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Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff

Wilhelm Freiherr von Tegetthoff gilt bis heute als der größte Seeheld in der Marinegeschichte Österreichs. Der Sieger der "Seeschlacht von Lissa" blieb wie sein Förderer Erzherzog Ferdinand Maximilian ein entscheidender Wegbereiter der Seestreitkräfte Österreichs.

Seit dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches 1918 fehlt der ihr nachfolgenden Republik Österreich ein Meereszugang. Heute erinnern nur mehr steinerne Denkmäler, die Sammlung des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien und die riesigen Aktenmengen in den Speichern des Österreichischen Kriegsarchives an die Zeiten als von der Adriaküste aus Schiffe unter den Fahnen Habsburgs die Weltmeere befuhren.

Anders als die großen Seemächte, maßen die österreichischen Landesherren den Seestreitkräften weniger Bedeutung zu als dem Heer, das unter den kaiserlichen Feldherren Prinz Eugen von Savoyen, Erzherzog Carl und Feldmarschall Radetzky zur Machtentfaltung und später zum Machterhalt des Habsburgerreiches diente. Die Bedeutung des Meereszuganges und der Kriegsmarine stieg erst am Beginn der Napoleonischen Kriege. Die nach 1814 aus venezianischen, französischen und italienischen Beständen verstärkte Seestreitmacht blieb in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die bedeutendste im deutschen Sprachraum. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges besaß Österreich-Ungarn immerhin die sechstgrößte Flotte der Welt.

Während die kaiserliche Armee große Feldherrn hervorgebracht hatte, erreichten nur wenige Offiziere der kaiserlichen Marine ihre Popularität und Bedeutung. Die militärischen Interessen des Habsburgerstaates blieben kontinental ausgerichtet. Wenn Reformpläne für die Flotte ausgearbeitet wurden, scheiterten sie fast immer am chronischen Geldmangel oder am Desinteresse der militärischen Zentralbehörden. Hauptaufgabe der kaiserlichen Marine blieb der Schutz der Küstengebiete Venetiens, Istriens und Dalmatiens sowie die Kontrolle der Donau. Verließen Schiffe unter Österreichs Flagge die Adria, dann nur zum Schutz der Handelsschifffahrt im östlichen Mittelmeer sowie aufgrund einiger weniger Forschungsreisen oder diplomatischen Missionen. Am Erwerb von Kolonien in Übersee zeigte die kaiserliche Regierung in Wien keinerlei Interesse.

Erst nach dem Ende der Revolution 1848 und des darauffolgenden ungarischen Aufstandes ein Jahr später stieg das Interesse an der Kriegs- und Handelsschifffahrt deutlich an. Protagonisten und energische Förderer dieser neuen Marinepolitik waren der Bruder des Kaisers Ferdinand Maximilian und dessen Schützling Wilhelm Joseph Franz Seraph Gabriel von Tegetthoff (1827 - 1871).

Der junge Tegetthoff Geboren am 23. Dezember 1827 in Marburg an der Drau (heute Maribor in Slowenien) schien für Wilhelm von Tegetthoff eine Soldatenkarriere vorausbestimmt. Schon seine aus Westfalen stammenden Vorfahren waren um die Mitte des 18. Jh. in österreichische Dienste getreten. Sein Urgroßvater erreichte durch seine Leistungen im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) die Erhebung in den Adelsstand und Wilhelms Großonkel wurde 1799 das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ritterordens verliehen. Tegetthoffs Vater blieb der Profession seiner Vorfahren treu und ergriff ebenfalls den Offiziersberuf.

"Aus der Knabenzeit ist nichts Besonderes zu berichten, wenn man der Neigung widersteht, in die Frühzeit großer Persönlichkeiten all zu viel hineinzudeuten." Was Wilhelm Mommsen über Bismarck schrieb, galt auch für den jungen Tegetthoff. Seine erste Schulbildung erhielt er im Knabenerziehungshaus im Regiment seines Vaters und wechselte über die Normal-Hauptschule 1837 auf das Marburger Gymnasium. Ebenso wie der Vater wollte der junge Mann Offizier werden und trat 1840 in das Marine-Kadettenkollegium in Venedig ein. Nach fünfjähriger Ausbildung musterte er am 21. Juli 1845 aus und begann seinen Dienst als provisorischer Marinekadett in der k(aiserlich).k(öniglichen). Kriegsmarine. Sein Zeugnis wies ihn in fast allen Fächern als sehr guten Schüler aus, selbst das Italienische - bis 1848 die Sprache in den kaiserlichen Seestreitkräften - hatte er zur Zufriedenstellung seiner Vorgesetzten erlernt.

