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Panzerstabsbataillon 3

Das Panzerstabsbataillon 3 stellt als Einsatzverband der österreichischen Streitkräfte die Einsatzunterstützung, Teile der Kampfunterstützung sowie die Führungsunterstützung der 3. Panzergrenadierbrigade sicher.

Geschichte

Das Panzerstabsbataillon 3 wurde am 1. Jänner 1963 aufgestellt. Seine Wurzeln findet das Bataillon in den unmittelbar geführten Kompanien der 3. motorisierten Brigade, die später in die 3. Panzergrenadierbrigade umstrukturiert wurde.

Diese Einheiten bestanden in den meisten Fällen bis zum 31. Dezember 1962 und wurden entweder in das neu aufgestellte Panzerstabsbataillon 3 eingegliedert oder aufgelöst.

Mit der Aufstellung in den Garnisonen Mautern, Krems und Spratzern (St. Pölten) gliederte sich das Bataillon in

  • Stabskompanie,
  • Panzertelegraphenkompanie,
  • Panzerpionierkompanie,
  • Nachschub- und Transportkompanie und
  • Panzerwerkstattkompanie.

Während der folgenden 50 Jahre wurde das Bataillon mehrmals umgegliedert. Zur besseren Veranschaulichung soll die unten angeführte Grafik dienen - die Gliederung nach der Reform "ÖBH2010".

Die Bundesheerreform "ÖBH2010" brachte einige Veränderungen in der Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin sowie Umgliederungen in den Brigaden und dem Panzerstabsbataillon 3. Die Struktur des Bataillons wie sie bis dato besteht, weist folgende Gliederung auf:

  • Stabskompanie,
  • Führungsunterstützungskompanie,
  • Nachschub- und Transportkompanie,
  • Werkstattkompanie,
  • ABC-Abwehrkompanie und
  • Lehrkompanie.

Aufgaben

Aufgrund der Gliederung in sechs unterschiedliche Einheiten hat das Bataillon ein breites Spektrum an Aufgaben und Aufträgen zu bewältigen. Jede Kompanie ist in der 3. Panzergrenadierbrigade für sich einzigartig.

Die Stabskompanie stellt neben dem Grundauftrag der Realversorgung des Bataillons auch einen Kaderpräsenzeinheits-Anteil (KPE-Anteil) für die österreichische Beteiligung an EU-Battlegroups sicher. Die Führungsunterstützungskompanie ist neben der fachspezifischen Ausbildung für sämtliche Fernmeldeverbindungen innerhalb der Brigade sowie für den Aufbau und Betrieb des Brigadegefechtsstandes verantwortlich.

Die Werkstattkompanie stellt die logistische Unterstützung im Teilbereich der Materialerhaltung, der dem Bataillon zugeordneten Truppenteile sicher und trägt im Rahmen der Einsatzlogistik zu einem zeitlich begrenzten autarken Einsatz der Brigade bei. Seit 1. Juli 2013 verfügt die Werkstattkompanie zusätzlich über einen KPE-Instandsetzungszug. Die erste Bewährungsprobe erhält dieser Zug ab dem zweiten Halbjahr 2014 im Rahmen der Bereitstellung für das 14. österrei­chische ORF-Kontingent.

Die Nachschub- und Transportkompanie stellt die Durchführung sämtlicher logistischer Transportaufgaben der 3. Panzergrenadierbrigade sicher. Dazu zählen neben Containertransporten auch der Transport von Ausrüstung und überschwerem Gerät. Die Nachschub- und Transportkompanie stellt mit ihrem KPE-Anteil wie die Stabskompanie ebenfalls Soldaten für die österreichische Beteiligung an EU-Battlegroups.

Die Elemente der ABC-Abwehrkompanie sind mit ihrer Ausrüstung und ihren Geräten für

  • die Kampfunterstützung und den Schutz der Truppen im In- und Ausland,
  • friedensunterstützende Einsätze im internationalen Umfeld,
  • Einsätze bei der internationalen Katastrophenhilfe sowie
  • für Hilfeleistungen bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges im Inland

verantwortlich.

