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Deutsch-österreichische Zusammenarbeit im Sanitätseinsatzverband KFOR

Auf dem allgemein- und notfallmedizinischen Sektor bei KFOR im Kosovo wird zwischen dem österreichischen und dem deutschen Kontingent eng zusammengearbeitet. Neben den einzelnen nationalen Sanitätselementen gewährleistet das Einsatzlazarett (ELAZ) der Bundeswehr im Camp Prizren eine optimale medizinische Versorgung aller Soldaten im Einsatzraum. Auch österreichische Soldaten und österreichisches Pflegepersonal versehen hier ihren Dienst.

Spätestens seit der Schließung des französischen Einsatzlazaretts im Feldlager "Plana" im Norden des Kosovo am 1. Oktober 2009 gehen die Uhren auch im deutschen Lazarett, dem Einsatzlazarett im Feldlager Prizren im Süden des Kosovo, etwas anders. Bis zu diesem Zeitpunkt versorgten die Franzosen ihre eigenen und die im Nord- und West-Bereich von KFOR stationierten Soldaten anderer Nationen in eigener Regie. Seither kommen täglich die Ambulanzen aus den Feldlagern der befreundeten Nationen und bringen ihre Patienten ins ELAZ - Italiener, Ungarn, Dänen, Slowenen, Griechen und Franzosen. Auch Polizisten der EULEX (European Union Rule of Law Mission in Kosovo) lassen sich behandeln, sogar U.S.-Amerikaner nahmen bereits ärztliche Hilfe in Anspruch.

Seit Anfang 2010, mit Beginn der Phase "Deterrent Presence" (siehe dazu auch TD 4/2010, "Das Österreichische Bundesheer im Kosovo") ist das deutsche Einsatzlazarett, neben dem U.S.-amerikanischen Hospital in Camp "Bondsteel" der NATO, als "Role 2+" (siehe Kasten) Hospital angezeigt worden - d. h. die Einrichtung ist für die klinische Versorgung der KFOR-Truppen vorgesehen.

Das medizinische Risikoprofil für den Einsatz im Kosovo hat sich auch unter den seit Beginn 2010 getätigten Umstrukturierungen zur Einnahme der Gliederung "Minimum Military Requirement Gate 1" im operativen Profil "Deterrent Presence" nicht grundsätzlich geändert. Selbstverständlich ist die Situation auf dem Balkan nicht vergleichbar mit jener Herausforderung, vor der die NATO in Afghanistan steht. Die Sicherheitslage im Kosovo ist zwar ruhig und hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich verbessert, sie ist aber immer noch nicht als dauerhaft stabil anzusehen. Soziale, wirtschaftliche und letztlich ethnische Konflikte im Land haben weiterhin Auswirkungen auf KFOR, auch wenn deren Soldaten im Allgemeinen große Sympathien bei der kosovarischen Bevölkerung genießen.

Anfang Februar 2010 wurde im Rahmen der Umstrukturierung und Verkleinerung der KFOR-Truppe auch die MNTF S (Multinational Task Force South) in die MNBG S (Multinational Battle Group South) übergeführt. Im ersten Halbjahr 2011 ist eine weitere starke Truppenreduzierung auf ca. 5 000 Soldaten und eine Neugliederung des KFOR-Verantwortungsgebietes vorgesehen.

Einsatzlazarett und andere medizinische Versorgungseinrichtungen

Das Ende Mai 2007 fertig gestellte ELAZ der Bundeswehr ist ein kleines Krankenhaus mit modernstem Standard. Es kostete 7,9 Millionen Euro und hat eine Nutzfläche von ca. 1 460 Quadratmetern. Einschließlich der sechs Intensivpflegeplätze sind 30 Betten für die stationäre Behandlung verfügbar. Zuzüglich zum Truppenarzt und der Zahnarztgruppe stehen im ELAZ die Fachrichtungen Chirurgie, Orthopädie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Radiologie und Innere Medizin mit Fachärzten den Soldaten zur Verfügung. Für die gynäkologische, urologische und augenärztliche Versorgung werden kosovarische Vertragsärzte in Anspruch genommen. Der An- und Abtransport von Patienten wird durch Sanitätspersonal und Fahrzeuge der MEDEVAC-Kompanie des deutschen Sanitätseinsatzverbandes KFOR gewährleistet. U. a. stehen verschiedene Notarztfahrzeuge für "Bewegliche Arzttrupps" (BAT, auch mobile Notarzt-Teams genannt) und die Rettungstrupps (Krankenkraftwagen) zur Verfügung. Außerdem hält KFOR Luftrettungsmittel bereit. Bis August 2010 wurde die MEDEVAC-Bereitschaft durch deutsche Bell UH-1D "Samariter", stationiert in Toplicane, sichergestellt. Seit September 2010 stehen für Luft-MEDEVAC-Operationen im gesamten KFOR-Gebiet U.S.-Hubschrauber des Typs "Black Hawk" im Camp "Bondsteel" bereit.