Erste Erfahrungen als Marinesoldat sammelte Tegetthoff auf der Brigg (zweimastiges Segelschiff mit Rahsegeln; Anm.) "Montecuccoli" und der Korvette "Adria", mit der er 1847 an die albanische Küste und in die Levante (aus dem Italienischen: "Osten", Länder des östlichen Mittelmeeres) segelte. Jedoch schien ihm die Dienstroutine nicht sonderlich zu behagen, wie er in einem Brief an seinen Vater bemerkte: "(...) und so wurde mein seit langem genährter Wunsch erfüllt, Kugeln pfeifen zu hören." Als im Frühjahr 1848 die Revolution ausbrach, befand sich Wilhelm von Tegetthoff als frisch gebackener Fregattenfähnrich (Leutnant zur See) in der Marinestation Cattaro (heute: Kotor in Montenegro). Ende März erfolgte seine Verlegung nach Triest und seine Beförderung zum Linienschiffsfähnrich (Oberleutnant zur See). Hier erfuhr er vom Kriegszustand zwischen Sardinien-Piemont und Österreich sowie vom Aufstand in Venedig. Die Lagunenstadt war in die Hände der Revolutionäre unter der Führung von Daniele Manin geraten, und die Rebellen hatten den Ober-Kommandanten der Marine, Vizeadmiral Anton Stephan Ritter von Martini, gefangen genommen.

In Triest versah Tegetthoff zuerst Dienst auf kleinen Schiffen ("Didone", "Montecuccoli"). Im Mai erfolgte seine Verlegung nach Fort Zonchi bei Pola (heute: Pula in Kroatien) bevor er auf der Brigg "Venezia" an der noch ineffektiven Blockade Venedigs teilnahm. Diese hatte Vizeadmiral Martini angeordnet, nachdem er ausgetauscht worden war. Linienschiffsfähnrich Tegetthoff wurde im Frühjahr 1849 dem Vizeadmiral als Personaladjutant zugeteilt und begleitete ihn auf eine Dienstreise nach Neapel. In der Hafenstadt in Kampanien beabsichtigte Martini Dampfschiffe zu erwerben, die für den Dienst in der Blockadeflotte in den seichten Gewässern rund um Venedig geeignet waren. Bereits im August 1848 hatte er ein ehrgeiziges Programm zum Ausbau der Flotte entworfen.

Während die Revolution in Wien niedergeschlagen werden konnte, ging der Krieg in Ungarn weiter. Im März 1849 kündigte der König von Sardinien-Piemont den Waffenstillstand mit Österreich. Elf Tage später musste der Monarch nach zwei verheerenden Niederlagen bei Mortara und Novara gegen den hoch betagten aber rüstigen Feldmarschall Radetzky mit dem Kaiserreich Frieden schließen. Jetzt konnte die österreichische Armee die Belagerung Venedigs intensivieren, und die Seestreitkräfte riegelten den Seeweg in die Lagunenstadt hermetisch ab. Dass die Flotte ihre Aufgabe erfüllen konnte, lag vor allem am energischen Reformwerk ihres neuen Kommandanten, des aus dänischen Diensten übergetretenen Hans Birch Freiherr von Dahlerup. Linienschiffsfähnrich Tegetthoff nahm auf der Korvette "Adria" an der Blockade teil und erlebte hier sein erstes Gefecht. Vor Brandolo lief der Dampfer "Vulcano" auf Grund und kam ins Visier einer Küstenbatterie. Die SMS "Adria" mit Tegetthoff an Bord schleppte das Schiff unter Feuer frei. Der von ihm brieflich geäußerte Wunsch "die Kugeln pfeifen zu hören" war in Erfüllung gegangen.