Die Lehrkompanie ist für die Heranbildung von qualifiziertem Kadernachwuchs zuständig. Ihre primäre Aufgabe ist die Ausbildung von Offiziersanwärtern im Rahmen des Einjährig-Freiwilligen-Kurses 1 (allgemeiner Teil) und Einjährig-Freiwilligen-Kurses 2 (Fachteil) in der Waffengattung "Jäger" sowie die Unterstützung mit Personal und Ausrüstung für das Vorbereitungssemester der Theresianischen Militärakademie. Die Ausbildung von Unteroffiziersanwärtern während der Kurse "Militärische Führung 1" sowie des Vorbereitungslehrganges für die Heeresunteroffiziersakademie ist ebenso Auftrag der Lehrkompanie. Die sekundäre Aufgabe ist die Durchführung von Kaderfortbildungen innerhalb der 3. Panzergrenadierbrigade. Die Ausbildung von Grundwehrdienern für andere Bedarfsträger ist die tertiäre Aufgabe.

Neben den waffengattungsspezifischen Aufgaben bildet das Panzerstabsbataillon 3 jährlich zahlreiche Grundwehrdiener aus. Das Jahr 2014 ist gekennzeichnet durch Maßnahmen zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes, die bei allen Rekruten ab dem Einrückungstermin Jänner 2014 durchgeführt werden, wie die Ausbildung im Pflichtmodul "Katastrophenhilfe" und anderen persönlich ausgewählten Wahlpflichtmodulen.

Combat Service Support Battalion (CSSBn)

Das Panzerstabsbataillon 3 hatte bereits 2012 die besondere Aufgabe, mit seinen Kaderpräsenzeinheiten einen Großteil der österreichischen Beteiligung an der EU-Battlegroup 2012-2 zu stellen. Hierfür begannen im Jahr 2010 die umfangreichen Vorbereitungen. Mehrere Teileinheiten wurden zu Kaderpräsenzeinheiten (KPE). Dazu zählten das Bataillonskommando, die Kommando- und Versorgungsgruppe sowie die Ambulanzgruppe der Stabskompanie und mehrere Transportgruppen der Nachschub- und Transportkompanie. Insgesamt wurden damals in Mautern rund 70 KPE-Arbeitsplätze geschaffen. Umgehend begannen die Stabs- und Truppenausbildung und der Zulauf von neuem Gerät, wie das Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) "Dingo" 2 als Führungsfahrzeug und das gehärtete Hakenladesystem für die logistischen Aufgaben. Oberstes Ziel war die Erlangung der Fähigkeit, ein multinationales Logistikbataillon im Einsatz führen zu können. Unter Führung der Deutschen Bundeswehr (Lead Nation) wurde mit dem Panzerstabsbataillon 3 als Combat Service Support Battailon (CSSBn) ein kleiner Verband zur Abdeckung der logistischen Bedürfnisse einer brigadestarken Battlegroup aufgestellt. Einen Großteil der Kampfelemente stellte die Bundeswehr. Die Kampfunterstützungstruppen waren multinational gegliedert und die Einsatzunterstützungstruppen befanden sich unter österreichischem Kommando (Logistic Lead Nation).

Im CSSBn waren neben einem multinationalen Kommandostab auch Soldaten aus Deutschland, Kroatien und der Tschechischen Republik in verschiedenen Organisationselementen vertreten. Für die logistische Führung wurden die Aufgaben im Stab neu verteilt. Um ein logistisches Planungselement zu erhalten, wurde die Kampfunterstützungszentrale nach deutschem Vorbild in eine Einsatzzentrale "Logistik" umgewandelt. Die Einheiten des CSSBn gliederte man für diese Aufgabe ebenfalls neu. Diese bestanden aus einer Kommando- und Stabskompanie mit einem Führungsunterstützungselement, einem Instandsetzungszug und einem Wasseraufbereitungszug. Weiters musste die Stabskompanie alle unmittelbaren Elemente des Force Headquarters (FHQ) in logistischer und personeller Hinsicht führen. Im Bereich der Sanitätsversorgung wurden Teile an das deutsche Feldspital abgestellt, die ein Role 2-Element (fachärztliche Behandlung möglich) zu bilden hatten. Für diesen Beitrag mussten österreichische Soldaten teilweise Ausbildungen bei der Bundeswehr absolvieren.

