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Einsatzerfahrungen im alpinen Gelände

Dienst im "Bootleg"

Teile des österreichischen KFOR-Bataillons versehen ihren Dienst in einem alpinen Gelände. Das sprichwörtliche Improvisationsvermögen der österreichischen Soldaten, gepaart mit ihrer Qualifikation für derartige Missionen, machen die Erfüllung des Auftrages im Süden des Kosovo auch unter widrigsten Witterungsbedingungen erst möglich.

Bisher erfüllte das österreichische KFOR-Bataillon seine Aufträge vorwiegend im so genannten "Bootleg", einer gebirgigen Region im Kosovo.

Die Task Force Dulje wird in letzter Zeit aber vermehrt in anderen Räumen mit alpinem Charakter zur Unterstützung von weniger gebirgstauglichen Verbänden eingesetzt. Vorwiegend kommen die österreichischen Soldaten dabei in neuralgischen Grenzräumen zur Unterbindung des Schmuggels zum Einsatz. Mit solchen Aufträgen ist in Zukunft verstärkt zu rechnen, da der Großteil der Grenzen des Kosovo im alpinen beziehungsweise hochalpinen Gelände verläuft.

Grundsätzlich entspricht das alpine Gelände im Kosovo der Landschaftsstruktur unserer Alpenregionen. Die Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich der Gebirgskampf- und Alpinausbildung sind daher auch im Kosovo uneingeschränkt gültig und anwendbar.

Charakteristik des Einsatzraumes

Im Bootleg liegen die Ortschaften Restelica und Brod in einer Höhe von etwa 1 500 m über dem Meeresspiegel. Bei der ansässigen Bevölkerung handelt es sich vorwiegend um Goraner, eine aus Bosnien eingewanderte türkisch stämmige Volksgruppe.

Der Bootleg hat den Charakter eines Almgebirges mit vielen flachen Hügeln und wenigen steilen Hängen. Die durchschnittliche Höhe der Hügel liegt zwischen 2 000 und 2 200 m. Die höchsten Erhebungen sind die Grenzberge zu Mazedonien mit Höhen bis zu 2 629 m. Der überwiegende Teil des Geländes ist mit dichtem, mittelhohem Gras bewachsen. Nur vereinzelt sind Felsblöcke und auch niedere Felswände sichtbar. Die Waldgrenze liegt zwischen 1 600 und 1 700 m.

Im Sommer bewirtschaften die Goraner zahlreiche Almen. Sie halten dort Schafe, Rinder und Pferde. An Wildtieren sind Bären, Wölfe, Gämsen und Rehe heimisch.

Die Übergänge liegen in einer Höhe von 1 550 m bis 2 300 m. Die einzige Straße führt aus dem Kosovo über Restelica nach Süden über einen 1 550 m hohen Übergang nach Mazedonien. Dieser Übergang ist seit dem Krieg gesperrt. In der Nähe dieses Überganges befindet sich eine Grenzstation der mazedonischen Armee.

Die Region Bootleg wurde im Sommer 2001 nach dem Aufflammen der Kämpfe im Norden von Mazedonien erstmals von österreichischen Kräften überwacht. Das Zentrum der Kämpfe lag zu Beginn in der Stadt Tetovo. Die UCK-Kämpfer stießen damals im März 2001 bis in die Vorstädte von Skopje vor. Versorgt wurden die Kämpfer auch über den Bootleg. Sie transportierten ihre Waffen und Versorgungsgüter vorwiegend mit Tragtieren von Albanien nach Mazedonien.

Einsatz der Task Force Dulje

Das österreichische Kontingent erhielt kurz nach dem Eintreffen im Einsatzraum den Auftrag, den Raum Bootleg zu überwachen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern und so die Sicherheit und Ordnung herzustellen.

Da im Bootleg keine Unterkünfte beziehungsweise kein Camp zur Verfügung standen, entschloss sich die Task Force Dulje zur Errichtung eines Zeltlagers auf einer Höhe von etwa 2 100 m. Der Platz des Lagers wurde unmittelbar im zugewiesenen Einsatzraum so gewählt, dass die zu überwachenden Übergänge rasch erreicht werden können. Im Wesentlichen werden die Verfahren des Assistenzeinsatzes, angepasst an die Erfordernisse eines Gebirgseinsatzes, angewandt. Durch die eingesetzten Kräfte werden Übergänge in einer Höhe von bis zu 2 300 m überwacht. Die Versorgung des Feldlagers erfolgt ausschließlich mit Hubschraubern und mit den Spezialfahrzeugen BV 206 von Hägglunds. Diese wurden an die Task Force vom übergeordneten Verband, der Multinationalen Brigade-Südwest (MNB-SW), abgestellt.