Deutlich gestiegen ist im Einsatzlazarett Prizren die Anzahl der zu versorgenden Soldaten. Dies zeigt sich an den ambulanten Behandlungen im ELAZ. Im November 2009 war jeder dritte der 400 ambulanten Patienten ein ausländischer Soldat, Polizist oder auch Zivilist. Unter den ca. 60 Verletzten oder Erkrankten, die stationär in einem Monat aufgenommen werden mussten, befanden sich sogar fast 60 Prozent Nicht-Deutsche. Im Gegensatz zu früher werden nur noch fallweise kosovarische Patienten behandelt, weil sich die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung im Lande deutlich gebessert hat. Diese wird mittlerweile durch ein öffentliches, dreistufiges Gesundheitssystem gewährleistet, das auf Erstversorgungszentren, Regionalkrankenhäusern und einer spezialisierten Universitätsklinik in der Hauptstadt basiert. Zudem wächst die Anzahl der Privatpraxen und auch moderner privat geführter Kliniken, die v. a. von ehemals im Ausland tätigen kosovarischen Ärzten gegründet und betrieben werden. Auch beim Aufbau eines staatlichen Krankenversicherungswesens gibt es erste Erfolge.

Neben dem großen Einsatzlazarett im Feldlager Prizren gibt es in den einzelnen Feldlagern im Bereich der MNBG S eigenständige medizinische Zentren der Versorgungsebene Role 1. Im Camp "Casablanca" in Suva Reka betreibt das Österreichische Bundesheer weiter eine entsprechende Feldsanitätsstation. Seit dem Jahre 2000 ist diese in Containern untergebracht und gewährleistet einen hohen medizinischen Standard für die dort zu versorgenden Soldaten. Die Feldsanitätsstation oder auch einfach "MedCenter" genannt wird im Verbund mit dem Schweizer Kontingent betrieben. Hier arbeiten neben vier Ärzten 18 Sanitätssoldaten, davon 17 Österreicher und fünf Schweizer. Das "MedCenter" versorgt die ca. 600 Soldaten des Maneuver Bataillons "Dulje" allgemeinmedizinisch. Ebenso wurde die notfallmedizinische Betreuung für die 400 Österreicher und 200 Schweizer im Feldlager, auf Patrouillen und Einsätzen sichergestellt. Neben den robusten Sanitätsfahrzeugen der Schweizer stehen hier österreichische Notarztwagen vom Typ "Pinzgauer" und Sanitätsradpanzer "Pandur" zur Verfügung. Leiter des MedCenters ist ein österreichischer Truppenarzt.

Auch auf dem allgemein- und notfallmedizinischen Sektor wird zwischen dem österreichischen und deutschen Kontingent eng zusammengearbeitet. Die Österreicher nehmen nicht nur regelmäßig an den fachlichen Fortbildungen im ELAZ teil, sondern es wird auch intensiv im Rahmen gemeinsamer Übungen notfallmedizinisch trainiert. So werden u. a. komplexe Verkehrsunfälle innerhalb der Camps simuliert sowie schwierige Situationen im Einsatzgebiet mit einen Massenanfall von Verletzten (MASCAL - Mass Casuality).

Auch bei der Behandlung von Diensthunden arbeiten die österreichischen und deutschen Veterinärinnen Hand in Hand.