Eine Nachschub- und Transportkompanie vom Stabsbataillon 7 aus Klagenfurt sowie ein Feldlagerkommando aus Mautern und Melk ergänzten die permanenten Einheiten des Bataillons. Das Feldlagerkommando ist dabei mit der Planung eines Feldlagers für bis zu 5 500 Soldaten in neue Dimensionen (in dieser Art und Größe hat es so etwas bis dato noch nicht gegeben) vorgedrungen. Besondere Herausforderungen bestanden dabei in der Planung und Durchführung der gesamten infrastrukturellen Abdeckung aller Bedürfnisse von brigadestarken Kräften (von der Müllentsorgung über Duschen bis zu den Schlafräumen) sowie der logistischen Sicherstellung der Versorgung mit allen Sachgütern (Schmiermittel, Öl etc.). Zur Umsetzung dieser Planungen stand temporär die Pionier-Baukompanie des Pionierbataillons 2 aus Salzburg zur Verfügung.

Die mögliche Gesamtstärke des österreichischen Anteiles der EUBG 2012-2 von 460 Soldaten setzte sich aus 350 permanent und 110 temporär teilnehmenden Personen zusammen. Um die vorgegebenen Ziele erreichen und überprüfen zu können, führte man mehrere Ausbildungszusammenziehungen und Übungen durch. Im Jahre 2011 fand die erste größere Übung der EUBG bei der 3. Panzergrenadierbrigade im Raum Hörsching und Allentsteig statt. Hier wurden der Aufmarsch, die Zusammenführung sowie die Versorgung eines multinationalen Elementes in einem fiktiven Einsatzraum geübt. Der Aufmarsch erfolgte dabei teilweise auf dem Seeweg (Donau), auf dem Landweg mittels Eisenbahn- und Straßentransport und auf dem Luftweg zum gemeinsamen Port of Debarkation (POD; Flughafen) Linz-Hörsching. Von hier aus erfolgte die Versorgung eines Kampfverbandes auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig. Um die infrastrukturellen Voraussetzungen für diese Übung zu bewältigen, errichtete man in der Kaserne Hörsching ein Feldlager mit allen nötigen Gefechtsständen für das gesamte CSSBn.

Im Herbst 2011 durchlief das Bataillon eine Selbstevaluierung und eine NATO-Evaluierung der Stufe 1 (Einzelsoldat). Im Frühjahr 2012 folgte die Selbstevaluierung der Stufe 2 (Organisationselement) sowie drei Formierungsübungen, bei denen das Herstellen der Abmarschbereitschaft unter Einhaltung aller geforderten Zeitanhalte und unter Durchführung der gesamten organisatorischen Abwicklungen wie Transportmanagement, Verpackung, Ladungssicherung, Maßnahmen der Gefahrengutverordnung und Zoll durchgespielt wurde. Ab 1. Juli 2012 war das Bataillon für Einsätze im Rahmen der Europäischen Union bereit und befand sich bis 31. Dezember 2012 in der "Stand by"-Phase.

Auf einen Blick

Verschiedene nationale und internationale Überprüfungen und Übungen haben gezeigt, dass alle gestellten Aufgaben mit militärischer Kompetenz und Professionalität erfüllt werden konnten. Die weitere Entwicklung der europäischen Kampfgruppen wird für diesen Verband eine neuerliche Herausforderung bieten. Für das Jahr 2016 ist eine Beteiligung an einer EUBG im Teilbereich Logistik innerhalb eines Bataillons vorgesehen. Diese Beteiligung wird eine weitere Plattform für Bewährungsproben offerieren. Wiederum wird es oberstes Ziel des Bataillons sein, der Einsatzaufgabe gerecht zu werden, alle beteiligten Soldaten bestens auf die Herausforderungen vorzubereiten und letztendlich ein multinationales Logistik-Element im europäischen Verbund auf bewährte Weise zu führen.

Zukunftsaussichten

Grundsätzlich sind alle Stabsbataillone als Führungs-, Kampf- und Einsatzunterstützungsverbände für den Einsatz innerhalb eines großen Verbandes (Brigade) ausgelegt. Nach ÖBH2010 wurde von der Brigadeambition abgegangen. Es ist nicht mehr geplant, österreichische Truppen in Brigadestärke in einen möglichen Auslandseinsatz zu entsenden. Für Inlandsaufgaben ist der Einsatz von geschlossenen Brigaden weiter vorgesehen. Hier ist auch weiterhin der Bedarf an Stabsbataillonen vorhanden.

