwertet. Die objektive Berichterstattung der Medien wirkte sich auf das Image des Österreichischen Bundesheeres positiv aus. Aufgrund der Zunahme von humanitären Operationen weltweit - und das kann auch jederzeit bei jedem Auslandseinsatz passieren - sollten sich die Planer vermehrt mit dem operativen Verfahrenskonzept zu humanitären Operationen des Österreichischen Bundesheeres, aber auch dem UNDAC und dem EU Civil Protection Bereich befassen. Es wäre ebenfalls zielführend, sich mit den "humanitären Einsätzen" der EU Battle Group, den Military Civil Defense Assets, dem "HOPEFOR"-Konzept, aber auch der ständig wiederkehrenden Diskussion für den erforderlichen Lufttransport in Einsätzen zu befassen und Lösungen parat zu haben.

Das Bundesheer und humanitäre Operationen

Gerade in einer Zeit des Nachdenkens über zukünftige Aktivitäten und die Struktur des Bundesheeres und dessen Einsatzorientierung sollte man sich auch dieser Diskussion stellen.

In der Bundesverfassung wurde im Artikel 79 festgelegt, dass dem Bundesheer die militärische Landesverteidigung obliegt, wobei es nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten ist (Art 79 Abs.1 B-VG). Gemäß Art 79 Abs. 2 B-VG ist das Bundesheer, soweit die gesetzmäßige bürgerliche Gewalt seine Mitwirkung in Anspruch nimmt, ferner bestimmt:

  • zum Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihrer Handlungsfähigkeit sowie der demokratischen Freiheiten der Einwohner,
  • zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren überhaupt und
  • zur Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges.

Leider wird oft bei Art 79 B-VG der dritte Absatz übersehen, der davon spricht, dass weitere Aufgaben des Bundesheeres durch das Bundesverfassungsgesetz geregelt werden. Und genau hier trifft das Bundesverfassungsgesetz über Kooperation und Solidarität bei der Entsendung von Einheiten und Einzelpersonen in das Ausland (KSE-BVG) BGBl I 1997/38 in der gültigen Fassung zu.

In diesem Verfassungsgesetz wird u. a. die solidarische Teilnahme an

  • Maßnahmen der Friedenssicherung,
  • Maßnahmen der humanitären Hilfe und der Katastrophenhilfe,
  • Maßnahmen der Such- und Rettungsdienste und
  • Übungen und Ausbildungsmaßnahmen zu den vorhin genannten Zwecken im Ausland geregelt.

Aus der Verfassung ist ableitbar, dass der Einsatz des Österreichischen Bundesheeres für humanitäre Operationen im Ausland doch eine wesentliche Aufgabe darstellt, ist sie doch gleich genannt mit den Maßnahmen der Friedenssicherung. An diesen beteiligt sich das Österreichische Bundesheer immerhin schon seit 50 Jahren!

Die Großkatastrophen häufen sich weltweit. Das bedeutet nicht nur Leid für die betroffene Bevölkerung, sondern auch einen vermehrten Bedarf an militärischen Kräften zur Bewältigung derartiger Katastrophen. Nach dem Tsunami 2004 in der Region Südostasien waren mehr als 30 000 Soldaten aus 35 Staaten im Einsatz. Dies war ein wesentlicher Beitrag für die Bewältigung der Katastrophe.

Dennoch gibt es immer wieder Vorurteile von ziviler Seite gegen den Einsatz des Militärs. Wie auch bei der Flut in Pakistan im Juli 2010 besteht oft die Angst, das Militär könnte hier Aufgabenbereiche der NGOs übernehmen. Hier ist festzustellen, dass diese Gefahr nicht besteht, denn militärische Kräfte sollen und werden erst als "letztes Mittel" zum Einsatz gebracht. Aber gerade diese "stehenden militärischen Kapazitäten" sollten genutzt werden - denn wer hat schon eine strategische Luftverlegungsfähigkeit oder Pioniere etc. zivil verfügbar? Dem Opfer vor Ort es ist es egal, ob für ihn z. B. zum Überleben wichtige Lebensmittel mit einem Zivil- oder Militärflugzeug geliefert werden oder nicht. Wichtig ist, dass sie geliefert werden.

