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Editorial

Im 60. Jahr des Bestandes des Österreichischen Bundesheeres gedenkt TRUPPENDIENST einiger bedeutender historischer Ereignisse. In diesem Heft mit Schwergewicht des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. Dieses Datum bescherte Mitteleuropa die längste durchgehende Friedensperiode der Neuzeit. Mittlerweile ist eine ganze Generation von Soldaten der Zweiten Republik in den Ruhestand getreten, die nie in einem Krieg dienen musste.

Diese erfreuliche Tatsache darf aber nicht den Blick auf unser strategisches Umfeld trüben. Auch die vergangenen Jahrzehnte des Friedens brachten krisenhafte Entwicklungen wie 1956 in Ungarn oder 1968 in der Tschechoslowakei sowie den Jugoslawischen Zerfallskrieg ab 1991 in unmittelbarer Nähe Österreichs.

"Heiß umfehdet, wild umstritten liegst dem Erdteil du inmitten ..." beschreibt die Lage, wenn auch unter geänderten politischen und militärischen Rahmenbedingungen, heute noch ganz treffend. Die aktuellen Krisenherde und Kriegsschauplätze im Umfeld Europas liegen in einem Umkreis von nur rund 1 500 Kilometern Luftlinie um die EU-Außengrenze. Wenn nun der Präsident der EU-Kommission einen weiteren Vorstoß zur Gründung einer gemeinsamen europäischen Armee unternimmt, mag das europapolitisch visionär sein, löst aber noch keine Verteidigungsaufgabe. Womit er sicher recht hat ist die Tatsache, dass die Bewältigung moderner Bedrohungsszenarien ein hohes Maß an Zusammenarbeit bei Ausbildungen, Übungen und Einsätzen sowie in der Rüstung erfordert.

Sofort einsatzbereit wären z. B. die mit hohem Aufwand bereit gehaltenen EU Battle Groups. Über deren ersten Einsatz in ihrem zehnjährigen Bestehen sollte man auf europäischer Ebene dringend nachdenken.

Oberst Dr. J. Aschenbrenner, Chefredakteur

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