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Rundschau

Österreich: Militär-Ski-Weltmeisterschaft

Fast hundert Kilometer nördlich des Polarkreises, in Sodankylä im finnischen Lappland, fanden von 24. bis 29. März 2014 die 52. Ski-Weltmeisterschaften des Internationalen Militär-Sport-Verbandes (CISM - Conseil International du Sport Militaire) statt. An die 250 der weltbesten Militärskisportler aus 17 Nationen beteiligten sich an acht unterschiedlichen Bewerben, organisiert und durchgeführt von den finnischen Streitkräften. Das Österreichische Bundesheer entsandte ein Team von 23 Sportlern.

Mit dem 15-km-Langlauf der Männer und der 10-km-Langlauf der Frauen wurde diese Weltmeisterschaft eröffnet. In der Einzelwertung der Herren konnte der österreichische Korporal Bernhard Tritscher den 5. Platz erreichen. Im Riesentorlauf belegte Korporal Roland Leitinger von der österreichischen Mannschaft den 2. Platz, gefolgt von Korporal Vincent Kriechmayr. Der Gefreite Markus Feller belegte den 5. Rang. Durch diese geschlossene Mannschaftsleistung setzten sich die Österreicher im Teambewerb auf den 1. Platz vor den Mannschaften aus Deutschland (2) und Frankreich (3).

Auch die Frauen boten an diesem Tag hervorragende Leistungen. So erreichte Korporal Carmen Thalmann den 2. Rang. Die weiteren Platzierungen für Österreich waren der 5. Rang von Korporal Lisa-Maria Zeller und der 7. Rang von Korporal Ricarda Haaser. Mit diesem Ergebnis konnten sich die österreichischen Frauen Silber in der Mannschaftswertung holen. Nur die französische Mannschaft war besser.

Als dritter Bewerb an diesem Tag wurde der Skiorientierungslauf bestritten. Hier sicherte sich Gefreiter Tobias Habenicht den 8. Rang. Am zweiten Tag kam es zur Entscheidung in der Disziplin Biathlon der Herren. Mit den Rängen 3 für Zugsführer Simon Eder und 4 für Korporal David Komatz sowie mit den Platzierungen der weiteren österrei­chischen Sportler errangen die Österreicher in der Teamwertung der Männer die Goldmedaille.

Am 28. März 2014 wurde als letzte Disziplin dieser Weltmeisterschaften der Patrouillenlauf durchgeführt. Wiederum konnte das Österreichische Bundesheer sich über Spitzenleistungen seiner Teilnehmer freuen. Bei den Männern erkämpften die Sportler Korporal Bernhard Tritscher, Zugsführer Simon Eder, Korporal David Komatz und Zugsführer Sven Grossegger den 2. Platz. Die Frauen erreichten mit Gefreiter Christina Rieder, Zugsführer Katerina Smutna, Korporal Kerstin Muschet und Korporal Katharina Innerhofer den 6. Rang. Mit diesen Leistungen sicherte sich das gesamte Team des Bundesheeres den dritten Rang in der Nationenwertung hinter Frankreich (1.) und Deutschland (2.). Insgesamt errangen die österrei­chischen Heeressportler zwei Gold-, vier Silber- und drei Bronzemedaillen haben.

Oberstleutnant Georg Liko, Lagezentrum BMLVS

Österreich: Garderekruten üben Katastrophenschutz

Die 3. Gardekompanie führte im Rahmen der Modulausbildung für Grundwehrdiener bereits zum zweiten Mal eine Katastrophenschutzausbildung durch. Zusammen mit der Feuerwehr Weißenkirchen/Joching in der Wachau probten 183 Soldaten den Ernstfall. Die klar festgelegten Ausbildungsinhalte der Übung waren einerseits das richtige Befüllen von Sandsäcken und Errichten von Sandsackdämmen sowie andererseits die Handhabung des mobilen Hochwasserschutzes.

