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Der Fersensporn

Wenn Gehen und Stehen zur Qual wird

Der Fersensporn ist eine meist sehr schmerzhafte Erkrankung, welche die Mobilität der Betroffenen erheblich einschränkt. Werden rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergriffen, ist das Leiden aber gut behandelbar.

Der (untere) Fersensporn ist eine schmerzhafte Erkrankung in Form einer dornartigen, verknöcherten Ausziehung (Sporn) am zehenwärts gerichteten Fersenbein. Er entsteht durch chronische Überbelastung (Verspannung) der kleinen Fuß(sohlen)muskeln infolge des starken Absinkens des Fußlängsgewölbes.

Die flächenhafte Sehne (Plantaraponeurose), die als das gemeinsame "Endstück" der kleinen Fußmuskeln am Fersenbeinhöcker entspringt, überträgt die anhaltende Spannung der Fußmuskeln auf ihren Ursprung am Fersenbeinhöcker. Aufgrund dieser Überbeanspruchung bildet sich am Ursprung der Plantaraponeurose ein Entzündungsherd, an dem der Körper (quasi als einen vergeblichen Reparaturversuch) Knochenmaterial einlagert. Diese körpereigene Maßnahme ist deshalb vergeblich, weil die Entstehung von Verknöcherungen im Sehnenbereich nur zu weiteren Reizungen und damit zu verstärkten Entzündungen führt.

Oft bestehen Fersensporne über sehr lange Zeit, ohne wesentliche Beschwerden zu verursachen. Kommt es jedoch zu einem Reizzustand, in dessen Folge sich die Region entzündet, ist das normale Abrollen des Fußes beim Gehen nicht mehr möglich. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand, und es besteht die Gefahr eines chronischen Verlaufes.

Zwar kommt der Name der Erkrankung von dem im Röntgenbild häufig sichtbaren Knochenvorsprung am Fersenbeinhöcker, jedoch ist dieser - unabhängig von der Größe der spornartigen Veränderung - selten für die Schmerzentstehung verantwortlich. Die Schmerzen kommen vom entzündeten Sehnenursprung.

Ursachen

Als mögliche Ursachen für die Entstehung eines (unteren) Fersensporns gelten:

  • Übergewicht;
  • Überbelastung infolge unregelmäßiger sportlicher Betätigung (Wochenendsportler);
  • langes Stehen, beispielsweise aus beruflichen Gründen;
  • Fußdeformationen (Senk-/Spreiz- und Hohlfuß);
  • Beinfehlstellungen ("X-Bein");
  • die Verkürzung der Wadenmuskeln und der Achillessehne;
  • die Schwäche der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur;
  • Funktionsstörungen der Kreuzdarmbeingelenke, die zu einer Längendifferenz der Beine führen können;
  • Funktionsstörungen der Zehengrundgelenke und der Fußgelenke, insbesondere der oberen und unteren Sprunggelenke nach früheren Verletzungen, vorzugsweise bei (Vorfuß)läufern.

Symptome

Der anfänglich über die Fußsohle ausgebreitete Schmerz wird bei Fortbestand des Leidens zu einem lokal begrenzten, starken bis stechenden Druckschmerz an der Ferse, ähnlich einem "Stein im Schuh".

Während längerer Ruhephasen (meistens nachts) klingt der Schmerz ab, aber der Schleimbeutel schwillt stark an. Nach solchen Ruhephasen, vor allem am Morgen, treten die Beschwerden vermehrt auf (morgendlicher Anlaufschmerz), weshalb gerade die ersten Schritte besonders schmerzhaft sind. Längeres Stehen oder Gehen - insbesondere auf hartem Untergrund - verschlimmert die Beschwerden.

Behandlung

Grundsätzlich sind die Korrekturen der oben beschriebenen Fußdeformitäten, der Beinfehlstellungen und der gestörten Gelenksfunktionen durch orthopädische Hilfsmittel sowie physiotherapeutische Maßnahmen die unentbehrlichen Grundlagen für die Ausheilung des Leidens.

Außerdem ist angezeigt, sämtliche konservative Behandlungsmöglichkeiten der gestörten Sehnen-Knochen-Verbindung auszuschöpfen. Das vordringliche Ziel ist dabei die Entlastung und Entzündungshemmung. Erst wenn diese Versuche erfolglos bleiben, sollten chirurgische Maßnahmen (obwohl diese für den Kranken nur wenig belastend sind) erwogen werden.

