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Focus: Die "Gebirgsbrigade" - bereit für die Zukunft

Schritthalten mit Veränderungen

Übereinstimmung im Denken und Handeln ist die Grundlage der Auftragstaktik. Aus diesem Grundsatz für das soldatische Führen resultieren in der 6. Jägerbrigade große Anstrengungen, das Verständnis für den Wandel der Aufgaben heutiger Einsatztruppen zu fördern. Die Formen bewaffneter Konflikte haben sich mit den politischen Veränderungen stark gewandelt. Die markante Zunahme asymmetrischer Kampfführung mit Beteiligung irregulärer Kräfte erfordert eine neue Denkweise. Die Kommandanten sind gefordert, sich intensiv mit den neuen Gegnern auseinanderzusetzen. Das Festhalten an überholten Einsatzgrundsätzen, welche ausschließlich auf die Abwehr konventioneller Streitkräfte ausgerichtet waren, würde sich im Einsatz fatal auswirken.

Höchste Priorität genießen daher die Auslandseinsätze und die Kaderpräsenzeinheit (KPE); deren Jäger und Pioniere standen bereits in Afghanistan und im Kosovo im Einsatz. Im Jahr 2008 ist die Hochgebirgs-Jägerkompanie (KPE) Teil der Operational Reserve Force (ORF) für den Balkan. Überdies stellt die "Sechste" auch regelmäßig Personal für verschiedenste Auslandsmissionen, derzeit auch für die EUFOR-Mission im Tschad.

Obwohl im Westen Österreichs die Wirtschaft eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz darstellt, kann dennoch ein bemerkenswert hoher Personalstand gehalten werden.

Fähigkeit zur multinationalen Zusammenarbeit

Bereits seit geraumer Zeit befasst sich die 6. Jägerbrigade mit den für Auslandseinsätze notwendigen Fähigkeiten zur Zusammenarbeit mit Truppen anderer Staaten. Wichtige Schritte waren dabei die Auseinandersetzung mit den Interoperabilitätskriterien und die Orientierung des taktischen Führungsverfahrens am NATO Allied Joint Paper "Command and Control", ohne die eigenen bewährten Führungsprinzipien aufzugeben. Besonderer Stellenwert wird der Intelligence Preparation of the Battlefield (IPB - Planung und Aufklärung zur Vorbereitung des Gefechtes) sowie der Fremdsprachenausbildung zugeordnet.

Bei der Übung "EUROPEAN CHALLENGE 2005" in Deutschland hat der Brigadestab eine große Bewährungsprobe bestanden. Die wertvolle Ausbildungskooperation mit der Gebirgsjägerbrigade 23 der Deutschen Bundeswehr führte vor zwei Jahren zu dem bisherigen Höhepunkt: der gemeinsamen Großübung "PEACE SUMMIT 2006". Schwergewichte waren dabei der Kampf gegen irreguläre Kräfte im Gebirge sowie die Vernetzung moderner Informationstechnologie zur Führungsunterstützung. Im kommenden Jahr wird das Kommando der "Sechsten" an der multinationalen Übung "EUROPEAN ENDEAVOR" teilnehmen.

Die Spezialisierung für Einsätze im Hochgebirge stellt auch die Beweglichkeit, die Durchsetzungsfähigkeit und die Überlebensfähigkeit unter extremen Umfeldbedingungen sicher. Dafür sind die Hochgebirgsbataillone ausgebildet, ausgerüstet und mit der neuen Gliederung auch speziell organisiert. Größter Mangel ist die noch fehlende Ausstattung der Sondertransportgruppen mit Spezialtransportfahrzeugen. Für eine einsatznahe Ausbildung benötigen die Gebirgsjäger keine Simulation der Härten des Gefechtes, denn extremes Gelände und Wetter sind real vorhanden. Die gemeinsame Bewältigung dieser Gefahren prägen den Kommandanten und die Truppe; dabei entwickelt sich auch das so wichtige gegenseitige Vertrauen.

Multifunktionalität und innovative Methoden

Bewaffnete Konflikte mit irregulären Kräften finden heute vielfach in Städten oder in unwegsamen Gebirgsregionen statt, also in einer Umgebung, in der moderne Streitkräfte ihre technische Überlegenheit nicht voll ausnützen können. Häuserlandschaften fordern ähnliche Einsatzgrundsätze und Fähigkeiten wie das Gebirge. Durch die spezielle Ausbildung und Prägung verfügen Gebirgstruppen auch für Einsätze im bebauten Gebiet sowie in anderen extremen Geländearten wie z. B. in der Wüste über Vorteile und somit über hohe Multifunktionalität. Deshalb wird die Kaderfortbildung für den Einsatz im bebauten Gelände besonders vorangetrieben. Bei Ausbildungsanlagen für den Ortskampf besteht jedoch ein Mangel. Wir nutzen deshalb regelmäßig die Ortskampfanlagen der Bundeswehr und der Schweizer Armee im Rahmen der Aussbildungskooperation. Den kürzeren Ausbildungszeiten wird durch eine Anpassung der Ausbildungsmethoden begegnet. Besonders die "Ganzheitsmethode" hat sich bewährt. Durch die innovative gesamtheitliche Verknüpfung von Ausbildungszielen wird in der verfügbaren Zeit mehr erreicht.

Für den Erhalt der eigenen Identität im multinationalen Umfeld pflegen wir die Tradition und die österreichische Militärkultur. Das Markenzeichen der 6. Jägerbrigade - das Edelweiß - steht zeitlos für Durchhaltevermögen, Mut, Anpassungsfähigkeit an extreme Bedingungen und Kameradschaft.

Autor: Brigadier Ernst Konzett, MSD

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