Nach den Katastrophenjahren 2002 und 2013, in denen die 3. Gardekompanie bereits entlang der Donau im Einsatz war, war es für die Grundwehrdiener, aber auch für den Kader eine wertvolle Erfahrung, ohne extreme Umwelteinflüsse das neue System "mobiler Hochwasserschutz" kennenzulernen, damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen. Die Ausbildung selbst war in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert, wobei das Schwergewicht in der Handhabung lag. Der praktische Teil der Modulausbildung wurde am 10. April 2014 im Rahmen einer Tagesverlegung durchgeführt. Unter Anleitung der Freiwilligen Feuerwehr Weißenkirchen/Joching wurden die einzelnen Phasen des mobilen Hochwasserschutzes dargestellt, erklärt und schlussendlich unter Anleitung bis zur höchsten Ausbaustufe veranschaulicht. Die Rekruten des Einrückungstermins November 2013 waren vor allem von der Einfachheit und der Geschwindigkeit, in welcher dieser äußerst wirksame Schutz errichtet werden kann, erstaunt. Auch die verschiedenen Bauarten eines Sandsackdammes lernten viele der jungen Soldaten erstmalig kennen. Der ein oder andere Grundwehrdiener konnte sein persönliches Wissen und seine Erfahrungen aufgrund dessen Tätigkeit bei Feuerwehren und anderen zivilen Einsatzorganisation in ganz Österreich einbringen. Vor allem aber wurde mit dieser Ausbildung die Grundlage geschaffen, dass die teilnehmenden Rekruten ihr erlerntes Wissen und Können nun auch im zivilen Umfeld anwenden und weitergeben können.

Ein weiterer Teil der Ausbildung befasste sich mit der Einweisung in die Abläufe der Einsatzzentrale Joching, die im Katastrophenfall eingerichtet wird.

Oberleutnant Mag.(FH) Benjamin Jäger, Kommandant 3. Gardekompanie

Österreich: Erste Frau Brigadier

Verteidigungsminister Gerald Klug ernannte am 31. März 2014 mit Wirkung von 1. April Frau Dr. med. univ. Andrea Leitgeb zur Kommandantin der Sanitätsschule. Gleichzeitig beförderte er sie zum Brigadier und damit zur ersten Frau im Generalsrang im Österreichischen Bundesheer. Verteidigungsminister Klug würdigte in seiner Ansprache den erfolgreichen Karriereweg von Dr. Leitgeb und ihr bisheriges Engagement als Chirurgin im Militärspital bzw. später in der Grundlagenabteilung der Sanitätsschule.

Die Fachärztin für Allgemeinchi­rurgie begann ihre militärische Karriere beim Bundesheer im Jänner 2001. Nach Absolvierung ihres Ausbildungsdienstes übernahm die gebürtige Tirolerin im August 2001 die Stelle als Oberärztin im Heeresspital in Stammersdorf. Seit Juni 2004 arbeitet sie in der Sanitätsschule des Österreichischen Bundesheeres. Leitgeb konnte vor ihrem Eintritt in das Verteidigungsministerium bereits internationale Erfahrungen in den USA und in Luxemburg sammeln. Dazu kamen während ihrer bisherigen Dienstzeit noch weitere internationale Ausbildungen in Fort Detrick (USA) und auf der NATO School in Oberammergau (Deutschland). Vom 1. November 2001 bis zum 30. Juni 2002 absolvierte sie einen Auslandseinsatz als Bataillonsärztin im Camp "Faouar" in Syrien.

-red-

Österreich: "Slow Mover Protection"