Alltag im Feldlazarett

Um den Alltag des deutschen Einsatzlazaretts im Feldlager Prizren etwas widerzuspiegeln seien drei Beispiele aus dem ELAZ im Bereich der vormals bezeichneten Multinational Task Force South (MNTF S - siehe TD 1/2009, "Ein Team - eine Mission, Multinationalität - ein Garant für den Erfolg der MNTF S im Kosovo") angeführt. Dabei handelt es sich um völlig verschieden gelagerte medizinische Fälle erkrankter oder verunfallter Soldaten unterschiedlicher KFOR-Nationen, die seit Oktober 2009 bis dato regelmäßig vorkommen können:

Montag, 16. November 2009: Gegen 0300 Uhr kommt ein Anruf zur Verwundetenleitstelle (PECC - Patient Evacuation Coordination Cell) im Kommando der MNBG S des deutschen Feldlagers Prizren: Dem dort diensthabenden österreichischen Unteroffizier wird ein Unfall zweier ungarischer Fahrzeuge in der Nähe von Péc/Pejë im Bereich der Multinational Task Force West (MNTF W, heute MNBG W) gemeldet. Zahlreiche ungarische Soldaten seien verletzt und schon mit ihren erstversorgenden Sanitätern im Anmarsch nach Prizren. Etwa um 0430 Uhr kommt der erste ungarische Krankenwagen mit fünf Soldaten auf Krankentragen, zwei Stunden später werden noch einmal sechs Soldaten angeliefert. In der Notfallaufnahme des ELAZ fällt nun für das deutsche und österreichische Sanitätspersonal viel Arbeit an. Dies betrifft v. a. das Schockraumpersonal, Röntgenpersonal und die Chirurgen. Im Raum für Massenunfallsituationen des Einsatzlazaretts herrscht Hochbetrieb. Elf Verletzte auf einen Schlag sind auch für ein Einsatzlazarett eine Herausforderung. Nach genaueren Untersuchungen (wie Röntgen und Computertomographien) stellte sich heraus, dass alle eingelieferten Soldaten zum Glück nur leichtere Blessuren erlitten hatten. Lediglich eine Soldatin musste mit einer Gehirnerschütterung weiter im ELAZ überwacht werden.

Mittwoch, 25. November 2009, 1800 Uhr: Große Unfallübung bei Nacht im deutschen Feldlager "Toplicane" (in der Nähe von Prizren). Eine brennende Unterkunft wird simuliert und zahlreiche Verletzte fallen an. Neben den deutschen Sanitätskräften und -fahrzeugen kommt auch ein österreichisch-schweizerisches Notarztteam unter österreichischer Führung mit einem Sanitäts-Pinzgauer aus dem nahen Feldlager Camp "Casablanca" zum Einsatz, das mithilft die Übungsverletzten zu versorgen und für den weiteren Abtransport nach Prizren zu stabilisieren.

Dienstag, 2. Dezember 2009, 0900 Uhr: Ein italienischer Unteroffizier hat am Abend zuvor bei einem Sturz im Camp Villagio d’Italia bei Péc/Pejë eine schwere Verrenkungsfraktur am rechten Handgelenk erlitten. Insgesamt sind sechs Handwurzelknochen gebrochen. Nach dem Röntgen und einer Computertomographie erfolgt eine komplizierte und langwierige Operation. Eine Handchirurgin aus dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz führt mit ihrem Team den Eingriff im ELAZ erfolgreich durch. Mit dabei ist eine Diplomkrankenschwester des österreichischen Kontingents, die ansonsten als Vertragsbedienstete im Landesklinikum Wiener Neustadt arbeitet und fast acht Monate im deutschen Lazarett ihren Dienst versieht.

Das 3-Ebenen Modell A-C (Role 1-3) beim Österreichischen Bundesheer

Leistungsbereich A (Role 1) - präklinische Versorgung:

Hauptaufgabe: Setzen von notfallmedizinischen Maßnahmen und allgemeinmedizinische ambulante Behandlung von Leichtverwundeten.

  • Erweiterte Erste Hilfe bereits auf Ebene der Teileinheit;
  • Triage (Einstufung der Verletzten nach Dringlichkeit der medizinischen Versorgung) bei einem Massenanfall von Patienten;
  • Rettung und Notfallmedizin;
  • präventivmedizinische Beratung und Unterstützung der Truppe;
  • ambulante allgemeinmedizinische Versorgung;
  • Durchführung sanitätsdienstlicher Meldungen und Behandlungsaufzeichnungen;
  • medizinische ABC-Schutzmaßnahmen inklusive der Dekontamination von Patienten.