Das Österreichische Bundesheer verstärkt derzeit die Beteiligungen an europäischen Battlegroups. Hier lässt sich ein Trend zu einem logistischen Schwergewicht erkennen. Diese Beteiligung setzt eine Aufstellung eines Logistikbataillons auf der Basis von Kaderpräsenzeinheiten voraus. Diese Aufgabe kann von keinem Stabsbataillon alleine bewältigt werden. Wie schon bei der EUBG 2012-2 werden aus dem gesamten Bundesheer Organisationselemente in den Status KPE versetzt und unter dem Kommando eines designierten Verbandes, wie dem Panzerstabsbataillon 3, zusammengeführt.

Die Friedensgliederung des Österreichischen Bundesheeres ist derzeit in einer Phase der Überarbeitung. Die Grundlage dafür ist die im Frühjahr 2013 verfügte Planungsleitlinie. Diese sieht eine Straffung und Anpassung der Strukturen in den Stabsbataillonen vor. Der Planungshorizont ist auf die Jahre 2014 bis 2017 beschränkt.

Eine weitere Planungsgruppe beschäftigt sich mit dem Bedarf an Strukturen und den Fähigkeiten des Bundesheeres im Jahre 2025. Die Herausforderungen liegen dabei in der Kontinuität der Planungsarbeit und der Beibehaltung von, aufeinander abgestimmten, Strukturmaßnahmen. Ein wichtiger Punkt ist auch die Beurteilung von Fähigkeiten, die aufgegeben, erhalten oder neu geschaffen werden müssen. Die Beteiligung an der EUBG 2012-2 hat dem Panzerstabsbataillon 3 in diesem Bereich wichtige Erfahrungen eingebracht und lässt einen gewissen Bedarf für die Zukunft ableiten. Die zukünftigen Planungen für die Stabsbataillone stellen sich aufgrund der Vielfältigkeit der hier vereinten Einheiten (Führung, Kampf­unterstützung, Einsatzunterstützung, Ausbildung) als komplex dar und sind durch viele Abhängigkeiten zu anderen Verbänden geprägt. Die derzeitigen Sparzwänge werden Auswirkungen auf die Zukunft dieses kleinen Verbandes haben. Grundsätzlich ist aber weiterhin der Bedarf an solchen Unterstützungsverbänden, in welcher Form auch immer, gegeben.

Truppenkörperabzeichen

Das Wappen ist auf einem Metallabzeichen mit Kunstharzauflage und spanischem Schild (Halbrundschild) angebracht. Der schwarze Schild ist durch dünne goldene Linien schräg graviert, mit einem ebenfalls schwarzen Herzschild. In den Feldern oben sind ein goldenes Blitzebündel, rechts ein goldener Anker, links ein goldener, schräg aufwärts gerichteter geflügelter Pfeil, unten ein goldenes Zahnrad neben einer goldenen Äskulapnatter mit Stab. Im Herzschild ist ein silbernes Tatzenkreuz, in dessen rechtem Obereck sich ein ebenfalls silbernes vierblättriges Kleeblatt befindet. Im schwarzen Schildhaupt steht die Schrift "PzStbB3" in Gold, darüber thront als Kleinod das Stadtwappen der Stadt Krems an der Donau: ein goldener Doppeladler, über dessen Häuptern eine österreichische Kaiserkrone schwebt.


Autor: Hauptmann Mag.(FH) Thomas Obermann, Jahrgang 1982. 2006 Ausmus­terung als Truppenoffizier in der Waffengattung Kampfpanzer zum Panzerbataillon 33. 2006 bis 2011 in den Funktionen Kommandant Panzerzug, stellvertretender Kompaniekommandant und Kompaniekommandant. 2011 Versetzung zum Panzerstabsbataillon 3 als S1 und Offizier für Öffentlichkeitsarbeit. Auslands- und KPE-Verwendungen: Kommandant gepanzerter Jägerzug bei AUTCON17/KFOR, S1 und Offizier für Öffentlichkeitsarbeit in der KPE des Bataillonskommandos/Combat Service Support Battalion der EUBG 2012-2.

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