Von 7. bis 10. April 2014 wurde durch das Streitkräfteführungskommando - federführend Teilstab Luft - die Übung "Slow Mover Protection" abgehalten. Luftstreitkräfte und Militärpolizisten trainierten den Schutz für hochrangige Staatsgäste bzw. Delegationen in Österreich. Die Übung bestand aus drei Phasen: dem schnellen Lufttransport, dem Straßentransport bzw. der Eskorte durch die Militärstreife & Millitärpolizei und einer Luftevakuierung aus Notlandezonen. Als Ausgangspunkt für die Lufttransporte diente der Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn, die mit Hubschraubern S-70 "Black Hawk" durchgeführt wurden, wobei die Hauptübungsgebiete in den Räumen Truppenübungsplatz Allentsteig und Ottenschlag lagen. In diesen galt es, dargestellte bzw. durch die Übungsleitung eingespielte Straßensperren und Demonstrationen durch die Luftaufklärung zu erkennen, im Konvoi darauf zu reagieren und auf Außenlandeplätze auszuweichen, um einen sicheren Rücktransport der VIP-Delegation zu gewährleisten. Zur Bewachung der VIP-Transporte wurden auch Eurofighter, Saab 105-OE, OH-58-Helikopter und PC-7-Flugzeuge eingesetzt.

Hauptmann Mag.(FH) Gerd-Alois Hiess

Österreich/Slowenien/Italien: Großübung im Rosental

Am 9. und 10. Mai 2014 übten rund 1 000 Personen der Einsatzorganisationen aus Kärnten, Steiermark, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien, davon knapp 100 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres, für den Katastrophenfall. Es war die Abschlussübung zum EU-Projekt "GOAL", das seit 2011 läuft.

Kurz nach Übungsbeginn ertönten bereits die ersten Sirenen, die den Einsatzbeginn der teilnehmenden Einsatzorganisationen einläutete. Wenige Minuten später, die durchaus lebensrettend sein können, waren nicht nur Schaulustige und Pressefotografen, sondern auch Feuerwehr, Polizei und Rettung am Unglücksort im Raum Rosental. Egal ob Verkehrsunfall, ein Unfall in einer Propangasfabrik oder ein Güterzugunfall mit gefährlichen Stoffen - unter schwierigsten Bedingungen wurde die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Organisationen trainiert und verbessert. Um auch bei einer Vermisstensuche im unwegsamen, steilen und gefährlichen Gelände Einsatzkräfte und Spürhunde zum Einsatz zu bringen, wurden diese mit Unterstützung des Bundesheeres durch eine "Alouette" III im Suchgebiet abgeseilt.

Am zweiten Tag von "GOAL" verlegte sich der Übungsraum vom Rosental zum Wörthersee, in den Raum Maria Wörth. Hier bekamen es die Übungsteilnehmer mit einem manövrierunfähigen und rauchenden Passagierschiff zu tun. Die in Not geratenen Personen, dargestellt von Soldaten des Bundesheeres - auch mit Verletzungen vorbereitet -, mussten über den Wasserweg evakuiert werden. Parallel dazu suchten Taucher der Villacher Pioniere, abgesprungen aus der "Alouette" III, gemeinsam mit Tauchern der Feuerwehr aus Kärnten, Slowenien und Italien nach einem in den Wörthersee abgestürzten Sportflugzeug. Eigens dafür kurzfristig errichtete Ölsperren könnten so im Ernstfall auch größere Verschmutzungen verhindern.

Ein anderes eingespieltes Szenario war ein Waldbrand, der sich bereits rasch ausgebreitet hatte. Luftfahrzeuge des Bundesheeres wie S-70 "Black Hawk", "Alouette" III und PC-6 wurden zum Löscheinsatz gerufen, da die Brandbekämpfung mit den Kräften am Boden alleine nicht zu bewältigen war. Währenddessen bargen die Alpinisten Verletzte aus der Gefahrenzone.

Am Abschluss dieser Übung gab es u. a. eine Evakuierungsvorführung bei Hochwasser und mit bei einem Waldrand eingeschlossenen Personen über die Drau. Hier konnte die Bevölkerung vor allem die neu eingeführten Pionierboote des Bundesheeres beim Einsatz erleben. Für die Übung selbst richtete das Land Kärnten eine eigene Homepage ein (http://www.ktn.gv.at/291748_DE-GOAL).

Im August 2014 wird die dreijährige Übungsserie "GOAL" zwar beendet, jedoch sprachen sich alle Vertreter der Organisationen für eine Fortführung aus. Mit einem Nachfolgeprojekt soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter vertieft und gefördert werden, um die Fähigkeiten gemeinsam auf die neuen Herausforderungen von Katas­trophen wie Muren, Hangrutschungen, Lawinen, Hochwasser, Waldbrände oder übermäßige Schneemassen auszurichten.