Die österreichischen Soldaten werden bei diesem Einsatz in mehreren Bereichen alpinspezifisch gefordert. Das Wetter in dieser Höhenlage und zu dieser Jahreszeit ist gekennzeichnet durch stark schwankende Temperaturen. In den Nächten sinken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. An Tagen mit klaren Nächten treten Temperaturunterschiede von bis zu 30°C innerhalb weniger Stunden auf. Die starken, teilweise sturmartigen Winde und der rasche Wechsel der Sichtverhältnisse sind weitere Besonderheiten. Der Wechsel von guter Fernsicht zu dichtem Nebel (mit nur wenigen Metern Sicht) vollzieht sich oft in wenigen Minuten. Das Orientieren ist bei solchen Wetterverhältnissen nicht ganz einfach.

Die Niederschläge im Herbst wechseln zwischen Regen und Schnee. Bei einer Kombination von Schnee und Nebel wird das Orientieren dann so richtig "interessant". Das "Leben im Gebirge" im Einsatz und unter diesen Umständen ist daher die eigentliche Herausforderung für die eingesetzten Soldaten, denn der Auftrag erfordert die Überwachung des Raumes rund um die Uhr.

Planung, Vorbereitung und Durchführung des Einsatzes

Personal

Ein so spezifischer Auftrag erfordert die Verfügbarkeit eines gebirgserfahrenen und alpinqualifizierten Offiziers im Bataillonsstab. Dieser Offizier hat sein Können und Wissen ständig in das Führungsverfahren einzubringen. Neben dem eigentlichen taktischen Einsatz sind die Auswirkungen der alpinen Gefahren auf diesen Einsatz und die Versorgung der Soldaten laufend zu beurteilen. Während des Einsatzes sind vor allem die notwendigen Transporte genau abzuschätzen und zu planen.

Im Winter ist zusätzlich die Verfügbarkeit eines Heeresbergführers zur Beurteilung der Lawinengefahr und zur Durchführung von Spezialaufgaben notwendig. Dieser Heeresbergführer hat einen Lawinenlagebericht zu erstellen. Weitere wichtige Aufgaben sind die vorgestaffelte Ausbildung der eingesetzten Soldaten sowie die Führung von Patrouillen bei schwierigen Bedingungen. Bei einem Lawinenunfall oder einem Rettungseinsatz steht dieser Heeresbergführer als qualifizierter Kommandant zur Verfügung.

Grundsätzlich sollten vor allem im Winter nur Soldaten mit absolvierter allgemeiner Truppenalpinausbildung eingesetzt werden. Andernfalls würden sich laufend Probleme ergeben, weil vor allem unter schwierigen äußeren Bedingungen ein unnötig höheres Risiko in Kauf genommen werden muss. Zumindest die Zugskommandanten und - nach Möglichkeit - auch die stellvertretenden Zugskommandanten der eingesetzten Kräfte sollten alpinqualifiziert sein. Die Qualifikation Heereshochalpinist entspricht genau den Anforderungen für derartige Einsätze.

Lageraufbau

Das Zeltlager wurde im Oktober 2002 mit "Drash"-Zelten errichtet. Die Zelte haben sich unter diesen extremen Bedingungen grundsätzlich bestens bewährt.

Verbesserungswürdig (speziell für die Verwendung im Kosovo) wäre an diesen Zelten beispielsweise eine sturmsichere Ausführung der Eingänge. Ein Schließen des Zelteinganges muss auch bei einem Schneesturm schnell, einfach und sicher möglich sein, um Schäden oder ein Wegreißen des Zeltes zu verhindern. Weiters mussten die im Lager verwendeten Zelte innen mit Holzstehern verstärkt werden, um die Schneelasten abzufangen. Aufgrund der Höhenlage gab es anfangs auch Probleme mit den Heizaggregaten, die sich als nicht unbedingt "pflegeleicht", aber sehr wartungsintensiv entpuppten.

Ein weiterer Erfahrungswert ist, dass beim Aufstellen der Zelte ein Seitenabstand zwischen den Zelten von mindestens einem Meter eingehalten werden sollte. Diese Maßnahme ermöglicht das Ausschaufeln der Zelte nach intensiven Schneefällen wodurch das Eindrücken der seitlichen Zeltwände verhindert wird.