Eine steile Karriere Nach dem Ende des Krieges versah Wilhelm von Tegetthoff weiter Dienst auf See. Die Reisen führten den jungen Offizier nach Tunis, nach Konstantinopel und erneut in die Levante. 1851 zum Fregattenleutnant befördert und ein Jahr später bereits Linienschiffsleutnant (Kapitänleutnant), erhielt er am 16. Juli 1854 sein erstes Schiffskommando auf dem Schoner (Segelschiff mit zwei Masten, dessen vorderer Mast kleiner als oder gleich groß wie der hintere Mast ist; Anm.) "Elisabeth".

Als 1854 der Bruder Kaiser Franz Josephs, Ferdinand Maximilian (1832 - 1867), das Amt des Oberbefehlshabers der Marine antrat, bekam die Waffengattung endlich ihren verdienten Förderer. Anders als seine Vorgänger Dahlerup und Wimpffen erwies sich der Spross der kaiserlichen Familie der neuen Generation der Schraubenschiffe gegenüber als aufgeschlossen. 1853 war die erste Schraubenfregatte Österreichs - die "Radetzky" - vom Stapel gelaufen.

Wilhelm von Tegetthoff schien sich im Dienst außerordentlich zu bewähren. Eine Dienstbeschreibung von Linienschiffskapitän (Kapitän zur See) Ludwig Ritter von Fautz beschreibt ihn als "einen der besten und brauchbarsten Offiziere". Als Ausdruck dieses Vertrauens seiner Vorgesetzten wurde ihm das Kommando über die "Taurus" und der Auftrag, mit ihr in die Donaumündung zu fahren, gegeben. Gerade nach dem Ende des Krimkrieges, wo Österreich sich durch die verweigerte Hilfe an das Zarenreich einen gefährlichen Feind geschaffen hatte, barg diese Mission besondere Brisanz. Im Donaudelta bemühte sich der Linienschiffsleutnant um die Ausbaggerung der Schifffahrtsrinnen, die Vermessung der Mündung und den korrekten Ablauf der Handelsbeziehungen. Auch hier bewährte sich Wilhelm von Tegetthoff, so dass Konteradmiral Erzherzog Ferdinand Max auf den jungen Offizier aufmerksam wurde.

So ließ der nächste bedeutende Auftrag nicht lange auf sich warten. Kurz vor Baubeginn des Suezkanals schickte ihn die Marineleitung ins Rote Meer, um dort Plätze für Kohlenlager und Faktoreien (Handelsniederlassung von Kaufleuten im europäischen Ausland oder in Übersee; Anm.) zu erkunden. Tegetthoff regte den Kauf der Insel Sokotra im Golf von Aden an; doch in Wien zeigte man sich nicht interessiert. So wurde das Eiland 1878 britisch.

Nach seiner Rückkehr versah er Dienst bei den Marinebehörden in Triest und reiste mit der Korvette "Erzherzog Friedrich" nach Marokko, um angeblich verschollene österreichische Handelsschiffe aufzuspüren. 1859 stolperte Österreich in den unglücklichen Krieg mit Frankreich und Sardinien-Piemont und musste nach der Niederlage in Solferino die Lombardei abtreten. Die österreichischen Seestreitkräfte, die ihrem Gegner an Schiffsraum achtzehn Mal unterlegen waren, beschränkten sich auf die Verteidigung Venedigs und der dalmatinischen Küste.

Nach Kriegsende trat Wilhelm von Tegetthoff - seit 1857 Korvettenkapitän - seine erste Reise nach Übersee an. Mit Erzherzog Ferdinand Max überquerte er den Atlantik nach Brasilien. Die Gunst des Erzherzogs ermöglichte auch seine schnelle Beförderung, denn mit nur 34 Jahren wurde er zum Linienschiffskapitän (Kapitän zur See) ernannt. Zurück in Europa sandte ihn das Oberkommando an die Krisenschauplätze des Mittelmeeres (Libanon, Griechenland). In Griechenland erfüllte Tegetthoff seine Beobachtermission bei der Revolution gegen König Otto aus dem Hause Wittelsbach. Im Frühjahr 1864 führte Tegetthoff noch eine Fahrt zu dem im Bau befindlichen Suezkanal nach Ägypten, bevor er erstmals als Kommandant in den Kampf ziehen musste.