Hauptmann Mag.(FH) Christoph Hofmeister, Militärkommando Kärnten

China: Bestenwerbung

Im Bemühen, nur die besten Personen für die Streitkräfte zu bekommen, wurde im April 2014 ein Programm gestartet, das das Leben der Familien von Offizieren und Unteroffizieren wesentlich verbessert. Neben der Hilfe bei der Familiengründung (Finden von Ehepartnern) und beim Vermitteln von modernen Wohnungen, leistet man auch bei der Arbeitssuche für den Ehepartner im Garnisonsbereich Beistand. Eine wesentliche Erleichterung kommt den Kindern von Soldaten zu, die bei jeder Übertrittsprüfung in den verschiedenen Schulstufen bzw. bei den Aufnahmsprüfungen für Universitäten zusätzlich Punkte bekommen.

-nt-

China: Singleparty für Militärs

Da es in China schon für Männer im zivilen Leben schwierig ist, eine Ehefrau zu finden (in China gibt es fast 30 Millionen Männer mehr als Frauen) hat das Militärkommando Shenyang für Offiziere der Luftwaffe im April 2014 eine Kennenlern-Party veranstaltet. An der Feier nahmen mehr als 100 junge Offiziere und potenzielle Ehefrauen teil. In China geht man generell eher praktisch an die Ehe heran. Ehen werden durch Eltern, Verwandte und Freunde gestiftet. Das freie Kennenlernen, wie es bei uns üblich ist, ist eher selten. Durch den Frauenmangel ist der Konkurrenzkampf umso härter, zu dem noch die Erwartung der Familie kommt, dass der Mann oder die Frau ab einem gewissen Alter verheiratet sein muss.

-nt-

China: Geheimhaltung

In einem Befehl Ende April 2014 hat die Zentrale Militärkommission (CMC) alle Einheiten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee aufgefordert, die Sicherung von militärischen Geheimnissen zu verbessern. Jeder Soldat müsse verstehen, dass die militärische Geheimhaltung für einen Erfolg im Falle von militärischen Auseinandersetzungen absolut notwendig ist. Durch die modernen Kommunikationsmittel gäbe es zu viele Möglichkeiten, dass militärische Geheimnisse in unbefugte Hände gelangen. Alle Soldaten werden durch den Befehl angehalten sich, entsprechend zu verhalten.

-nt-

China: Boot für Gebirge

Am 15. April wurde ein neues Patrouillenboot für große Höhen in Pangong Tso im Karakorum-Gebirge getestet. Durch den Mangel an Sauerstoff ab einer gewissen Höhe können herkömmliche Motoren nicht ausreichend Leistung bringen, wodurch Patrouillenboote nur sehr langsam unterwegs sein konnten. Mit modernerer Technologie können nun Geschwindigkeiten von 70 km/h erreicht werden. Der Bootskörper selbst ist aus Fieberglas, und die Bewaffnung kann auch von der Kabine des Bootes bedient werden.

-nt-

Australien: Mehr Flugzeuge

Die australische Regierung hat ihre Zustimmung für die Beschaffung von weiteren 58 F-35 "Lingthning" II gegeben. Mit den schon bestellten 14 F-35 wird Australien über 72 Flugzeuge verfügen, die auf drei Kampfstaffeln und eine Ausbildungsstaffel aufgeteilt werden.

-nt-

Russland: Soldaten für Russland

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums Mitte April 2014 sind 16 000 ehemalige ukrainische Soldaten und Zivilisten in die russischen Streitkräfte eingetreten. Es handelt sich dabei um 9 268 ukrainische Soldaten und mehr als 7 000 Zivilisten. Sie durchliefen im südlichen Militärbezirk eine Umschulung und sind seit Mai 2014 bei den russischen Streitkräften eingesetzt.

