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Rundschau

Österreich: Bundesheer entsendet Experten nach Ghana

Das Österreichische Bundesheer unterstützt seit Februar 2014 ein multinationales Friedensprojekt zur Konfliktprävention in Westafrika. Verteidigungsminister Gerald Klug verabschiedete Major Ortwin Gammer als Kursdirektor an die militärische Ausbildungsstätte "Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre" in Accra, Ghana.

Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung hat es sich gemeinsam mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (Economic Community Of West African States) und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zum Ziel gemacht, mit der Unterstützung des Trainingszentrums die politische Stabilität in den westafrikanischen Ländern zu stärken.

Seit Anfang Februar 2014 ist Major Gammer dort zwei Jahre lang für die Durchführung von Kursen zur zivil-militärischen Zusammenarbeit zuständig. Abgesehen von der Festigung der Position des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre als multinationale Ausbildungsstätte soll die Entsendung des österreichischen Offiziers auch die Afrikaexpertise und Kompetenzgewinnung des Bundesheeres erhöhen.

-red-

Österreich/Deutschland: Deutsche Dienststelle in Berlin

Am 4. Februar 2014 besuchte eine Delegation des Österreichischen Schwarzen Kreuzes (ÖSK) die Deutsche Dienststelle (ehemals Wehrmachtsauskunftsstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene - WASt). Eine ehemalige Maschinenfabrik im Berliner Ortsteil Reinickendorf ist Standort des umfangreichsten Archives über die Personalunterlagen von Angehörigen der ehemaligen Deutschen Wehrmacht. In der Deutschen Dienststelle befinden sich Querverweise zu Millionen namentlicher Angaben über Versetzungen zu Truppenteilen, und die Zuordnung zu den Erkennungsmarken von Soldaten der Land- und Luftstreitkräfte sowie der Kriegsmarine. Darunter lagern unter anderem fünf Millionen Personaldokumente, Wehrstammbücher und Marinestammrollen.

Auch das Zentralregister der Kriegsgräber für ca. 900 000 Gefallene des Ersten Weltkrieges und für ca. 3,6 Millionen des Zweiten Weltkrieges ist in diesem Amt angesiedelt. Ein eigener Bereich enthält 15 Millionen Dokumente über deutsche Soldaten, die infolge des Zweiten Weltkrieges in französische, amerikanische oder britische Kriegsgefangenschaft gerieten. Zusätzlich sind noch 1,5 Millionen Akten von ausländischen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft archiviert. Ein wahrer Komplex an Material und Daten, der noch jahrzehntelang Stoff für Historiker und für Anfragen von Nachkommen der ehemaligen Soldaten bietet. Der Leiter der Deutschen Dienststelle Hans-Hermann Söchtig bemerkte sehr treffend zu den Millionen von Akten, dass jeder Umschlag ein Schicksal bedeutet, und beinahe jedes Schicksal mit Leid und Trauer der Angehörigen verbunden ist. Das große und ungebrochene Interesse an Nachforschungen beweisen die rund 110 000 Anfragen an die Deutsche Dienststelle in den vergangenen drei Jahren. Das ÖSK nimmt laufend die Arbeit der Deutschen Dienststelle für Nachforschungen über den Kriegsdienst der Österreicher in der Deutschen Wehrmacht in Anspruch. In vielen Fällen war es daher möglich, erfolgreich zu helfen und den Familien Gewissheit über einen bis dato vermissten Angehörigen zu verschaffen.

Oberst i.R. Alexander Barthou, Generalsekretär des ÖSK

Österreich/Moldau: "Small Arms Safety"-Projekt

Wien (OTS/BMLVS) - Insgesamt zehn Experten des Bundesheeres unterstützen seit dem 5. März 2014 die OSZE-Mission in der Republik Moldau. Dort schulen vorerst vier Angehörige der Heereslogistikschule und des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik die moldauischen Streitkräfte in den Bereichen Munitionslagersicherheit und -verwaltung. Vorrangiges Ziel ist es, Sicherheitsexperten auszubilden, die selbst Lagerpersonal bezüglich Waffen und Munition unterrichten und die konkrete Verbesserung der Lagersicherheit in nationaler Verantwortung umsetzen. Bis 2017 beteiligen sich unter der Leitung Österreichs Schweden, Kanada, Deutschland und die Schweiz am Kapazitätsaufbau. Zeitgleich werden bis zu zehn Österreicher in Moldau tätig sein. Die Einsatzvorbereitung der österreichischen, schwedischen und kanadischen Ausbilder fand vom 10. bis 14. Februar 2014 an der Heereslogistikschule in Wien statt.