Leistungsbereich B (Role 2) - klinische Akutversorgung:

Alle Aufgaben des Leistungsbereiches A sind in B integriert.

  • Organisation und Durchführung des Patiententransportes vom Leistungsbereich A zu den Sanitätseinrichtungen des Leistungsbereiches B;
  • fachärztliche Kapazitäten in den Bereichen Unfallchirurgie, Anästhesie, Interne Medizin, Psychiatrie und Zahnmedizin zur qualifizierten Diagnostik und vertretbaren aufschiebenden Behandlung von lebensbedrohenden Traumen und Erkrankungen;
  • Definitivversorgung weniger schwerer Traumen und Erkrankungen;
  • Einsatz klinischer Psychologie;
  • stationäre Pflege von Patienten bis zum Sekundärtransport oder bis zur Genesung und Rückkehr zur Truppe, bei weniger schweren Traumen und Erkrankungen;
  • Fähigkeit zur schwergewichtsmäßigen Verstärkung des Leistungsbereiches A mit mobilen Notarzt-Teams;
  • Anschlussversorgung der zugeordneten Truppen mit Sanitätsgütern;
  • Fähigkeit zum autarken Einsatz.

Leistungsbereich C (Role 3) - weitergehende klinische Versorgung und Rehabilitation:

Im Leistungsbereich C sind die Leistungsbereiche A und B integriert.

  • Fachärztliche Kompetenz in allen weiteren Bereichen der Medizin, insbesondere HNO, Urologie, Orthopädie, Gynäkologie, Ophthalmologie, Dermatologie, Neurologie, Neurochirurgie, Radiologie und Hämatologie;
  • Behandlung von Verbrennungsopfern;
  • Behandlung von Verletzten durch A-, B- oder C-Kampfstoffe und von kontaminierten Patienten;
  • Behandlung von Patienten mit psychischer Kampfreaktion;
  • Organisation und Durchführung des Patiententransports zu den Sanitätseinrichtungen des Leistungsbereiches C;
  • Definitivversorgung von schweren und lebensbedrohenden Traumen und Erkrankungen einschließlich der Rehabilitation;
  • Möglichkeit zur Identifizierung eines B-Waffen-relevanten Erregers.

Anmerkung: Das Feldspital im Kosovo gehört nach österreichischer Beurteilung in den Leis¬tungsbereich B, da u. a. die erforderliche Anzahl der Fachärzte fehlt. Die oftmals genannte "B+"-Bezeichnung trifft auf den Bereich "Humanitäre Hilfe" zu wie das zusätzliche Betreiben einer Kinderstation oder einer Geburtenstation mit medizinischer Versorgung der Einheimischen.

Österreicher im ELAZ

Für den deutschen Sanitätseinsatzverband in Prizren und insbesondere für die 65 Soldaten der Klinikkompanie (siehe Gliederung Sanitätseinsatzverband) ist der Einsatz im Kosovo eine besondere Herausforderung. Das deutsche ELAZ-Personal wird u. a. beim stationären Management von Schweizern, Franzosen, kosovarischen Hilfskräften und besonders von den Österreichern unterstützt. Vor allem aus Österreich sind hier Soldaten wie auch ziviles Personal tätig.

Im Einsatzlazarett Prizren unterstützte Oberwachtmeister Emmerich Prischl die Anästhesie-Abteilung und die Notaufnahme. Neben selbstständig durchgeführten Nachtdiensten, überwachte Prischl die Patienten im ELAZ nach schwereren Operationen. In Österreich ist Prischl Milizsoldat des Jägerbataillons 26 in Spital an der Drau und arbeitet im Allgemeinen Krankenhaus in Wien auf der Intensivstation für Brandverletzte. Sechs Monate dauerte sein Einsatz im Süden des Kosovo.

Ein weiteres Beispiel ist Wachtmeister Christoph Cizek vom Landeskrankenhaus in Graz, in Österreich diplomierter Krankenpfleger und Notfallsanitäter. Er wurde für sechs Monate u. a. auf der Allgemeinpflegestation des Einsatzlazaretts eingesetzt. Im ersten Quartal 2010 diente auch ein österreichischer Chirurg im ELAZ, der als Milizsoldat seinen Dienst im Kosovo leistete.