Transport

Der Transport der Soldaten, der Versorgungsgüter und des gesamten Gerätes für den Aufbau des Zeltlagers sowie für die Durchführung des Auftrages war ab Restelica nur mit Hubschraubern oder Spezialfahrzeugen möglich. Insgesamt wurden beim Lageraufbau etwa 30 Tonnen an Material transportiert. Unter anderem wurde mit dem Hubschrauber Sikorsky CH-53 ein Container zum Lagerplatz geflogen.

Die Koordinierung des Einsatzes aller Transportmittel unter Berücksichtigung des Wetters ist nicht immer einfach und erfordert viel Erfahrung. Ein Wetterbericht wie in Österreich mit einer halbwegs verlässlichen Fünftageswetterprognose steht im Kosovo nicht zur Verfügung. Zusätzlich ist ein jederzeit möglicher Wintereinbruch mit intensivem Schneefall und möglicher Lawinengefahr zu berücksichtigen. Das rechtzeitige Setzen von Schneestangen sowie die Vorbereitung und Verwendung von Orientierungshilfen wie zum Beispiel GPS-Empfängern sind weitere wichtige Maßnahmen.

Für die Sicherstellung des Transportes war der Einsatz von zwei Hägglunds BV 206 notwendig. Mit diesen Spezialfahrzeugen wurden alle Landtransporte ab Restelica über eine Distanz von etwa zehn Kilometern durchgeführt. Auch Sanitätstransporte hätten bei Schlechtwetter nur mit diesen Fahrzeugen durchgeführt werden können.

Im Winter ist jedoch die Ausrüstung zumindest eines Hägglunds mit einem Schneeräumschild notwendig. Nach den ersten Schneefällen war ein Befahren der Straße südlich von Restelica wegen der Schneeverwehungen nicht mehr möglich.

Entsprechend der Schneeverhältnisse erfolgte der Transport der Soldaten und der Versorgungsgüter ab etwa zwei Kilometern vor Restelica mit den geländegängigen LKW "Pinzgauer" bis zum Umschlag auf die BV 206.

Versorgung

Grundsätzlich müssen die Kräfte für etwa eine Woche autark sein, weil eine Anschlussversorgung wegen der Wetterkapriolen oft über mehrere Tage hinweg nicht möglich ist.

Bei der Verpflegung hat sich eine Kombination aus Selbstzubereitung auf Mehrplatten-Camping-Gaskochern im Zugsrahmen und einer Versorgung mit "Combat-Rations" sehr gut bewährt. Die Kochkünste und die Motivation der Soldaten sollten dabei nicht unterschätzt werden.

Eine weitere Herausforderung stellt die Wasserversorgung dar. Ein erheblicher Wasserbedarf muss gedeckt werden, und das Wasser muss so aufbewahrt werden, dass es nicht einfriert.

Der Betriebsmittelbedarf für die Aggregate von neun Zelten und für die beiden Hägglunds betrug im Durchschnitt 270 Liter Diesel pro Tag. Für eine effektive Versorgung mit Betriebsmitteln ist die Verfügbarkeit von sauberen Kanistern in ausreichender Menge notwendig. Dabei müssen der notwendige Umlauf und die Versorgungsautarkie für einige Tage einberechnet werden.

Sanitätsversorgung

Zur Sicherstellung der Sanitätsversorgung war ein Sanitätsteam mit einem Arzt ständig im Camp verfügbar. Die Ausrüstung dieses Teams wurde aus den vorhandenen Sanitätsausrüstungssätzen speziell für den Bedarf, den ein Lager im alpinen Gelände erfordert, zusammengestellt. Der Transport von Patienten ist mit dem Hubschrauber oder bei Schlechtwetter mit dem Hägglunds BV 206 vorgesehen.

Hygiene

Das Aufwärmen des Wassers durch die Heizschläuche der Drash-Zelte ist einfach und wirkungsvoll. Damit ist die tägliche Körperpflege im Waschzelt auch bei Minusgraden erträglich. Soldaten mit Phantasie haben aus Wasserflaschen sehr gut funktionierende Wasserhähne und eine Dusche konstruiert (ein Beispiel für das Improvisationsvermögen der Österreicher).

