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Militärhistorisch bedeutende Museen auf Malta

Malta ist mit einer Landfläche von 316 Quadratkilometern und ca. 422 000 Einwohnern das kleinste Mitgliedsland der EU. Die fast im Zentrum des Mittelmeeres gelegene Inselgruppe hat eine turbulente und interessante Geschichte, die in mehreren auch bzw. gerade militärhistorisch relevanten Museen und Gedenkorten nacherzählt wird.

National War Museum

Das National War Museum liegt im Lower Fort St. Elmo in der Hauptstadt Valletta. Dieses um die Mitte des 16. Jahrhunderts gebaute Fort war während der "Großen Belagerung" Maltas durch die Osmanen 1565 schwer bombardiert worden, bevor es fiel. Bald nach dem Sieg des Johanniterordens und dem Abzug der Osmanen wurde es wieder aufgebaut. Das 1975 eröffnete und 2009 renovierte National War Museum veranschaulicht die Rolle Maltas im Ersten Weltkrieg (als es verletzte alliierte Soldaten zur Behandlung aufnahm und so die von den Johannitern begründete Tradition Maltas als "Krankenschwester des Mittelmeeres" fortführte), in der Zwischenkriegszeit und v. a. im Zweiten Weltkrieg, als es den Briten als Marine- und Luftwaffenbasis diente. Die Luftwaffen Italiens und Deutschlands bombardierten Malta ab 1940 bzw. 1941. Der schlimmste Monat dieser Bombardierungen war der April 1942; im August des gleichen Jahres war Malta am Rande der Kapitulation. Hätte es aufgeben müssen, wären erhebliche Auswirkungen auf den nordafrikanischen Kriegsschauplatz, wo sich Briten einerseits und Deutsche und Italiener andererseits gegenüberstanden, nicht ausgeblieben. Nach dem Austritt Italiens aus dem Krieg im September 1943 war dieser auch für Malta praktisch beendet. Im Museum ist u. a. jener "Husky"-Jeep zu sehen, den US-General Dwight D. Eisenhower vor der Invasion Siziliens im Juli 1943 und auch US-Präsident Franklin D. Roosevelt während seines Besuches auf Malta im Dezember des gleichen Jahres benutzten.(www.heritagemalta.org)

Malta at War Museum

Ebenfalls dem Zweiten Weltkrieg gewidmet ist das Malta at War Museum in Vittoriosa (bei Valletta), wo seinerzeit die britische Royal Navy ansässig war. Deswegen hatten Deutsche und Italiener diesen Ort besonders intensiv bombardiert. Das im Couvre Porte Gate untergebrachte Museum zeigt Kriegsgeräte (darunter nicht explodierte deutsche Fliegerbomben), Ausrüstungsgegenstände, Kleidungsstücke etc. Man kann einen halbstündigen Film über Malta zu dieser Zeit ansehen und einen unterirdischen Luftschutzbunker besichtigen, den während der Luftangriffe jeweils hunderte Menschen aufsuchten. (www.maltaatwarmuseum.com)

Lascaris War Rooms

Zu den am besten gehüteten Geheimnissen Maltas während der Zeit des Zweiten Weltkrieges gehörten die so genannten Lascaris War Rooms, die sich ca. 45 Meter unterhalb der Upper Barrakka Gardens, einem öffentlich zugänglichen Garten in Valletta, befinden. Von diesem, aus einem unterirdischen Komplex von Tunneln und Kammern bestehenden Kriegshauptquartier, wurden die Verteidigung Maltas und große Operationen im Mittelmeergebiet (u. a. die Invasion Siziliens) geleitet. Nach 1945 beherbergten die Lascaris War Rooms das Hauptquartier der Mittelmeerflotte der Royal Navy. Die Anlage spielte auch bei der Suez-Krise 1956 eine Rolle und war bei der Kuba-Krise 1962, als ein sowjetischer Raketenangriff auf Malta für möglich gehalten wurde, in Alarmzustand. Nach der Übernahme durch die NATO 1967 dienten die War Rooms noch für ein Jahrzehnt als strategisches Kommunikationszentrum für die Überwachung der Aktivitäten der sowjetischen U-Boot-Flotte im Mittelmeer, dann wurden sie stillgelegt. Heute sind die War Rooms ein Museum, das anhand authentischer Ausstellungsstücke Aufgaben und Arbeitsweise des Gefechtsstandes während des Bombardements im Zweiten Weltkrieg nachzeichnet. (www.lascariswarrooms.com)

Malta Maritime Museum

Das Maritime Museum in Vittoriosa besteht seit 1992. Es ist in einem Gebäude untergebracht, das ab 1848 ein Jahrhundert lang den Briten als Marinebäckerei gedient hatte. Hier wird anhand von Schiffsmodellen und zahlreichen mit der Schifffahrt verbundenen Gegenständen (darunter Originalkanonen), Gemälden, Dokumenten etc. die Geschichte der Schifffahrt Maltas über sieben Jahrtausende hinweg dokumentiert. Breite Aufmerksamkeit gilt dabei natürlich der Marine des Johanniterordens, der Malta von 1530 bis 1798 beherrschte, und der Präsenz der British Royal Navy. (www.heritagemalta.org)

Malta Aviation Museum

Das Malta Aviation Museum liegt auf dem früheren Flugplatz von Ta’ Qali. Es zeigt Flugzeuge, die von Malta aus operierten bzw. dort stationiert waren. Nach Angaben des Museumsführers war Malta der erste Ort außerhalb Großbritanniens, wo die berühmten "Spitfire"-Kampfflugzeuge eingesetzt wurden. Das 1994 ins Leben gerufene Museum wird derzeit erweitert. Flugbegeisterte seien auch auf die Malta International Air Show verwiesen, die seit 1993 jedes Jahr im September auf dem internationalen Flughafen von Malta stattfindet. (www.MaltaAviationMuseum.com)

Weitere militärhistorische Orte/Ausstellungen

Weitere militärhistorisch interessante Stätten sind unter anderem das während der britischen Herrschaft errichtete und 1886 in Betrieb genommene Fort Rinella mit seiner zehn Meter langen und ca. 100 Tonnen schweren 450-mm-Kanone, die bis 1906 im Dienst war (ohne jemals einen einzigen Schuss im Kampf abgefeuert zu haben) und die Schutzbunker unterhalb des Casa Rocca Piccola, eines Palais aus dem 16. Jahrhundert in der maltesischen Hauptstadt Valletta.

Dr. Martin Malek

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