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Harnwegsinfektionen - Vorsicht vor Nierenschäden!

Deutliche Krankheitszeichen von bakteriellen Infektionen der harnableitenden Wege (Harnwegsinfektionen) sind der dauernde Harndrang und brennende Schmerzen während des und/oder nach dem Harnlassen. Ohne ärztliche Behandlung kann es zur dauerhaften Schädigung der Nieren kommen.

Die Infektion breitet sich aufsteigend aus. Dafür ist die Harnstauung durch eine Harnabflussbehinderung in den unteren Harnwegen (Harnblase und Harnröhre) verantwortlich. Bekannte Ursachen für die unvollständige Blasenentleerung sind z. B. die krankhafte Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), das Harnsteinleiden, abgelaufene, narbig verheilte Harnröhrenverletzungen oder Harnblasengeschwülste. Auch eine Harnabflussbehinderung in den oberen Harnwegen (Nierenbecken und Harnleiter) begünstigen die Entstehung des Leidens.

Ausreichend und gezielt behandelte Infektionen der Harnwege laufen stets unkompliziert ab!

In Folge von (truppen)ärztlich nicht abgeklärten und unbehandelten Harnwegsinfektionen droht dem Erkrankten durch die mögliche Infektion der Niere(n) eine erhebliche Gesundheitsstörung! Bei Fortbestehen eines Harnwegsinfektes über eine Woche oder bei wiederkehrenden Infektionen der oberen oder der unteren Harnwege ist unbedingt der Truppenarzt aufzusuchen!

Die akut entzündliche bakterielle Infektion der Nieren (des Nierengewebes - Pyelonephritis) beginnt mit Fieberschüben bis vierzig Grad, die von heftigen, krampfartigen Schmerzen im Nierenbereich, die beidseits in die Leistengegend und in den Oberbauch ausstrahlen, begleitet werden.

Die unbehandelte (chronische) Pyelonephritis befällt bevorzugt die rechte Niere. Die Erkrankung macht sich durch "dumpfe" Rückenschmerzen und durch klopfempfindliche Nierenlager bemerkbar. Die Prognose des Leidens wird durch die Erkrankungsdauer verschlechtert. Bei der einseitigen pyelonephritischen Schrumpfniere droht ihre chirurgische Entfernung, bei beidseitigem Organbefall mit Nierenversagen ist nur mehr der Einsatz medizinischtechnischer Apparate (Blutwäsche - Dialysebehandlung) lebenserhaltend.

Die Krankheitsentstehung wird durch Bluthochdruck, durch den Langzeitgebrauch von entzündungshemmenden Substanzen (Antirheumatika!) und besonders durch die missbräuchliche Einnahme von schmerzstillenden Arzneimitteln, gefördert.

Die für Infektionen der oberen und unteren Harnwege wichtigsten Untersuchungen sind die klinische und die mikroskopische Harnuntersuchung zur Feststellung des Bakteriengehaltes des Urins und die röntgenologische Darstellung der Nieren und der harnableitenden Wege.

Die vordergründige Therapiemaßnahme bei Harnwegsinfektionen durch eine Harnabflussbehinderung ist die unverzügliche Beseitigung der Harnabflussstörung durch ärztliche Behandlung.

Die truppenärztliche Behandlung von Infektionen der Harnwege stützt sich auf die Anwendung von antibakteriell wirksamen Substanzen und auf diätetische Maßnahmen. Die reichliche Flüssigkeitszufuhr, täglich mindestens zwei Liter Trinkwasser, ungesüßten Kräutertee oder Mineralwasser, ist ein Erfordernis und gewährleistet die Durchspülung der Harnwege zur Ausschwemmung der Bakterien.

Regelmäßige Verlaufskontrollen der Genesung durch labormedizinische Harnuntersuchungen sind unerlässlich!


Autor: Oberstarzt Medizinalrat Dr. Peter Heinz Hutzler, MAS, MBA, Jahrgang 1948. Medizinstudium und Promotion an der Universität Wien. Niedergelassen als Arzt für Allgemeinmedizin in Thaya, Niederösterreich. 1993 Bestellung zum ärztlichen Leiter der Sanitätsdienstlichen Versorgung des Truppenübungsplatzes Allentsteig. 1996 Erwerb des Diploms "Akademisch geprüfter Krankenhausmanager" an der Wirtschaftsuniversität Wien. 2002 Verleihung des akademischen Grades "Master of Advanced Studies (MAS) - Hospital Management" und 2006 des "Master of Business Administration (MBA) - Health Care Management" durch die Wirtschaftsuniversität Wien. 2008 Verleihung der Auszeichnung "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst". 2008 Verleihung der Auszeichnung "Großes Silbernes Ehrenzeichen der Ärztekammer für Niederösterreich".

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