Bestens bewährt hat sich auch das "Plumpsklo" mit Traubenschrot in einem beheiztem Zelt. Diese Toilettenanlage war so zu planen und zu bauen, dass ein einfaches, tägliches Entleeren der Fäkalien möglich ist. Der Traubenschrot verhinderte die Geruchsbelästigung im Zelt wirkungsvoll.

Abbrechen der Zelte

Ein heftiger Wintereinbruch zwang die Task Force Dulje im Dezember 2002 zum Abbau des Zeltlagers. Die Anschlussversorgung war nicht mehr sicherzustellen.

Die Soldaten mussten das Lager bei heftigen Stürmen, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und tiefem Schnee abbauen. Der Rücktransport des Gerätes erfolgte in den wenigen, kurzen Schönwetterphasen mit dem Hubschrauber. Die Masse des Gerätes musste jedoch mit dem BV 206 weggebracht werden. Gerade der Abtransport bei Schneestürmen mit nahezu "Null Sicht" über eine Entfernung von etwa zehn Kilometern - und noch dazu abseits von Wegen - bis zu den Räderfahrzeugen war äußerst schwierig. Der gesamte Abbau des Lagers dauerte wegen des anhaltenden Schlechtwetters mehr als eine Woche.

Bereits vor dem Abbau des Feldlagers war klar, dass der Auftrag, den Raum Bootleg auch im Winter zu überwachen, aufrecht bleiben würde. Auf Vorschlag durch die Task Force Dulje wurde die Erfüllung des Auftrages (unter Berücksichtigung der Wetter- und Schneeverhältnisse) durch den Einsatz von temporären Patrouillen geplant.

Das Bataillon setzte dazu Schipatrouillen mit Hubschraubern ein. Diese Patrouillen wurden nach einer Überwachung des Raumes aus der Luft abgesetzt. Nach der Anlandung marschierten diese Patrouillen mit Schiern entlang der Grenze unter Überwachung der Grenzübergänge zu einem Aufnahmepunkt. Die Aufnahme und der Rücktransport erfolgten mit Fahrzeugen. Bei Erkennen von Grenzübertritten oder Schmuggeltätigkeiten wurden die Patrouillen für mehrere Tage in den zu überwachenden Raum verlegt. Diese Patrouillen bezogen dann Beobachtungsstellungen und stellten illegale Grenzgänger.

Konsequenzen für die Alpinausbildung

Die Alpinausbildung hat in Österreich ein international anerkanntes hohes Niveau. Die Bewältigung der Aufgaben im KFOR-Einsatz zeigten das deutlich. Bei einem Bedarf an alpinqualifiziertem Personal oder Gebirgstruppen sind die Österreicher erste Wahl. Trotzdem oder gerade deshalb ergeben sich einige Konsequenzen für die Alpinausbildung im Bundesheer.

Der Einsatz im Kosovo zeigt eindeutig den Bedarf an Soldaten mit absolvierter allgemeiner Truppenalpinausbildung. Da eine gezielte Entsendung ausschließlich von entsprechend qualifizierten Soldaten vermutlich nicht durchführbar ist, sollte die allgemeine Truppenalpinausbildung wieder ein verpflichtender Ausbildungsinhalt für die Masse der österreichischen Verbände werden. Das Schwergewicht der Ausbildung muss dabei auf dem Ausbildungsziel "Leben im Gebirge" liegen. Die Fähigkeit der Soldaten, im Winter und bei schwierigen Bedingungen ohne Infrastruktur die Einsatzbereitschaft über längere Zeit aufrechtzuerhalten, ist die Basis für jeden Einsatz im alpinen Gelände. Diese Fähigkeit erleichtert grundsätzlich jeden Einsatz - unabhängig vom Gelände - und ist sowohl für Kampftruppen als auch für Kampfunterstützungstruppen und nicht zuletzt für Führungstruppen wertvoll.

Auch in der qualifizierten Alpinausbildung, also bei der Ausbildung zum Heereshochalpinisten, muss das Führen von Soldaten beim "Leben im Gebirge" im Winter und bei extremen Bedingungen ohne Infrastruktur im alpinen und hochalpinen Gelände konsequent geübt werden. Das Klettern und Führen von Soldaten im extremen Gelände ist zwar eine wertvolle und auch reizvolle Herausforderung, nicht jedoch das Ausbildungsschwergewicht der Heereshochalpinisten-Ausbildung. Ein weiteres sehr schwieriges Ausbildungsziel ist das Führen von Soldaten unter winterlichen Verhältnissen, wenn sie sich im alpinen Gelände bewegen müssen. Gerade die Beurteilung der Lawinengefahr stellt eine schwierige Aufgabe dar, die eine intensive Schulung und eine permanente Praxis erfordert. Der Heereshochalpinist ist beim selbstständigen Führen von Soldaten im Winter diesbezüglich oft überfordert. Die Aufsicht beziehungsweise Vorgaben durch einen Heeresbergführer oder zumindest Heeresbergführergehilfen sind oft notwendig.