Die Ausbildung gliedert sich in, über das Jahr verteilte, drei- bis vierwöchige Theorie- und Praxismodule und besteht aus drei Schritten. Im ersten Schritt lernen die moldauischen Militärangehörigen, die vorhandene Munition auf Lagerfähigkeit zu überprüfen sowie deren korrekte Lagerung und Inventarisierung. Im zweiten Schritt unterstützen die OSZE-Trainer die Moldauer, während diese selbst die Schulung durchführen. Im letzten Schritt begleitet das Missionsteam die Streitkräfte bei der Umsetzung der Lagersicherheit. Bis 2017 wird diese Vorgangsweise laufend wiederholt. Diese Methode wurde durch die Heereslogistikschule in Zusammenarbeit mit dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik und dem Kommando Einsatzunterstützung entwickelt. Mit dem Projekt kommt Österreich einem Unterstützungsansuchen der Republik Moldau an die seit 1993 mit einer Friedensmission in Chisinau stationierte OSZE nach.

Das Projekt "Lagersicherheit Klein- und Leichtwaffen/konventionelle Munition" ist eingebettet in die OSZE-Mission in Moldau. Deren Hauptaufgabe ist die Unterstützung der politischen Verhandlungen zwischen der Republik und der separatistischen Region Transnistrien. Weitere Ziele sind die Förderung von Menschenrechten, Medienfreiheit, Demokratisierung, die Bekämpfung von Menschenhandel sowie Munitionsvernichtung.

-red-

Norwegen/NATO: Minenräumen in der Ostsee 2014

Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurden in der Ostsee etwa 160 000 Minen gelegt, von diesen sind erst 25 000 unschädlich gemacht worden! Gewiss ist die Bedrohung in erster Linie eine Frage der Lebensdauer des Zünders, aber hier schlummert eine latente Gefahr für Schifffahrt und Umwelt - und dies nach fast 70 Jahren Kriegsende!

Auf See wird zwischen Anker- und Grundminen unterschieden. Erstere waren in den Kriegen Kontaktminen, während Grundminen ab dem Zweiten Weltkrieg durch Veränderung des Wasserdruckes, des Geräuschpegels oder des magnetischen Feldes eines Schiffes zur Explosion gebracht wurden. Treibminen sind nicht mehr das Problem, könnten aber aus einer Ankermine entstehen. Die NATO hat eine permanente Minenräumung SNMCMG (Standing NATO Mine Counter Measures Group), die seit Mai 1973 in der Ostsee ihren Dienst versieht - also noch zu Zeiten des "Kalten Krieges". Die Aufgabe besteht im Aufspüren alter Minen, Torpedos und Sprengkörper sowie in deren Unschädlichmachen. Da die Ostsee nicht sehr tief ist, kann eine wie auch immer hervorgerufene Explosion einer Mine direkt oder indirekt einem Schiff den Kiel von unten aus brechen.

Die Minenräumung wird mit speziellen Minenräumbooten durchgeführt. Wie in der Grafik (siehe oben) skizziert, wird eine Mine oder ein abgesoffener Torpedo vom scannenden Sonar im Schiffsbug vorwärts erfasst, analysiert, markiert und anschließend unschädlich gemacht. Ankerminen werden in einer bestimmten Tiefe an ihrem Verankerungskabel vom Schneidkabel des Räumfahrzeuges erfasst und abgetrennt. Die Mine wird eingeholt, gesprengt oder mit Maschinenwaffen unschädlich gemacht. Grundminen in 60 bis 70 m Tiefe können durch ein künstliches Magnetfeld, wie dies ein Schiff darstellt oder durch "Agate" (Air Guns and Transducer Equipment), das einen bestimmten Geräuschpegel erzeugt, in einem für das Fahrzeug sicheren Abstand (mehr als 400 m) zur Explosion gebracht werden. "Agate" ist ein spin-off der norwegischen Erdölindustrie von Kongsberg. Das Gerät kann durch Luftdüsen die Geräusche der verschiedensten Schiffspropeller erzeugen und so moderne Minen auslösen, d. h. unschädlich machen.