Das deutsche Sanitätspersonal rotiert alle vier Monate, die Narkoseärzte sowie der Klinische Direktor bleiben sogar nur acht Wochen im Einsatzraum. So stellen die österreichischen Soldaten im ELAZ einen wichtigen Faktor für die Kontinuität im Einsatzsanitätsbereich dar.

Neben den Soldaten sind auch österreichische Zivilkräfte, so genannte Vertragsbedienstete als Krankenschwestern/Krankenpfleger im Einsatzlazarett der Bundeswehr beschäftigt. Karin Braunsdorfer war dabei die Erfahrenste unter ihnen und Vorbild für die jüngeren Schwestern im Pflegedienst. Als langjährige OP-Schwester im Landesklinikum Wiener Neustadt war ihr der achtmonatige Einsatz im Kosovo eine willkommene Abwechslung. Sie arbeitete auf der Bettenstation, half bei chirurgischen Eingriffen und im Operationsbereich. Zudem wurde sie gerne vom stationierten deutschen Facharzt für Orthopädie in das kosovarische Regionalkrankenhaus in die Nachbarstadt Djakova mitgenommen. Dort unterstützen sie den örtlichen Orthopäden bei der Durchführung von Kniegelenkspiegelungen. Seit es keine direkte humanitäre Hilfe für kosovarische Gesundheitseinrichtungen mehr gibt, nur wenige einheimische Patienten noch im Einsatzlazarett behandelt werden, und auch das kosovarische Gesundheitssystem sich ständig verbessert, konzentriert man sich bei der Zusammenarbeit auf "Hilfe zur Selbsthilfe". Dabei lernen die kosovarischen Mediziner mitteleuropäische Techniken und Verfahren kennen. Genau hier half auch Braunsdorfer mit ihrem Fachwissen u. a. bei der Anleitung zur OP-Desinfektion und -Sterilisation.

Resümee

Im Rahmen der KFOR-Mission in Kosovo gibt es auf medizinischem Gebiet schon seit langem eine vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschem und österreichischem Sanitätspersonal. Das deutsche Einsatzlazarett des Feldlagers Prizren, zuständig für die klinische Versorgung von KFOR-Angehörigen, hat fachlich hochspezialisierte Soldaten und zivile Mitarbeiter aus Österreich in seinen medizinischen Betrieb integriert. Sie sind gerne gesehen und leisten dort in vielen klinischen Fächern einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der medizinischen Versorgungsqualität.


Autor: Flottenarzt Dr. med. Volker Hartmann, Jahrgang 1960. Seit 1984 Marinesanitätsoffizier; fünfjährige Verwendung als Schiffsarzt auf Schnellbooten und auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock", mehrjährige klinische Tätigkeit in einem Bundeswehrkrankenhaus, Einsatz im Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel, im Stab des Admiralarztes der Marine in Wilhelmshaven und im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. 2002-2009 Leiter des Sanitätsdienstes der Zerstörerflottille (jetzt Einsatzflottille 2) in Wilhelmshaven. Seit 2010 stellvertretender Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr und Kommandeur Lehrgruppe A in München; Facharzt für Arbeitsmedizin. Auslandseinsätze: 2002 Senior Medical Officer (SMO) bei der "Operation Enduring Freedom" am Horn von Afrika, 2005 Leiter des Marineeinsatzrettungszentrums (MERZ) an Bord des Einsatzgruppenversorgers (EGV) "Berlin" für "Humanitäre Hilfe Südostasien" vor Banda Aceh/Indonesien, 2005 Einsatz bei der militärischen Evakuierungsoperation vor der Elfenbeinküste, 2006-2007 SMO des maritimen UNIFIL-Verbandes vor der Küste des Libanon, 2009 SMO des ESVP-Einsatzes "Atalanta" vor der Küste Somalias an Bord des EGV "Berlin", 2009-2010 Kommandeur Sanitätseinsatzverband KFOR im Kosovo. Bisher 70 wissenschaftliche Publikationen (Themenbereiche: Schifffahrtmedizin, Geschichte der Maritimen Medizin, Marinesanitätsdienst, Sanitätsdienst der Deutschen Kriegsmarine). 1995 Paul-Schürmann-Preis der Deutschen Gesellschaft für Wehrpharmazie und Wehrmedizin.

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