-nt-

Japan: Mehr Abfangeinsätze

Das Ministerium für Selbstverteidigung gab Anfang April 2014 bekannt, dass im Jahr 2013 japanische Kampfflugzeuge 810 Mal zu Abfangeinsätzen aufgestiegen sind - 415 Mal gegen chinesische Militärflugzeuge (Steigerung gegenüber 2012 um 3 Prozent) und 359 Mal gegen russische Militärflugzeuge (Steigerung gegenüber 2012 um 45 Prozent) sowie 36 Mal gegen nordkoreanische und taiwanesische Militärflugzeuge.

-nt-

Japan: Zweifel an Einsatzfähigkeit

Japanische Verteidigungsexperten sind um die Einsatzfähigkeit der japanischen Selbstverteidigungskräfte besorgt. Man hätte in den letzten Monaten zwar 52 Landungsfahrzeuge in Auftrag gegeben, F-35-Kampfflugzeuge und Global Hawks gekauft, aber trotzdem bestehen Bedenken an der Verteidigungsfähigkeit Japans. Viel wichtiger wären die Koordinierung der einzelnen Kommanden und eine schlagkräftige Luftabwehr. Die Raketenabwehr wäre zweite Wahl und lückenhaft, genauso wie die Luftkampffähigkeit durch die veralteten F-15-Kampfflugzeuge nicht durchgehend gegeben ist. Die F-15 benötigen eine dringende Nachrüstung. Die in Beschaffung befindlichen F-35 würden laut Experten für die Luftverteidigung überhaupt nicht ausreichen. Ebenso wird die Aufstellung der Marineinfanterieeinheit als viel zu klein kritisiert. Einige High-End-Waffensysteme würden nicht ausreichen, um Japan ausreichend militärisches Potential zu geben - im Gegenteil: Der Glaube an eine "silberne" Kugel, die alles kann, könnte für Japan tödlich sein.

-nt-

Neuseeland: Attraktivierung des Soldatenberufes

Der Kommandant der neuseeländischen Streitkräfte, General Dave Gawn, stellte im April 2014 ein Fünf-Punkte-Programm vor, mit dem der Dienst bei den Streitkräften attraktiver gemacht werden soll, um die fehlenden Stellen zu besetzen und vor allem die Soldaten zu behalten. Die Streitkräfte verlieren zwischen 16 und 23 Prozent ihrer Soldaten durch vorzeitige Kündigung. Von 378 Offizieren vom Leutnant bis zum Hauptmann im Jahr 2009, waren 2013 nur mehr 296 im Dienst. Von 68 weiblichen Offizieren, die 2009 im Dienst waren, verblieben 2013 nur 42. Große Sorge bereitet auch die geringe Rekrutierung im Mannschafts- und Unteroffiziersstand. Die fünf Punkte bestehen aus den Kernaussagen: Die Streitkräfte sind verlässliche Partner mit Zielen. Die Streitkräfte besinnen sich auf ihr Kerngeschäft der Verteidigung. Talente werden durch intensive Schulungen gefördert, die sich im nationalen und internationalen Einsatz beweisen können. Die Streitkräfte vermitteln Vertrauen in allen Rängen, eine schlagkräftige Armee zu sein. Der "Rohstoff" Mensch muss sinnvoller und überlegter eingesetzt werden.

-nt-

Deutschland/Österreich: Symposion Deutsch-Dänischer Krieg

Auf Initiative des TRUPPENDIENST-­Korrespondenten, Fregattenkapitän dR Jürgen Draxler, traf sich vom 13. bis 15. Mai 2014 in Cuxhaven und Wilhelmshaven der Jahrgang "Tegetthoff" der Theresianischen Militärakademie zu einer Gedenkveranstaltung in Norddeutschland. Anlass war der 150jährige Jahrestag des Seegefechts vor Helgoland, das am 9. Mai 1864 in Folge des 2. Deutsch-Dänischen Krieges stattfand.