Norwegen hat mit 2 400 Marinesoldaten seit 1984 an diesen Einsätzen teilgenommen. Außerdem beteiligen sich Deutschland, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Polen, Dänemark, Litauen, Lettland und Estland mit Fahrzeugen. Norwegen führte diese Streitkräfte 1998/99 und 2004/05 an.

2012 war die KNM (Kongelig Norsk Marine) "Valkyrie" sechs Monate das Befehlsschiff für diese Aufgabe. Zusätzlich nahmen die KNM "Alta" und die KNM "Karnøy" teil. Die KNM "Hinnøy" nahm im März 2013 teil, sie wurde von der KNM "Rauma" im Herbst abgelöst, die bis Dezember 2013 ihren Dienst versah.

Minenräumboot "Rauma" Die KNM "Rauma" (M 352) ist das modernste Minensuch- und Räumboot der Welt und eines der drei verbliebenen Schiffe der "Alta"-Klasse, Luftkissen Fahrzeuge bzw. SES-Oberflächeneffekt-Schiffe (siehe dazu auch TD-Heft 6/2002). Es hat zwei Schürzen und ist wie ein Katamaran gebaut, sodass ein Luftkissen dazwischen aufgenommen wird. Zum Vortrieb dienen Wasserdüsen. Wenn die Luft eingepumpt wird, hebt sich das Schiff und ist somit von Unterwasserexplosionen gesichert. Aufgrund des operativen Tiefganges von nur 10 bis 15 Prozent von jenem eines normalen Schiffes gleichen Deplacements, fegt es auf der Meeresoberfläche auch über kleinere Hindernisse hinweg. Entsprechend gering ist der Fahrwiderstand. Die akustische und magnetische Signatur des Schiffes ist derart gering, dass es nahezu immun gegen Unterwasserangriffe bzw. Auslösung moderner Minen ist. Es ist so konstruiert, dass es auch nahe subaquatische Explosionen (Unterwasserexplosionen) übersteht.

Die KNM "Rauma" ist 55 m lang und 13,5 m breit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20,5 kn und einer Reichweite von 1 500 sm. Die Besatzung besteht aus 40 Mann. Das Schiff bietet eine solide Plattform für das Minenjagdsonar und die Verwendung modernster Minenräumgeräte, Lenkflugkörper und Maschinenwaffen.

Aus "Forsvarets Forum" Nr. 12/2013, übersetzt von DI Helmut Malnig

Nordische Staaten/Island: Wehrpflicht im Norden

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Wehrpflicht verändert, insbesondere nach Auflösung der Sowjetunion. Letzteres Ereignis setzte in Europa die Bedeutung der Wehrpflicht für die Verteidigung herab. Die meisten Staaten Europas sind zu einer professionellen Armee übergegangen. In der EU sind es nur Österreich, Zypern, Griechenland, Dänemark, Estland und Finnland, die die Einberufung praktizieren. Allerdings werden in diesen Ländern weniger Rekruten einberufen und der Wehrdienst dauert kürzer als früher. Selbst Russland ist seit 2008 von 18 auf zwölf Monate Wehrdienst übergegangen.

Schweden hat 2010 die Wehrpflicht aufgehoben. In Norwegen und Dänemark ist die Anzahl der einberufenen Rekruten drastisch gesunken, mit Ausnahme von Finnland, das einen hohen Anteil beibehält. In diesem Land sind es nur 10 Prozent der Bevölkerung, die eine Reduktion der Wehrpflicht oder einen Übergang zur professionellen Verteidigung befürworten. Norwegen ging sogar einen Schritt weiter, als es am 14. Juni 2013 als einziges NATO-Land auch für Frauen die gleiche Wehrpflicht forderte. Das dazu beschlossene Gesetz tritt 2015 in Kraft.

Norwegen: Die Wehrpflicht gilt von 19 bis 44 Jahren und ist seit 1907 im Grundgesetz §109 verankert. Für Frauen kam 1985 der freiwillige Beitritt. Allgemein werden weniger Leute rekrutiert. Laut Gesetz wird es das erste Land in Europa in neuerer Zeit sein, das die geschlechtsneutrale Wehrpflicht einführt. Die Zustimmung der Bevölkerung ist denkbar knapp und beruht eher auf Über-Emanzipation bzw. Gegen-Emanzipation (husmannen). Vielleicht ist die männliche Jugend zu wenig vom Militär begeistert? Es sind also eher psychologische/soziologische Gründe und kein außenpolitischer Zweck, z. B. wegen der riesigen Gebiete im Nordmeer, die in Zukunft kontrolliert werden müssen.