Das Gefecht vor Helgoland 1864 In der Nähe von Rhodos erhielt Tegetthoff die Nachricht, dass wegen des Streites um die verfassungsrechtliche Stellung von Schleswig, Holstein und Lauenburg, ein Krieg zwischen dem Deutschen Bund und Dänemark ausgebrochen war. Er erhielt den Auftrag, im Mittelmeer und im Ärmelkanal gegen Schiffe des Gegners vorzugehen. Der Linienschiffskapitän brach mit seinem Schiff SMS "Schwarzenberg" und zwei Kanonenbooten nach Lissabon auf, wo er auf das Eintreffen eines Geschwaders unter Konteradmiral Bernhard von Wüllerstorf wartete. Doch dieser verspätete sich, so dass Tegetthoff, verstärkt durch SMS "Radetzky", zuerst nach Brest auslief. Dort erhielt er den Befehl zum selbstständigen Operieren und erreichte am 4. Mai 1864 bei Cuxhaven die Elbemündung. Verstärkt durch drei kleine preußische Schiffe versuchte Tegetthoff vergeblich, den dänischen Gegner zu stellen, doch erst am 9. Mai ließ sich die dänische Marine auf ein Gefecht mit Tegetthoffs Einheiten ein.

Um die Mittagszeit kam es bei Helgoland zu einem Zusammentreffen mit dem von Kommodore Suenson kommandierten dänischen Nordseegeschwader (zwei Fregatten "Niels Juel", "Jylland" und die Korvette "Heimdal"). Tegetthoff wusste von der Überlegenheit des Gegners an Geschützen und Kampferfahrung. Nur wenn er die Distanz der Schiffe im Artillerieduell verkleinern konnte, bestand eine Erfolgschance. Doch die Dänen erwiesen sich als zu stark. Durch den heftigen Beschuss geriet die "Schwarzenberg" in Brand und Tegetthoff musste sich unter der Deckung der "Radetzky" zurückziehen. Auch die Dänen verzichteten wegen starker Schäden an ihren Schiffen auf die Verfolgung. Tegetthoff hatte zwar keinen Sieg errungen, doch die Blockade der deutschen Häfen durch die Dänen war gebrochen. Kurz darauf lief Wüllerstorf mit acht Schiffen in Cuxhaven ein und stellte die Überlegenheit der österreichischen Marine her. Per Telegramm beförderte der Kaiser Tegetthoff zum Konteradmiral, und Österreich besaß wieder einen Helden.

"Ecco, i pescatori !" - Die Seeschlacht von Lissa Nach seiner Rückkehr aus der Nordsee versuchte Tegetthoff als Berater Veränderungen in der Marine herbeizuführen. Um den hartnäckigen Mahner loszuwerden, schickte ihn das Marineoberkommando als Eskaderkommandanten (Eskader = Staffel) in die Levante. 1865 trat sein Offizierskollege Wüllerstorf ins kaiserliche Kabinett ein und Tegetthoffs Rat schien wieder gefragt. Er erneuerte seine Forderungen nach dem Ausbau der Häfen, dem Bau von Panzerschiffen und verstärktem Handel mit dem Fernen Osten. Im März des Jahres 1866 wurde der Konteradmiral wegen einer geplanten Asienmission nach Wien beordert, doch trat er diese Reise niemals an.

Der politische Konflikt zwischen Österreich und Preußen um Schleswig und Holstein eskalierte zum "Deutschen Krieg". Bismarcks Preußen ging dazu noch ein Bündnis mit Italien ein. Während in Böhmen die Österreicher bei Königgrätz eine große Niederlage erlitten, schlug Erzherzog Albrecht die Italiener am 24. Juni 1866 bei Custozza vernichtend.

Die Marine war spät mobilisiert worden und Tegetthoff, Kommandant des Einsatzgeschwaders, begann fieberhaft mit Gefechtsübungen und der Ausrüstung der Schiffe. Da Krupp die gezogenen Schiffsgeschütze nicht lieferte, wurden die alten wieder montiert und die Schiffe provisorisch mit Eisenplatten, Schienen und Ankerketten gepanzert. Der Einsatzbereich des Konteradmirals blieb jedoch räumlich beschränkt - er reichte nur bis zur dalmatinischen Insel Lissa (heute: Vis in Kroatien). Wilhelm von Tegetthoff lief in Richtung Ancona aus, doch die Italiener stellten sich nicht zum Kampf.

