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Fokus: Fünf Jahre des Fortschrittes und der Weiterentwicklung

Fünf Jahre des Fortschrittes und der Weiterentwicklung

Die Überleitung zum Aufklärungs- und Artilleriebataillon (AAB) am 1. Februar 2009 wurde im Bundesheer unterschiedlich betrachtet. Viele wussten schon, "dass das nichts wird", manche hofften dass es sich mit der Zeit etabliert, wenige glaubten fest daran. Aber wo ist die Beweisführung, dass "Altbewährtes" dem "Neuen" überlegen ist? Wenn man die "Übungsvergangenheit" des ÖBH als Maßstab nimmt, so mag sich vieles bewährt haben, aber trotzdem: es gibt keine Schlüssel- und Raumsicherungszonen mehr! Ein anderer Maßstab der Bewährung ist das ÖBH 2025, das zurzeit im Fähigkeiten basierten Planungsprozess abgeleitet und für den Einsatz strukturiert wird. Zugegeben, hier wird spekuliert, dass es sich zukünftig bewährt, doch leitet es sich von aktuelleren Einsatzszenarien ab, also dem "Altbewährten"!

Auf jeden Fall liefern Einsatzarmeen einen realistischeren Maßstab, weil sie seit Jahren konventionelle und asymmetrische Einsatzführung zu leisten haben. Schwächen von Verfahren, Strukturen und Gerätschaft werden ausgemerzt, um das Überleben des Einzelnen und den Erfolg der Mission zu sichern. So besitzt Frankreich in der Brigade Serval in Mali, die USA in der Stryker Brigade und Deutschland im Ausbildungs- und Schutzbataillon in Afghanistan AAB-Strukturen, die grundsätzlich den Weg Österreichs bestätigen, auch wenn 2009 eine andere Intention die Struktur festschrieb.

In Anbetracht ÖBH 2025 ist mit dem jetzigen AAB noch nicht der endgültige Wurf gelungen, da ja auch eine Ressourcen basierte Ableitung zu Grunde lag. Doch es ist Zeit einen Weg der Weiterentwicklung fortzuführen und zwar zukunftsorientiert, szenarienangepasst, effizienzsteigernd und kostenneutral. Aber wie soll das gehen?

Dazu sind von den folgenden Vorraussetzungen auszugehen:

Der Schutz der eigenen Kräfte hat oberste Priorität, weil es sowohl in der konventionellen als auch in der asymmetrischen Konfrontation im In- und Ausland um das Wohl der eingesetzten Soldaten und die politische Verantwortung der Regierung geht.

Die Aufklärung schafft das Lagebild, dass den folgerichtigen Entschluss ermöglicht und damit ein wesentliches Mittel zum aktiven Schutz der eigenen Kräfte darstellt.

Die Feuerunterstützung ist das Mittel, das zur Durchsetzung des Mandates bzw. zur Notwehr und Nothilfe der eingesetzten Kräfte permanent, unabhängig von Witterung sowie innerhalb der Reaktionszeit einer Teileinheit verfügbar sein muss und daher als Mittel der aktiven Force Protection unabdingbar ist.

Die Folgerung daraus: Das AAB leistet einen wesentlichen Beitrag zur aktiven Force Protection und unterstützt die Truppe durch den Aufklärungs- und Wirkungsverbund.

Wie ist das zukünfitg umzusetzen?

1. Schritt: Paradigmenwechsel der Artillerie von der Streuwaffe zur Punktwaffe.

Bereits eingesetzte bzw. in Einführung befindliche Präzisionsmunition der letzten Generation stellt auf große Distanzen (mehr als 50 km) geringen Streuungsradius (kleiner als 10 Meter) und höchste Wirkung sicher. Dies bei geringerem Munitionseinsatz (minus 66 Prozent), verbesserter Effizienz (plus 48 Prozent) und reduzierter Wahrscheinlichkeit von Kollateralschäden bzw. Friendly Fire (minus 36 Prozent).

2. Schritt: Anpassung der Feuereinheit und des logistischen Aufwandes durch die Verringerung des Munitionsbedarfes und des logistischen Aufwandes (minus 30 Prozent). Bei gleichzeitiger Reichweitensteigerung, kann die Feuereinheit ohne Leistungseinbussen auf einen Geschützzug vermindert werden, wodurch sechs Geschützzüge etwa das Gleiche leisten wie sechs Panzerhaubitzbatterien.

3. Schritt: Die Strukturierung sämtlicher Teilfähigkeiten der Aufklärung.

Die Quantität und Qualität der Teilfähigkeiten Gesprächs-, Radar- und luftgestützte Bodenaufklärung, aber auch der Auswertekapazitäten, ist zurzeit nicht ausreichend strukturiert. Durch AAB-interne Umschichtung der frei werdenden Artillerieressourcen können diese Teilfähigkeiten neutral aufgebracht werden.

4. Schritt: Kostendeckung.

Durch Reduzierung der Munition und des logistischen Aufwandes sowie durch die Effizienzsteigerung kann der höhere Munitionspreis ausgeglichen werden.

Das AAB7 wurde während der EURAD13 mit Exzellent evaluiert, obwohl der Aufbau unter widrigsten Umfeldbedingungen erfolgte. Das AAB4 setzt sich das Ziel, dieses Ergebnis während der EURAD15 mehr als nur zu bestätigen.

Hätte die Planungsleitlinie 2014-2016 die Zerschlagung der AABs zur Folge gehabt, so hätte sich das Bundesheer die Chance genommen einen Vorteil aus der Generierung eines zukunftsträchtigen Verbands zu ziehen, obwohl ein Wirksamwerden bereits nach fünf Jahren eindrucksvoll zu erkennen ist.

Oberstleutnant Reinhard Lemp, MSD

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