Finnland: Die Wehrpflicht wurde während der Loslösung von Russland 1917/18 mit einjähriger Dauer eingeführt. Mit dem Wehrpflichtgesetz von 1950 wurde auf acht Monate reduziert. Derzeit variiert die Einberufungszeit zwischen sechs und zwölf Monate, abhängig von der Dienstart. 2004 wurden 80 Prozent der Kandidaten einberufen. 2012 waren es 22 000 Wehrpflichtige.

Dänemark: Die moderne Wehrpflicht wurde im Grundgesetz von 1849 festgelegt. 1952 hob man den Grundausbildung von zwölf auf 18 Monate an. Grund war der Koreakrieg und die angespannte internationale Politik. 2012 wurden nur 4 901 Rekruten einberufen, davon betrug der weibliche Anteil 17,9 Prozent. Derzeit steht Dänemark bei vier Monaten Wehrdienst mit einigen Ausnahmen, um weitere Arbeitssuche zu ermöglichen.

Schweden: Die allgemeine Wehrpflicht für Männer wurde 1901 eingeführt. Schweden setzte nach dem Zweiten Weltkrieg auf Verteidigung. 1950 war das Ziel 40 000 Wehrdiener zu haben. 1980 kamen die ersten Frauen als freiwillige Wehrdiener in die Verteidigung. 1989 wurden alle militärischen Positionen für Frauen geöffnet. Von 32 547 Rekruten 1996 sank die Zahl 2009 auf 3 472. Am 15. Juni 2009 bestimmte das schwedische Parlament mit 153 gegen 150 Stimmen den Grundwehrdienst einzustellen, womit am 1. Juni 2010 dieser beendet wurde. Die Verteidigung Schwedens basiert nun auf Freiwilligkeit.

Island: Seit der Unabhängigkeit Islands 1944 gab es keine Wehrpflicht mehr.

Aus "Forsvarets Forum" Nr.12/2013, übersetzt von DI Helmut Malnig

China: Fregatte "Jieyang"

Am 27. Jänner 2014 wurde im Marinestützpunkt Shantou in der Provinz Goungdong die neue Fregatte "Jieyang" (Nr. 587) in Dienst gestellt. Die "Jieyang" ist eine leichte Fregatte der neuesten Generation 88,9 Meter lang, 11,14 Meter breit, bei einer Verdrängung von 1 300 BRT. Die "Jieyang" vefügt über ein modernes Waffensystem, sehr guter Steahlteigenschaften und ist besonders für die elektronische Kampfführung ausgerüstet. Das Schiff wird bei der südchinesischen Flotte seinen Dienst versehen.

-nt-

Österreich/Ukraine: OSZE-Beobachter auf die Krim

Österreich schickte auf Ersuchen der Ukraine unter dem OSZE Verifikationsregime von 5. bis 12. März 2014 zwei Offiziere des Bundesheeres im Auftrag der OSZE auf die ukrainische Halbinsel Krim. Ziel war es, festzustellen, welche militärischen Aktivitäten von Russland auf der Halbinsel gesetzt wurden. Der Bericht dient in Folge als Basis für die weitere Vorgehensweise der EU. Insgesamt beteiligen sich bisher 19 OSZE-Mitgliedstaaten an der Mission. Mit Oberst Anton Eischer und Oberst Josef Hölzl entsandte das Bundesheer zwei international erfahrene Experten. Als OSZE-Sitzstaat stellt Österreich mehrmals jährlich Experten für die OSZE, zuletzt etwa 2013 in Serbien und Weißrussland.

