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Medikamentengebrauch - aber richtig!

Die Einnahme von Arzneimitteln durch den Patienten sollte grundsätzlich in der vom Arzt verordneten Weise erfolgen. Eigenmächtige Änderungen der Dosierung sowie die Nichtbeachtung möglicher Wechselwirkungen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Bei der Verordnung jedes Arzneimittels weist jeder Arzt im Allgemeinen nachdrücklich darauf hin, dass das Nichtbeachten der Anwendungsbestimmungen bzw. der vorgegebenen Dosierungsrichtlinien zu unerwünschten Wirkungen führen kann, die dem Behandlungserfolg abträglich sind.

Beim Arzt

Der Patient informiert den Arzt ...

Insbesondere bei einer erstmaligen Arztkonsultation ist es wichtig, dass der Patient den Arzt (und natürlich auch jeden behandelnden Truppenarzt) über alle Medikamente vorinformiert, die er vorübergehend oder dauernd einnimmt. Muss ein Patient über längere Zeit hindurch beispielsweise blutdrucksenkende oder antirheumatisch wirkende Medikamente einnehmen, veranlasst der (Truppen)arzt eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes sowie der Leber- und Nierenwerte im Labor. Dadurch werden Substanzen, deren Anhäufung im Organismus zu einer schädigenden Wirkung führen kann, frühestmöglich entdeckt.

Weiters muss der Patient den (Truppen)arzt unaufgefordert über alle Medikamentenallergien in Kenntnis setzen, und zwar nicht nur über nachgewiesene, sondern auch über jene, bei denen lediglich ein Verdacht besteht.

... und der Arzt legt die Dosierung fest

Die vom Arzt verordneten Heilmittel sind in ihren Wirkungsweisen bestmöglich aufeinander abgestimmt; Neben- und/oder Wechselwirkungen werden dabei so weit wie möglich vermieden. Außerdem verordnet der Arzt stets nur die notwendige Mindestmenge an Arzneimitteln, um rasch und zuverlässig die vollständige Ausheilung sämtlicher Gesundheitsstörungen des Patienten zu erreichen. Die Änderung der Dosierung oder gar das Absetzen eines Arzneimittels, vor allem bei Mehrfachverordnungen, darf nicht ohne Anordnung des Arztes erfolgen!

Die Eigenverantwortung des Patienten

Wechselwirkungen

Besonders zu beachten ist dabei, dass beim Gebrauch von unterschiedlich wirksamen Medikamenten die gegenseitige Beeinflussung (die so genannte Wechselwirkung, die auch in den Beipacktexten erwähnt wird) von Arzneimitteln nicht nur deren Wirksamkeit hemmen, sondern die Wirkungen der Substanzen auch gesundheitsgefährdend verstärken kann! So ist besonders bei der Anwendung von blutdruck- bzw. blutzuckersenkenden Arzneimitteln Vorsicht geboten, wenn gleichzeitig Medikamente zur Schmerzlinderung oder zur Fiebersenkung eingenommen werden.

Unbedingt zu beachten ist auch die verstärkende Wechselwirkung von Alkohol und Arzneimitteln, insbesondere bei der Einnahme von Schlaf- bzw. Beruhigungsmitteln sowie von antiallergisch wirkenden Medikamenten. Grundsätzlich sollte daher die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln und Alkohol unterbleiben!

Vorsicht bei Selbstbehandlung

Medikamente bzw. Heilmittel, die der Kranke ohne Verordnung durch den Arzt einnimmt, können eine besondere Gefahr darstellen. Das Hauptproblem dabei ist, dass diese Substanzen meist in Unkenntnis ihrer Neben- und Wechselwirkungen zur Selbstbehandlung angewendet werden. Es ist daher sinnvoll, den Arzt auch vor der Anwendung von "volksmedizinisch" gebräuchlichen Teesorten bzw. nach Familientradition hergestellten Kräuterauszügen zu befragen.

Missbräuchliche Anwendung

Die missbräuchliche Anwendung von schmerzstillenden Medikamenten oder der dauernde Gebrauch von Abführmitteln kann zur Schädigung des Blutbildes, der Leber, der Nieren und der ableitenden Harnwege, zu Entzündungen und Geschwüren der Magen- und Darmschleimhaut, zu Gefäßerkrankungen und zum lebensbedrohenden Verlust an wichtigen Mineralstoffen führen. Außerdem besteht die ständige Gefahr der Abhängigkeit und der Gewöhnung! Leber- und Nierenerkrankungen wiederum können den Abbau und die Ausscheidung verschiedener Arzneimittel-Wirkstoffe verzögern.

___________________________________ ___________________________________ Autor: Oberstarzt Medizinalrat Dr. Peter Heinz Hutzler, MAS, MBA, Jahrgang 1948. Medizinstudium und Promotion an der Universität Wien. Niedergelassen als Arzt für Allgemeinmedizin in Thaya, Niederösterreich. Buchautor und Autor verschiedenster Veröffentlichungen in militärischen und zivilen medizinischen Fachzeitschriften sowie Preisträger zahlreicher Bewerbe für Medizin-Journalismus. 1993 Bestellung zum ärztlichen Leiter des Krankenreviers B3 am Truppenübungsplatz Allentsteig. 1996 Erwerb des Diploms zum "Akademisch geprüften Krankenhausmanager" an der Wirtschaftsuniversität in Wien. 2002 Verleihung des akademischen Grades "Master of Advanced Studies (MAS, Hospital Management)" und 2006 des "Master of Business Administration" (MBA) durch die Wirtschaftsuniversität Wien.

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