Konsequenzen für die Kaderausbildung

Die Notwendigkeit der verstärkten Ausbildung der angesprochenen Ausbildungsinhalte sollte auch Konsequenzen in der Kaderausbildung der Unteroffiziere und Offiziere des Bundesheeres haben. Die verpflichtende Ausbildung zum Heereshochalpinisten zumindest für die Offiziere und Unteroffiziere der Waffengattung Jäger ist absolut sinnvoll. Die Möglichkeit der Heereshochalpinisten-Ausbildung für Unteroffiziere anderer Waffengattungen im Rahmen ihrer Ausbildung an der Heeresunteroffiziersakademie wäre ähnlich wie in der Offiziersausbildung an der Militärakademie anzustreben.

Alpinausrüstung undAlpinbekleidung

Die Alpinausrüstung und Alpinbekleidung unserer Soldaten hat sich bei den bisherigen Gebirgseinsätzen grundsätzlich als sehr brauchbar erwiesen.

Der Task Force Dulje stehen zur Erprobung auch Teile des Kampfanzuges-Neu zur Verfügung. Auch diese Ausrüstung hat sich dabei bestens bewährt. Bei den Gebirgseinsätzen im Winter wurden die Nässeschutzbekleidung, die Wärmeschutzbekleidung mit der Fleecejacke, der Thermojacke und der Thermohose, die Funktionsunterwäsche und der Schlafsacküberzug von den Soldaten als sehr positiv beurteilt. Der Dienst in den exponierten Beobachtungsstellen bei sehr kalten oder nassen Bedingungen war mit dieser Ausrüstung ohne Risiko und auch ohne ständiges Ablösen möglich. Diese Ablösen und die damit verbundenen Bewegungen ermöglichten das frühzeitige Erkennen unserer Soldaten durch illegale Grenzgänger.

Abschließende Bemerkungen

Wir Österreicher haben zu Recht den Ruf, dass uns grundsätzlich die Fähigkeit zu Einsätzen im Gebirge zugetraut wird. Das wird beim österreichischen Soldaten - unabhängig von der Waffengattung - einfach vorausgesetzt. Zukünftige internationale Einsätze lassen den Bedarf an Infanterie grundsätzlich und an spezialisierter Infanterie im Besonderen erwarten. Unbestritten und anerkannt ist die sehr hohe Einschätzung des Könnens unseres qualifizierten Alpinpersonals, aber auch unseres Berufskaders bei Einsätzen im Gebirge. Dieser für das Österreichische Bundesheer sehr positive Umstand sollte zu einer Fortsetzung des eingeschlagenen Weges anspornen. Das Bundesheer kann sich in dieser "Marktnische" weiter etablieren und sich für derartige Einsätze anbieten.

Autor: Oberstleutnant Michael Lasser, Jahrgang 1958. Nach der Offiziersausbildung von 1980 bis 1988 Verwendungen als Zugskommandant, Ausbildungsoffizier und Kompaniekommandant in den LWSR 33 und 91; Ausbildung zum Heeresbergführer und Heeresschilehrer; staatlich geprüfter Berg- und Schiführer. Seit 1988 Hauptlehroffizier/Alpin und Gebirgskampf an der Jägerschule; 2002/2003 stvBKdt AUCON/KFOR.

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Anhang:

"Bootleg" - Versionen der Namensgebung:

1. Das Gebiet im Südwesten des Kosovo, im Westen von Albanien und im Süden und Osten von Mazedonien begrenzt. Der Name wird von seiner stiefelähnlichen Form abgeleitet.

2. US-amerikanischer Ausdruck für Schwarzbrenner bzw. (Alkohol-) Schmuggler. Da bei Beginn des Kosovo-Einsatzes amerikanische Soldaten in diesem Gebiet Dienst versehen haben, könnte der Name auch von den sicherlich bereits damals aktiven Schmugglern in diesem Bereich abgeleitet werden.

-Red-

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