-red-

Indonesien: Flugzeugupgrade

Die Luftwaffe sucht im Zuge der Modernisierung ihrer Flotte, Ersatz für die F-5E/F "Tiger". Von den ehemals zwölf Flugzeugen sind nur mehr zwei einsatzfähig. Zwischen 2010 und 2014 wurden für die Modernisierung der Streitkräfte 12,4 Milliarden USD bereit gestellt. Die Lieferung einer Staffel Sukhoi Su-27/30 ist abgeschlossen. 24 F-16 Kampfflugzeuge werden nach einer Modernisierung aus den USA erwartet. Die Lieferungen von "Super Tucano’s", KAI KT-1 "Wong Bee" (einmotoriges Turbopropflugzeug für die Anfängerschulung), T-50 "Golden Eagel" (leichtes Angriffs- und Trainingsflugzeug) von Südkorea und Grob G 120 (zweisitziges, kunstflugtaugliches einmotoriges Flugzeug) von Deutschland sind im Gange. Acht von 16 T-50 sind ausgeliefert. Die Luftwaffe prüft die Anschaffung von zusätzlichen Su-35 oder F-16.

-nt-

Indien: Rüstungssorgen

Der Generalstabschef der indischen Streitkräfte, General V. K. Singh, äußert sich Anfang 2014 besorgt über die schleppende Modernisierung der Armee. Zwar hätte sich viel verbessert, aber in den Kernbereichen wären die Beschaffungsverträge noch überhaupt nicht unterzeichnet. Die 355 Bataillone des Heeres bräuchten dringend einen modernen Mannschutz, neue Helme, Gewehre, leichte Maschinengewehre, dritte Generation ATGM’s und Nachtsichtgeräte. Bei der Artillerie gäbe es keine modernen 155-mm-Haubitzen oder leichte Haubitzen. Die Armeefliegerei benötigt schnell Ersatz für seine veralteten Hubschrauber. Seit Jahren wird über diese notwendigen Beschaffungen verhandelt, aber entsprechende Verträge wären noch immer nicht in der Nähe einer Finalisierung. Das Heer wäre dadurch nur sehr bedingt für einen Konflikt einsatzfähig.

Die Luftwaffe hat den parlamentarischen Verteidigungsausschuss Mitte Februar 2014 davon informiert, dass gegenwärtig nur 34 von den 42 bewilligten Kampflugzeugstaffeln operationsfähig wären. In den nächsten Jahren würde die Zahl noch weiter abnehmen, da der Zulauf von neuen Flugzeugen nicht ausreichend ist. Viele Neubeschaffungen sind über die Vertragsverhandlungen noch nicht hinaus. Bis 2025 müssten sämtliche jetzt im Dienst stehende Kampfflugzeuge ausgemustert werden, da sie an ihr Wartungsende gekommen sind.

-nt-

Indien: Soldatenmangel

In seiner Sitzung am 20. Februar 2014 hat der parlamentarische Verteidigungsausschuss mit Verärgerung die Fehlbestände an Mannschaften und Offizieren bei den Streitkräften zur Kenntnis genommen. Bei der Armee fehlen 9 384 Offiziere (statt 52 859 sind nur 43 475 im Stand). Ebenfalls fehlen 20 561 Soldaten. Die indische Marine hat ein Defizit von 1 561 Offizieren und 11 825 Matrosen. Bei der Luftwaffe bräuchte man noch 659 Offiziere und 3 674 Soldaten. Der Verteidigungsausschuss verlangt vom Verteidigungsministerium eine Erklärung, wie es zu diesen Fehlständen kommen konnte. Die Rekrutierungsmaßnahmen für Mannschaften, die Ausbildung sowie die Attraktivität für den Offiziersberuf müssen verbessert werden, um entsprechende Talente zu binden.

-nt-

Japan: Kostenexplosion

Die steigenden Kosten für die F-35 Kampfflugzeuge machen Japan zu schaffen. Japan hatte sich 2011 für den Ankauf von 42 F-35 entschieden. Bis 2018 sollen 28 beschafft werden, der Rest bis 2021. 38 Flugzeuge sollen in Japan gebaut werden. Der sinkende Yen und die steigenden Produktionskosten für den F-35 stellen Japan vor große Probleme. Von Seiten der Luftwaffe hat man mit der F-35 keine Freude, da die enormen Kosten riesige Löcher in das übrige Modernisierungsprogramm schlagen. Mit der Beschaffung ist auch noch nicht geklärt, wie die 200 F-15J und 90 F-2 ersetzt werden sollen. Ob ein Erhalt der gegenwärtigen Flotte von 260 Kampfflugzeugen oder gar eine Steigerung auf 280 möglich ist, kann nicht vorhergesagt werden.

-nt-

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