Gedrängt von einer wütenden Presse und nachdem ihm das neueste Panzerschiff "Affondatore" mit den Drehtürmen endlich zur Verfügung stand, lief der italienische Admiral Persano am 16. Juli in Richtung der Insel Lissa aus. Die Nachricht der Bedrohung erreichte zwei Tage später den österreichischen Konteradmiral, der am nächsten Tag seine Flotte in Marsch setzte. Wieder materiell weit unterlegen, blieb Tegetthoffs einzige Chance im Gefecht rasch die Distanz zum Gegner zu verringern und ihn zu rammen.

Als am Morgen des 20. Juli 1866 die in drei Divisionen (Panzerschiffe, Holzschiffe, Kanonenboote) keilförmig aufgestellte österreichische Entsatzflotte herandampfte und das Gefecht auslöste, war die italienische Marine gerade im Begriff, auf der Insel zu landen. Persano beging kurz vor der Schlacht entscheidende Fehler: Er wechselte von seinem Flaggschiff "Ré d´Italia" auf die "Affondatore" und konnte von dort aus wegen einer fehlenden Admiralsflagge das Gefecht nicht weiter führen. Als sein Flaggschiff deswegen stoppte, entstand eine Lücke, durch die Tegetthoffs Formation durchstieß.

Die Schlacht löste sich in Einzelkämpfe auf, wobei es der "Erzherzog Ferdinand Max" gelang, das italienische Flaggschiff durch einen Rammstoß zu versenken. Das Artillerieduell richtete auf beiden Seiten schwere Schäden an, doch während die Italiener in der Folge noch zwei weitere Schiffe ("Palestra", "Affondatore") verloren und sich zurückzogen, erlitten die Österreicher keinen Totalverlust. Die von Persano als Fischer ("pescatori") verspotteten Österreicher waren Sieger geblieben. Für diesen Verdienst wurde Tegetthoff zum Vizeadmiral befördert.

Der Marinekommandant Für den Posten des Marineoberkommandanten schien Tegetthoff zu jung, so dass man ihn zuerst zu einer Studienreise in die USA abkommandierte. Nach seiner Rückkehr musste Tegetthoff erfahren, dass sein Förderer Maximilian in Mexiko exekutiert worden war. Kaiser Franz Joseph beauftragte ihn daraufhin den Leichnam seines Bruders mit der "Novara" heimzuholen.

Diese heikle Mission löste er mit Bravour, seine Ernennung zum Kommandanten der Österreichischen Marine und zum Chef der Marinesektion im Kriegsministerium folgte daraufhin. In seiner neuen Position bemühte sich Tegetthoff um den Ausbau der Seestreitkräfte, doch stieß er mit seinen Forderungen bei den militärischen Zentralbehörden erneut auf taube Ohren.

Dieser Misserfolg schien ihm nahe zu gehen und hatte gravierende Auswirkungen auf seinen Gesundheitszustand. Bald nach seiner letzten Seereise zur Eröffnung des Suezkanals verstarb der Vizeadmiral am 7. April 1871, 44jährig in Graz vermutlich an einer Lungenentzündung.

Der Abgang des Siegers der Schlacht von Lissa brachte auch sein ehrgeiziges Programm zum Erliegen und der österreichischen Marine fehlte der Förderer, den sie benötigt hätte, um den Weg ins 20. Jahrhundert einzuschlagen.


Autor: Mag. Martin Prieschl, MA, Jahrgang 1976. 2004 Wehrdienst im Panzergrenadierbataillon 13, Angehöriger des JgB Wien I. Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte an der Universität Salzburg. Abschluss in Geschichte 2003 mit Auszeichnung; Auszeichnung des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für die besten Studierenden 2003/2004; Ausbildung zum Archivar am Institut für Österreichische Geschichtsforschung und der Fachhochschule Potsdam, Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung; Dissertation an der Universität Linz über Kommunales Urkundenwesen der Stadt Ried im Innkreis. Nach dem Studium neben zahlreichen Publikationen u. a. Tätigkeiten im Verlagswesen und Ausstellungskoordinator. 2007 bis 2009 Archivar bei der Evangelischen Kirche AB (Oberkirchenrat, Diözese Niederösterreich, Salzburg-Tirol, Militärsuperintendentur), Funktionsdienste bei der Österreichischen Militärischen Zeitschrift ÖMZ. Seit 2009 Geschäftsführer der Fa. Archivtechnik & Systeme (Kommunal- und Firmenarchive).

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