Erkenntnisse für Auslandseinsätze

Beim EU Battle Group Konzept sollte darüber nachgedacht werden, ob man die vorgesehenen humanitären Operationen nicht nur auf die Bereiche Sicherheit, Logistik und Transport beschränken, sondern auch um andere Formen des "Dual Use"-Gedankens ergänzen sollte. Hier ist beispielsweise der Einsatz von Pionieren zum Schließen von Dammbrüchen, Freimachen von Straßen etc. wesentlich - natürlich immer nur dann, wenn kein anderer militärischer Einsatz Vorrang hat.

Wieso kann z. B. die EU nicht einen strategischen Lufttransport unter der EU-Flagge anbieten, anstelle unter NATO-Flagge, wenn schon klar ist, dass die NATO z. B. im Katastrophengebiet nicht willkommen ist? Eine der zukünftigen Hauptaufgaben des Bundesheeres könnte auch die Beteiligung an humanitären Operationen im Ausland sein, wenngleich die EU und die UNO international weitere Überlegungen zum Einsatz von militärischen Kräften treffen werden müssen.

Das Österreichische Bundesheer verfügt über genügend Expertise und Fachkräfte, die im "Dual Use" weltweit einsetzbar sind. Diese können auch nur als Einzelpersonen entsandt werden - und gerade das wird international immer mehr gefragt. Das Bundesheer hat entsprechende Expertise, nur wird es Adaptierungen in den Aufgabenstellungen und Konzepten geben müssen.

Geo-Pictures

Beim UNDAC-Einsatz erfolgte erstmals die Testung einer neuen Software, mit der man z. B. mittels eines Mobiltelefons auf Android-Software-Basis oder den neuen kleinen GPS-Kameras ein Foto machen kann, welches unmittelbar nach der Aufnahme über Satelliten- bzw. andere Verbindungen auf einem zu definierenden Server verfügbar ist. Damit kann man nun zeitgleich mit der Erkundung auch die Bilder im rückwärtigen Lagezentrum (OSOCC - On Site Operations Coordination Center) bereits auswerten und örtlich zuordnen.

Bei Geo-Pictures handelt es sich um ein EU-gefördertes Projekt, das durch Satellitenaufklärung, Radar- und Drohneneinsatz und einem neu zu entwickelnden "All-in-One Handheld" bei Großkatastrophen dem Erkundungs- und Koordinationsteam die Arbeit vor Ort erleichtern soll. Nunmehr kann der Anwender, neben den automatisch mitgesandten Global Network Navigator Service (GNNS)-Koordinaten, Tag und Zeit, sowie Aufnahmewinkel, auch Sprachmitteilungen bzw. Text mit dem Bild mitübertragen. Die bisherigen Tests haben die Erwartungen erfüllt. Mehr Informationen zu Geo-Pictures siehe:

http://www.geo-pictures.eu/geo.html


Autor: Brigadier Mag. Dr. Alois A. Hirschmugl, Jahrgang 1960, Berater des österreichischen Generalstabschefs in humanitären Angelegenheiten. Über 32 Jahre militärische Erfahrung sowie spezielle Erfahrung im Bereich der internationalen militärischen Rechtsberatung, Verifikation von Rüstungskontrollabkommen, Zivil-Militärischen Koordination und Kooperation sowie ziviler Notfallplanung. Seit 2006 eingetragener externer Rechtsberater des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag. Beginn des humanitären Engagements mit mehr als zehnjähriger freiwilliger Tätigkeit beim Jugendrotkreuz/Roten Kreuz. 1986 Kompaniekommandant am friedenserhaltenden Einsatz in Zypern. Mitglied des United Nations Disaster Assessment and Coordination Team - UNDAC (Erkundungs- und Koordinationsteam der Vereinten Nationen) sowie Katastrophenexperte der Europäischen Kommission. Einsätze: Flut in Mozambique (2000, 2x) und Bangladesch (2004), Erdbeben in Algerien (2003), Iran (2004) und Indonesien (2006), Tsunami in Südostasien (2005), Explosion in einem Munitionsdepot in Albanien (2008) sowie Flutkatastrophe in Pakistan (2010). Trainer und Vortragender an verschiedenen Universitäten, den Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und bei NGOs. Berater für Katastrophenmanagement. Doktor der Rechtswissenschaften. Verfasser des Truppendienst-Handbuches "Einsatzrecht für Friedensunterstützende, Humanitäre und Katastrophenhilfeeinsätze". Von 2007 bis 2010 Stiftungsrat des Humanitären Weltforums (www.ghf-ge.org) unter der Präsidentschaft des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi A. Annan, als einzig aktiver militärischer Vertreter in dieser Stiftung mit Schwerpunkt "Zivil-Militärische Kooperation".

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