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70 Jahre D-Day

Es gibt kaum einen Ort auf der Welt, wo sich so viele Kriegsmuseen und Erinnerungsstätten auf einem so kleinen Raum angesammelt haben, wie in der Normandie. Jedes Jahr reisen Millionen von Touristen und Kriegsteilnehmern dorthin, um zu sehen, zu lernen und der dramatischen Junitage von 1944 zu gedenken.

Im frühen Morgengrauen des D-Day, des Landungstages am 6. Juni 1944, kämpften sich die ersten Soldaten von den Stränden hoch von Ouistreham und 75 km westwärts in Richtung Cherbourg. Innerhalb von 24 Stunden waren 150 000 Soldaten gelandet. In diesem Gebiet hatte Hitler starke Befestigungen erbaut - so gewaltig, dass die meisten Deutschen kaum im Traum daran dachten, dass gerade hier eine alliierte Invasion stattfinden sollte. Im Verlaufe der Nacht und der Morgenstunden führten die Alliierten die bis dahin größten See- und Landeoperationen der Welt durch. Über 7 000 Fahrzeuge überquerten den Ärmelkanal. Die Landungstruppen und das Material wurden von adaptierten Handelsschiffen und Landungsbooten transportiert, die von Marinefahrzeugen eskortiert wurden. Wenn man die Normandie besucht, dann ist es nicht leicht irgendwo anzuhalten. Am 6. Juni wimmelt es dort nur so von Menschen. Die Pfeile auf der Karte zeigen in Richtung der fünf Landungs-Brückenköpfe: Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die wichtigsten Stätten, die man besuchen sollte.

Pointe-du-Hoc

Pointe-du-Hoc ist eine steile Klippe, die sich direkt aus dem Meer erhebt. Diese sprungbrettartige Klippe wurde von den Elitesoldaten des 2. Rangerbataillons bewältigt. Die gesamte Umgebung sieht wie ein Eierkarton aus, das Resultat einer starken Beschießung und aller vor und nach der Invasion abgeworfenen Bomben. Die EU hat Geld bewilligt, um das Gelände zugänglich zu machen.

Sainte-Mère-Église

In Sainte-Mère-Église landeten die ersten amerikanischen Fallschirmjäger, die dort "ihr" eigenes Fallschirmtruppen-Museum unterhalten. Der amerikanische Soldat John Steele landete auf der Kirchturmspitze und hing stundenlang darauf, während unter ihm schwere Kämpfe vor sich gingen. Heute hängt eine Puppe im Fallschirm von der Turmspitze, befestigt zur Erinnerung an Steele. Das ist auch das Gebiet, wo die Kompanie aus der bekannten TV-Serie "Band of Brothers" landete.

Das Bunker-Museum

In Ouistreham ist ein deutsches Hauptquartier von Hitlers Atlantikwall erhalten. Heute ist es ein Museum, das den Besuchern den Umfang dieser großen Festungsanlagen zeigt. Oben auf dem Bunker befindet sich ein Beobachtungsposten mit guter Aussicht über den Ärmelkanal.

Der künstliche Hafen

Die alliierten Streitkräfte waren gezwungen, einen festen Hafen anzulegen, damit er den enormen Nachschub aufnehmen konnte. Der Hafen wurde außerhalb von Arromanches-les-Bains aus vorgefertigten Betonelementen vorfabriziert, die über den englischen Kanal gezogen wurden. Noch heute kann man die Überreste dieser großen Betonelemente auf dem Strand sehen. Ein Museum, das selbst den Landgang und den Aufbau des Hafens zeigt, ist es wert besucht zu werden. Um die Landungsoperation zu gewährleisten, wurden 60 Handelsschiffe versenkt, um Molen zu bilden, vier davon waren norwegische. Ein fünftes Schiff wurde, noch bevor es den Einsatzort erreichte, versenkt. Im Ganzen waren 51 norwegische Handelsschiffe an dieser großen Operation beteiligt.

Militärparade und Volksfest

Jedes Jahr gibt es am 6. Juni eine große militärhistorische Parade in Bayeux mit Volksfest und viel Trubel. Die meisten Teilnehmer tragen dabei historische Uniformen.

Norwegische Flieger

Das D-Day-Museum in Bayeux zeigt eine umfassende Sammlung von zeitgemäßen Gegenständen. Hier hat man besonderen Wert auf das gelegt, was in der Luft und auf dem Boden geschah. Dazu finden sich auch einige Montagen, die den Beitrag der norwegischen Luftstreitkräfte zeigen.

Das Denkmal ist das größte

Das größte Kriegsmuseum der Normandie liegt in Caen und heißt Mémorial. Hier bekommt man eine gute Einführung zu dem, was in der Normandie während und nach den großen Landungen geschah. Man sollte sich die 30 Minuten gönnen, um auf einer geteilten Leinwand parallel anzusehen, wie sich der Landgang für die deutschen und alliierten Streitkräfte auswirkte.

"Pegasus" Brücke

Bei Ranville bemächtigten sich die Alliierten der wichtigen Brücke mit dem Kodenamen "Pegasus". Die Deutschen wurden von englischen Soldaten überrumpelt, die mit Lastenseglern nur wenige Steinwürfe von den deutschen Stellungen entfernt, gelandet waren. Heute befindet sich dort eine neue und größere Brücke, aber die originale Brücke liegt im Museum, das sich in der Nähe befindet. Hier kann man auch Replikate der Segelflugzeuge sehen. Besuchenswert ist auch das Café Gondrée (heute Pegasus Bridge Café), das auf der anderen Seite des Kanals liegt. Es beherbergte das Hauptquartier der englischen Streitkräfte.

Deutsche Kanonen

Nicht weit weg von Arromanches-les-Bains liegt Longues-sur-Mer. Die meisten deutschen Geschützstellungen wurden infolge der schweren Kampfhandlungen zerstört, aber hier sind einige deutsche Kanonenbatterien erhalten geblieben. Das ist der einzige Ort, an dem die Kanonen noch unverändert an ihrem Platz stehen.

Soldaten-Friedhöfe

Der bestbekannte Kriegerfriedhof in der Normandie ist der amerikanische bei Colleville-sur-Mer. Der Friedhof liegt an jenem Strand, der Omaha genannt wurde und wo 2 500 alliierte Soldaten ihr Leben verloren haben. Insgesamt gibt es 9 387 Grabstellen für amerikanische Soldaten. Hier beginnt auch die Handlung im Spielfilm "Saving Private Ryan". Der größte Kriegerfriedhof in der Normandie ist der deutsche bei La Cambe, wo mehr als 21 000 Soldaten begraben liegen.


Nach: "Forsvarets Forum" - Juni 2009 Übersetzung: H. Malnig, 4. April 2014

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