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Das Kommando Einsatzunterstützung

in der Gliederung ÖBH 2010

Mit 1. September 2006 nahm das Österreichische Bundesheer eine neue Gliederung ein. Das Kommando Einsatzunterstützung (KdoEU) ist in dieser Gliederung neben dem Streitkräfteführungskommando das zweite Kommando der oberen Führung.

Das Kommando Einsatzunterstützung wurde 2002 aus dem ehemaligen Heeresmaterialamt zusammen mit Teilen der Sanitätsorganisation des Bundesheeres aufgestellt.

Kommandostruktur

Die Kommandostruktur wird derzeit einer Evaluierung unterzogen. Die Einnahme der neuen Struktur ist mit Jahreswechsel 2006/07 vorgesehen.

Moborganisation

Die Moborganisation wird ebenso angepasst. Jene Mobeinheiten, welche vornehmlich Aufgaben im Rahmen einer Gesamtmobilmachung im Konzept der Raumverteidigung wahrzunehmen hatten, werden mit 1. März 2007 aufgelöst. Die verbleibende Struktur hat zwei Aufgaben abzudecken: - Ergänzung der laufenden Auslandseinsätze vor allem mit Spezialisten (Sanitäter, Techniker, Kraftfahrer für Spezialfahrzeuge etc.); - Know-how-Erhalt zur Aufrechterhaltung einer Rekonstruktionsfähigkeit des Bundesheeres.

Gliederung

Die Gliederung des KdoEU mit den nachgeordneten Dienststellen seit 1. September 2006: - Kommando und Stab Kommando Einsatzunterstützung in Wien - Versorgungsregiment 1 (VR 1) in Graz - Heeressportzentrum (HSZ) mit zehn nachgeordneten Heeresleistungssportzentren (HLSZ) - Heereslogistikzentrum (HLogZ) Wien - Heereslogistikzentrum Graz - Heereslogistikzentrum Klagenfurt - Heereslogistikzentrum Salzburg - Heereslogistikzentrum Wels - Heereslogistikzentrum St. Johann/Tirol - Heeresbekleidungsanstalt (HBA) Brunn - Heeresmunitionsanstalt (HMunA) Grossmittel - Heeresmunitionsanstalt Graz - Heeresmunitionsanstalt Klagenfurt - Heeresmunitionsanstalt Stadl Paura - Heeresmunitionsanstalt Buchberg - Heeresspital (HSP) Wien inkl. Heeresapotheke (HApoth) - Militärspital 1 (MSP 1) Graz - Militärspital 2 (MSP 2) Innsbruck - Militärhundestaffel (MilHuSta) Kaisersteinbruch - Sanitätsschule (SanS) in Wien - Gesundheits- und Krankenpflegeschule (GKPS) in Wien - Sanitätsanstalt (SanA) Baden - Sanitätsanstalt St. Pölten - Sanitätsanstalt Hörsching - Sanitätsanstalt Klagenfurt - Sanitätsanstalt Salzburg inkl. Sanitätslehrkompanie/Salzburg (SanLKp/S)

Aufgabenstellung des KdoEU

Das Kommando Einsatzunterstützung - stellt die militärstrategische logistische Unterstützung der Streitkräfte sowie sonstiger Kommanden, Dienststellen und Ämter als Durchführungselement der Produktionslogistik und der Verbraucherlogistik sicher (die Produktionslogistik stellt die Grundlagen und die Mittel für das gesamte Österreichische Bundesheer im Frieden und im Einsatz zur Verfügung; die Verbraucherlogistik ermöglicht die Aufgabenerfüllung bei der Truppe vor allem durch die materielle Sicherstellung, durch die Sanitätsversorgung sowie durch das Verkehrs- und Transportmanagement), - ist die Schnittstelle zur gewerblichen Wirtschaft und zur internationalen logistischen Zusammenarbeit, - bereitet die Kräfte der Logistikdienste und der Logistiktruppen (operatives Logistikregiment, San-Dienste) als Force Provider für die Streitkräfte vor und - nimmt die behördlichen Aufgaben im Rahmen des Dienstrechtes wahr.

Die Kernaufgaben bzw. Kernthemen bleiben dieselben wie bisher, insbesondere - die Materialbewirtschaftung (inklusive der Disposition, der Zuweisung und des Einkaufs von Gütern), - die Materialerhaltung (die Basismaterialerhaltung und darüber hinaus gehende Materialerhaltungsmaßnahmen im Auftrag des Rüstungsstabes, wie z. B. Modifikationen und Kampfwertsteigerungen), - das Verkehrs- und Transportwesen sowie - das militärische Gesundheitswesen, inklusive des militärischen Veterinärdienstes und des militärischen Pharmazeutischen Dienstes.

Das KdoEU hat außerdem die Führungsverantwortung für die Durchführung der Folgeversorgung bei Auslandseinsätzen, d. h. für die logistische Basis im Inland und für den Transport bis zur logistischen Basis im Einsatzraum. Darüber hinaus trägt das KdoEU die fachliche Verantwortung für den Betrieb der logistischen Basis im Einsatzraum und für die Transporte in die Gefechtsstreifen der Verbände. Dies umfasst die Steuerung des gesamten Prozesses, von der Zusammenführung der Güter über die Verzollung und den Transport bis zur Übergabe an die Truppe.

Dienststellen

Das Versorgungsregiment 1

Dieser logistische Verband wird im Laufe des Transformationsprozesses ÖBH 2010 vom derzeitigen Standort Graz nach Gratkorn verlegt.

