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Fokus: Vom klassischen Versorgungsverband zum "Servicemulti"

Die Heeresreform 2002 brachte eine Neuordnung in der Organisation der Versorgungstruppen im Österrei­chischen Bundesheer. Das Versorgungsregiment 1, stationiert in Gratkorn und Graz, ging gestärkt aus dieser Reform hervor und wurde dem damals neu gegründeten Kommando Einsatzunterstützung unterstellt. Neben der Änderung des Unterstellungsverhältnisses gab es auch eine Neuausrichtung des Aufgabenspektrums. Darüber hinaus ist das VR1 mobverantwortlich für das Versorgungsbataillon, das zur Gänze ein Milizverband ist.

Mehrfachverwendung des Kadersoldaten - die neue Herausforderung?

Vom Grundauftrag abgeleitet ergeben sich die klassischen Logistikaufgaben vom Nachschub, Transport- und Speditionsdienst, von der Materialerhaltung bis hin zum Kompetenzzentrum im Gefahrguttransport. Darüber hinaus sind aber auch die Aus-, Fort- und Weiterbildungen von Grundwehrdienern und von Berufs- und Milizkaderpersonal, sowie das Herstellen der Einsatzbereitschaft von Versorgungskräften für internationale Missionen und der Formierung des Versorgungsbataillons ein wesentlicher Bestandteil unseres Aufgabenspektrums.

Um diese logistischen Leistungen für die Bedarfsträger im Frieden und im Einsatz bereit zu stellen und den Aufträgen im Ausbildungsbereich nachzukommen, bedarf es neben der entsprechenden Ausrüstung und Ausstattung einer hohen Flexibilität und einer umfangreichen Ausbildung des Kaderpersonals. Dadurch sind die Soldaten in mehreren Funktionen verwendbar und werden je nach Bedarf als Ausbilder, Trainer bzw. Erzieher unserer Nachwuchssoldaten oder aber als Versorgungsprofis eingesetzt. Diese Mehrfachverwendung erfordert nicht nur eine hohe Bereitschaft, sondern auch eine professionelle Einstellung aller Kadersoldaten zum Beruf. Im Normbetrieb führt diese Aufgabenaufteilung, bei Bereitstellung der entsprechenden Ressourcen, zur Verbesserung der Flexibilität der Leistungserbringung. Ein Gleichzeitigkeitsbedarf im Kern- und Ausbildungsbereich, hervorgerufen durch Zusatzaufgaben, kann jedoch dieses System extrem fordern. Um diese Herausforderungen zu meistern, bedarf es eindeutiger Vorgaben, die die Leistungserbringung für die Bedarfsträger grundsätzlich priorisieren.

Multinationale Zusammenarbeit in der Logistik

Multinationale Zusammenarbeit in der Logistik gewinnt in Zeiten von abnehmenden Verteidigungsbudgets in vielen Ländern immer mehr an Bedeutung. So erscheint es zweckmäßig, Leistungen und Aufgaben zwischen Partnerstaaten aufzuteilen. Mit der Realisierung einer Partnerschaft mit dem Logistikbataillon 471 der Deutschen Bundeswehr im Jahre 2005 und der Weiterführung der Partnerschaft, nach der Neuausrichtung der Bundeswehr, mit dem Logistikbataillon 472 wurde ein wesentlicher Schritt in der bilateralen Zusammenarbeit gesetzt. Das Ziel dieser Kooperation liegt darin, Voraussetzungen für die Bildung eines gemeinsamen logistischen Verbandes in internationalen Krisenbewältigungseinsätzen zu schaffen. Nach einigen gemeinsamen Ausbildungs- und Übungsphasen erfolgte die erste Bewährung in einem gemeinsamen Einsatz im Kosovo, in dem Soldaten beider Verbände in der Multinational Logistic Unit (MLU), unter Führung eines Offiziers des Versorgungsregimentes, zum Einsatz kamen.

Unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen werden wir die weitere Zusammenarbeit mit dem neuen Partnerverband gestalten, bisher Bewährtes fortsetzen und den Know-how-Transfer in beide Richtungen auf zusätzliche Teilbereiche der Logistik, insbesondere unter Bedachtnahme auf eine flexible Versorgungssicherstellung, erweitern.

Ausblick und Zukunft

Das Österreichische Bundesheer steht, durch die budgetäre Situation bedingt, vor umfangreichen Veränderungen. Der Fokus der zukünftigen Struktur liegt auf den militärisch einsatzwahrscheinlichen Aufgaben. Für das Versorgungsregiment eröffnet sich durch diese Neuausrichtung des Bundesheeres die Chance, die eigene Organisation an die zukünftigen Aufgaben anzupassen und zu optimieren. Ich erwarte durch diese Veränderungen auch eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit in der Auftragserfüllung und eine Verbesserung der Flexibilität im eigenen Verantwortungsbereich. Die wirkliche Herausforderung in der Logistik liegt aber darin, die zunehmend limitierten Ressourcen so zu planen und einzusetzen, dass die Auftragserfüllung im In- und Ausland auch weiterhin sichergestellt werden kann.

Oberst Maximilian Trares, MSD

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