Bundesheer Bundesheer Hoheitszeichen

Instagram
flickr
YouTube
facebook-button
Bundesheer auf Twitter

Dänemarks Kampf um Schleswig

Gedenkstätten des Deutsch-Dänischen Krieges 1864

Sowohl die Landoperation im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 als auch das Seegefecht vor Helgoland können anhand von Überresten der Befestigungsanlagen sowie Museen und Denkmälern in Schleswig-Holstein und in Dänemark gut nachvollzogen werden. Eine repräsentative Auswahl von ihnen wird hier vorgestellt.

Danewerk und Oeversee

Das Danewerk ist eine Befestigungsanlage aus Gräben und Wällen aus dem 8. Jahrhundert. Sie diente ursprünglich dem Schutz der Schleswiger Landenge zwischen der Treene im Westen und der Schlei im Osten gegen das Vordringen der Sachsen sowie von slawischen Stämmen.

Die im entscheidenden Gelände für einen Vorstoß nach Jütland gelegenen Anlagen wurden 1864 von dänischen Pionieren reaktiviert und mit 33 Erdwerken und 180 Geschützen ausgebaut. Die Ereignisse dieses Krieges trugen wesentlich zur Bedeutung des Danewerkes in der nationalen Mythologie Dänemarks bei.

Direkt am Hauptwall des Danewerkes liegt im Ort Dannewerk, südwestlich der Stadt Schleswig das Danewerk Museum (www.danevirkemuseum.de). Neben der Geschichte der Entstehungsphasen dieser Verteidigungsanlage, beschäftigt sich eine zweite Ausstellung mit der dänischen Minderheit in Südschleswig.

Nach dem Rückzug der Dänen vom Danewerk Richtung Flensburg trafen die mit den Preußen verbündeten nachstoßenden Österreicher zwischen den Dörfern Sankelmark und Oeversee auf den Feind. Träger des Kampfes waren hauptsächlich das steirische Feldjäger-Bataillon Nr. 9 sowie das in Graz beheimatete k.u.k. Infanterie-Regiment Nr. 27 "König der Belgier".

Heute erinnern in Graz die Oeverseegasse und im 15. Wiener Gemeindebezirk die Oeverseestraße, die den ehemaligen Exerzierplatz auf der Schmelz im Süden begrenzt, an das Gefecht.

Umgekehrt gibt es in Oeversee einen Grazer Platz. Seit 1865 wird mit dem Oeverseemarsch an das Nachhutgefecht am 6. Februar 1864 gedacht. Zunächst war es ein schleswig-holsteinisches und deutsches Gedenken, dann kamen Österreicher dazu, seit 2004 marschieren auch Dänen am 6. Februar von Flensburg nach Oeversee, um der Opfer des Gefechtes zwischen den Dänen und den sie verfolgenden Österreichern zu gedenken.

Düppeler Schanzen und Fredericia

Am 18. April 1864 stürmten die Preußen die Düppeler Schanzen, wenige Tage später, am 29. April rückten die Österreicher kampflos in Fredericia ein.

Im Historiecenter Dybbøl Banke erhält der Besucher einen umfassenden Überblick über das Kampfgeschehen und das Leben der Soldaten in diesen dramatischen Tagen des Jahres 1864.

Ein Ausstellungsbereich ist der Einordnung der Gefechte in den historischen Zusammenhang der Deutschen Einigungskriege gewidmet und trägt damit wesentlich zum Verständnis sowohl der Landoperation als auch des Seegefechtes vor Helgoland bei.

In einem Kinosaal wird vor einem Diorama der Gefechtsablauf multimedial erläutert. Dabei werden auch die Ursachen für den Deutsch-Dänischen Krieg sowie die Folgen der dänischen Niederlage beleuchtet. Die Erläuterungen sind über Kopfhörer auch in deutscher bzw. englischer Sprache verfügbar, ebenso wie entsprechende Folder.

Im Freigelände ist eine nachgebaute Schanze, die etwa einem Zugsstützpunkt entspricht, zu besichtigen. Einmal mehr wird hier deutlich, dass der Ausbau fester Anlagen nur von geringem taktischem Nutzen ist.

Der Düppeler-Schanzen-Sturmmarsch (Armeemarsch II, Nr. 186) von Gottfried Piefke erinnert musikalisch an das Gefecht, bei dem er angeblich erstmals gespielt wurde.

In Fredericia kann noch die weitgehend original erhaltene Befestigungsanlage des Brückenkopfes zur Insel Fünen besichtigt werden.

Fregatte Jylland

Vom längsten Holzschiff der Welt ist nur mehr der Schiffskörper im Original erhalten. Die Aufbauten wurden nach den ursprünglichen Plänen wiederhergestellt.

Die Dampfmaschine, mit der während der Gefechte gefahren wurde, befindet sich nicht mehr an Bord, ihre Funktionsweise wird anhand einer 3D-Simulation erklärt. Ein ausgeklügeltes technisches Detail kann im Trockendock besichtigt werden: Die Schiffsschraube konnte ausgekuppelt und in einen Kasten hochgezogen werden, um bei Fahrt unter Segeln den Fahrtwiderstand zu minimieren. Auch die Ruderanlage, deren Beschädigung im Gefecht vor Helgoland die Verfolgung der Österreicher scheitern ließ, ist zugänglich.

Erwähnenswert ist ein horizontales Schnittmodell im Maßstab 1:33, das einen Einblick in die vier Decks gibt und das beengte Leben an Bord erahnen lässt.

Die Erklärungen vor Ort sind ausschließlich in Dänisch angebracht, es gibt aber einen guten Folder in englischer Sprache sowie ein Video in Dänisch, Deutsch und Englisch.

-aj-

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
Impressum | Kontakt | Datenschutz | Barrierefreiheit