Zur Entlastung und Schmerzlinderung im akuten Zustand dienen stützende Einlagen mit eingearbeiteter Fersenhohllegung (die so genannte "Locheinlage") und die Fersendämpfung durch Polsterung. Als Akutmaßnahme kann der (Truppen-)Arzt auch schmerzdämpfende Arzneimittel verabreichen. Von einer Eigenbehandlung in Form des fortdauernden Gebrauches solcher Substanzen ist jedoch ausdrücklich abzuraten!

Als entzündungshemmende und schmerzlindernde Maßnahmen haben sich bewährt:

  • die Elektrotherapie (Impulsstrom, Reizstrom sowie die Iontophorese oder galvanische Behandlung);
  • die Ultraschalltherapie;
  • die Wärmetherapie;
  • die Lasertherapie (der in seiner Schärfe einstellbare Laserstrahl wirkt sehr gezielt; zusätzlich kann der Laser auch für die Akupunktur eingesetzt werden);
  • die Nadel- und die Elektroakupunktur.

Auch die extrakorporale (von außerhalb des Körpers angewandte) Stoßwellentherapie und die Magnetfeldbehandlung verzeichnen gute Erfolge.

Der in der Naturheilkunde und in der Komplementärmedizin geschulte und erfahrene (Truppen)arzt kann außerdem auf weitere bewährte Methoden zurückgreifen, um seinen Patienten zur Beschwerdenfreiheit zu verhelfen:

  • Die Neuraltherapie, bei der die gezielte Anwendung eines örtlichen Betäubungsmittels (therapeutische Lokalanästhesie) in und an dem erkrankten Muskelursprung am Fersenbeinhöcker das vegetative Nervensystem beeinflusst. Dies wird in der für den Kranken geringfügig belastenden Form einer Infiltrationsbehandlung durchgeführt.
  • Die Anwendung von therapeutischen Verfahren der Manuellen Medizin. (Bei der Manuellen Medizin erfolgen die Befundaufnahme am Bewegungssystem und die Behandlung der Funktionsstörungen mit der Hand unter präventiver, kurativer und rehabilitativer Zielsetzung.)

Darüber hinaus ist auch die Durchführung von heilgymnastischen Übungen (Beweglichkeits-, Muskelkräftigungs-, Dehnungs- und Selbstmobilisationsübungen) dringend anzuraten.

Vorbeugende Maßnahmen

Rechtzeitig durchgeführt, zählen die orthopädischen Korrekturen der Fußdeformitäten, der Beinfehlstellungen und der gestörten Gelenksfunktionen zu den wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen, um das Krankheitsbild gar nicht erst entstehen zu lassen.

Darüber hinaus ist die Vermeidung der zu den möglichen Auslösern zählenden fußbelastenden Faktoren (Übergewicht, oftmaliges, langdauerndes Stehen, falsches Schuhwerk, falsche sportliche Betätigung) eine sehr wirksame Maßnahme.

Enges und damit ungeeignetes Schuhwerk ist jedenfalls zu meiden. Nicht passende Feldschuhe müssen daher raschestmöglich getauscht werden! Der Wirtschaftsunteroffizier/Bekleidung hilft und berät gerne.

Dem Kauf von Konfektionsschuhen, insbesondere bei bestehenden Fußbeschwerden, sollte die Beratung durch fachlich geschultes Personal oder durch einen Bandagisten vorangehen.


Autor: Oberstarzt Medizinalrat Dr. Peter Heinz Hutzler, MAS, MBA, Jahrgang 1948. Medizinstudium und Promotion an der Universität Wien. Niedergelassen als Arzt für Allgemeinmedizin in Thaya, Niederösterreich. Buchautor und Autor verschiedenster Veröffentlichungen in militärischen und zivilen medizinischen Fachzeitschriften sowie Preisträger zahlreicher Bewerbe für Medizin-Journalismus. 1993 Bestellung zum ärztlichen Leiter des Krankenreviers B3 am Truppenübungsplatz Allentsteig. 1996 Erwerb des Diploms zum "Akademisch geprüften Krankenhausmanager" an der Wirtschaftsuniversität in Wien. 2002 Verleihung des akademischen Grades "Master of Advanced Studies (MAS, Hospital Management)" und 2006 des "Master of Business Administration" (MBA) durch die Wirtschaftsuniversität Wien.

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