Aufgaben: - Inlandsaufgaben (Nachschub, Transport, Abschub und Fachausbildung); - Erfüllung der Aufgabe als Logistische Basis im Einsatzraum (National Support Element - NSE) für alle Einsätze des ÖBH im Ausland; - Beitragsleistung für multinationale Logistikeinheiten; - Unterstützungsleistungen für die Zivilbevölkerung im Einsatzraum im Rahmen der zivil-militärischen Kooperation (CIMIC).

Die Heereslogistikzentren

Im ersten Planungsabschnitt ÖBH 2010 bleiben die Heereslogistikzentren weitgehend unverändert. Grund dafür sind vor allem folgende Herausforderungen: - Durchführung der Rücknahme, Lagerung und Verwertung der durch die Verkleinerung des ÖBH frei werdenden Güter; - Basismaterialerhaltung für Rüstungsgerät und Modifizierung von Rüstungssystemen; - werterhaltende Lagerung von nicht mehr benötigten Rüstungsgütern, welche zum Verkauf angeboten werden.

Die Aufgaben und die Strukturen der Heereslogistikzentren werden nach der Einnahme der Strukturen von ÖBH 2010 wiederum einer Überprüfung zu unterziehen sein.

Die Heeresbekleidungsanstalt

Bei der Modernisierung der Streitkräfte ist die Ausrüstung der Soldaten mit hochwertiger persönlicher Ausrüstung ein wichtiger Eckpfeiler. Aufgaben und Funktion der Heeresbekleidungsanstalt bleiben im Wesentlichen unverändert. Weiters übernimmt die HBA im zunehmenden Ausmaß gesamtstaatliche Aufgaben der Bekleidungswirtschaft, indem Zoll und Polizei bei der Versorgung mit Uniformen unterstützt werden.

Die Heeresmunitionsanstalten

Die Lagerung, die Zuführung und die Materialerhaltung von Munition haben nach der Änderung der militärstrategischen Lage nicht mehr den Stellenwert wie zur Zeit der Raumverteidigung. So hat bereits 2002 in diesem Bereich ein Restrukturierungsprozess eingesetzt, der im Zuge des Transformationsprozesses ÖBH 2010 konsequent fortgesetzt wird. Durch die weitere Schließung von diversen Munitionslagern wird bis 2010 die Zahl der Kommanden von fünf auf vier reduziert und an Stelle der Kommanden in Graz und Klagenfurt ein Kommando HMunA in Zeltweg aufgestellt.

Die Sanitätsorganisation

Die Reform des Sanitätsdienstes sieht vor, dass die Verantwortung für den Leistungsbereich A (Allgemein- und Notfallmedizin) von der Territorialen Organisation an die Truppe übergeht. Das bedeutet, dass künftig in den Kasernen der jeweils dislozierte Verband auch die Verantwortung über seine truppenärztliche Ambulanz bzw. Station (Nachfolgeorganisation der Krankenreviere) übernehmen wird.

Das KdoEU bekommt hiebei folgende Aufgaben als Force Provider: - Aus-, Fort- und Weiterbildung von Notarztteams, um bei Einsätzen die Sanitätszüge der kleinen Verbände auf volle Einsatzstärke zu ergänzen; - Aufstellung von drei Feldambulanzen (FAmb); - Vorbereitung zur Entsendung eines Feldspitals (FSp) für internationale humanitäre Aufgaben (bisher Feldspital/Vorbereitete Einheiten - FSp/VOREIN).

Zu diesem Zweck wird die Sanitätsorganisation 2007 in eine neue Struktur übergeleitet, welche grob folgendermaßen geplant ist: - ein Militärmedizinisches Zentrum (unter Zusammenführung von Heeresspital, Sanitätsschule sowie Gesundheits- und Krankenpflegeschule); - ein Sanitätszentrum (SanZ) West (unter Zusammenführung von Militärspital 2 und Sanitätsanstalt Salzburg); - ein Sanitätszentrum Süd (unter Zusammenführung von Militärspital 1 und Sanitätsanstalt Klagenfurt); - eine Feldambulanz Hörsching (die frühere Sanitätsanstalt Oberösterreich), deren Zusatzaufgabe die Unterstützung der Luftstreitkräfte bei Patientenlufttransporten ist.

Das Heeressportzentrum

Aufgabe des KdoEU ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die sportwissenschaftlichen Erkenntnisse vorrangig für die Verbesserung der Körperausbildung und damit letztlich für die Erhöhung der Fitness sowie der Einsatzbereitschaft eines jeden Soldaten verwendet werden.

Das Militärhundezentrum

Der Einsatz von Militärhunden im Bundesheer wird aufgrund der neuen Herausforderungen erweitert. Neben dem weiter bestehenden Wach- und Sicherungsauftrag sind künftig auch verstärkt die Aufgaben - Suchtmittel- und Sprengstoffsuche sowie - Unterstützung von Spezialeinsatzkräften wahrzunehmen. Um den geänderten Aufgaben des Bundesheeres ebenso gerecht zu werden, wird aus der Militärhundestaffel ein Militärhundezentrum (MilHuZ) gebildet.

Aufgaben: - Zucht, Aufzucht, Ankauf, Vorausbildung, Unterbringung und Pflege von Militärhunden; - Ausbildung von Militärhunden und Militärhundeführern, nicht nur für Wach- und Sicherungsaufgaben, sondern auch für die Militärstreife und die Spezialeinsatzkräfte.

- Durchführung von Einsätzen im In- und Ausland (eine Einsatzgruppe KIOP ist als erster Schritt 2007 geplant).

Autor: Brigadier Mag. Norbert Gehart

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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