Zu Beginn der Gedenkfeier empfing Bürgermeister Albrecht Harten die Teilnehmer im Schloss Ritzebüttel in Cuxhaven in jenem Saal, in dem am 10. Mai 1864 die Siegesfeier mit Cuxhavener Bürgern sowie die Beförderung von Wilhelm von Tegetthoff zum Kontreadmiral stattfanden. Harten betonte, dass "mit dieser Gedenkveranstaltung ein weiterer Beitrag geleistet wird, die historischen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen - nicht zuletzt als Mahnung für die heutige Generation." Anschließend besuchten die Teilnehmer die erst kürzlich renovierte Gedenk- und Grabstätte für die gefallenen Österreicher auf dem Friedhof Ritzebüttel. Dort legten der Jahrgang "Tegetthoff", angeführt von Generalleutnant Günter Höfler, sowie Bürgermeister Harten im Gedenken an alle Gefallenen des Seegefechtes Kränze nieder. Höfler würdigte das besondere Engagement der Stadt Cuxhaven sowie des Marinefliegerkommandos in Nordholz um die Traditionspflege an dieser Gedenkstätte. Die Verlegung nach Wilhelmshaven wurde mit einem Zwischenhalt in Nordholz unterbrochen, wo der Kommandeur des Marinefliegerkommandos, Kapitän zur See Hans-Jörg Detlefsen, seinen Verband vorstellte. Ein Besuch des Luftfahrtmuseums "Aeronauticum" rundete den ersten Tag ab.

Der Vormittag des zweiten Tages war der Einsatzflottille 2 gewidmet, jenem Verband der Deutschen Marine, der die Großschiffe betreibt. Mit zwei Barkassen ging es zunächst durch die Hafenanlagen bis in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Dort begrüßte der stellvertretende Kommandeur der Einsatzflottille 2, Kapitän zur See Michael Budde, die Teilnehmer. In seinem Vortrag gab er einen Überblick über die Deutsche Marine, deren Aufgaben und Gliederung sowie die Ausbildung und die aktuellen Einsätze. Er schloss mit einem Blick in die Zukunft, vor allem auf den Zulauf der neuen Fregatten der Klasse 125.

Ein Symposion im Deutschen Marinemuseum vermittelte am Nachmittag Einblicke in die Zusammenhänge rund um das Seegefecht vom 9. Mai 1864. Hofrat Dr. Wolfgang Etschmann von der Landesverteidigungsakademie in Wien gab einen Überblick über die geostrategische Lage zu dieser Zeit und ordnete das Gefecht in den historischen Gesamtzusammenhang ein. In der Folge referierte der Direktor des Deutschen Marinemuseums, Dr. Stephan Huck, über den Deutschen Bund und die politischen Ursachen des Deutsch-Dänischen Krieges. Im Anschluss schilderte Fregattenkapitän Dr. Rüdiger Schiel vom Zentrum für Militärgeschichte und So­zial­wissenschaften der Bundeswehr in Potsdam die Ereignisse des Seegefechtes im Detail (vgl. seinen Beitrag ab S. 200 in diesem TD-Heft).

Zum Abschluss der Vortragsserie berichtete Flottenarzt Dr. Volker Hartmann (SanAk/Bw, München) über das Leben an Bord von Kriegsschiffen in dieser Zeit mit Schwergewicht auf der hygienischen und medizinischen Situation der Seeleute. Anschließend gab es noch Gelegenheit, das sehr sehenswerte Deutsche Marinemuseum zu besichtigen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Teilnehmer mit allen militärischen Ehren auf der Fregatte "Niedersachsen" empfangen. Dieser Besuch bot nicht nur die Gelegenheit, ein Schiff dieser Größenordnung von der Brücke bis zum Maschinenraum im Detail kennenzulernen, sondern vor allem aktuelle Informationen über die Einsätze der Deutschen Marine zu sammeln. In Vorträgen und zahlreichen Einzelgesprächen mit den Besatzungsmitgliedern, die erst kürzlich von der EU-Operation "Atalanta" zurückgekehrt sind, konnten aus erster Hand persönliche Eindrücke aus diesem Einsatz gewonnen werden. TRUPPENDIENST wird in einer der nächsten Ausgaben darüber berichten.

-aj-

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