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Der politische Islam im postsowjetischen Russland

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2004" - Dezember 2004

Schlagworte zu diesem Beitrag:  Islam

Abstract:

Der politische Islam im postsowjetischen Russland

Seit Mitte der achtziger Jahre und der zunehmenden Verselbstständigung der Regionen der ehemaligen UdSSR bemühten die moslemischen Führer des Landes ihre Religion als einheitsbildendes Element. Diese Neubelebung des Islam hatte einen wesentlichen Einfluss auf die gesamte polyreligiöse russische Gesellschaft.
Der Islam findet sowohl in der Innenpolitik als auch in der außenpolitischen Strategie Russlands mehr und mehr Berücksichtigung. Es geht nicht nur um die Lage in der umkämpften nordkaukasischen Republik Tschetschenien, sondern auch um eine neue Einstellung Moskaus gegenüber der gesamten islamischen Welt. Die Politisierung des russischen Islam zeigte sich auch in der Entstehung islamischer Parteien und Bewegungen seit dem Beginn der neunziger Jahre.
Die wichtigsten inneren Voraussetzungen für die Radikalisierung des Islam in Russland sind die Wirtschaftskrise, die soziale Frustration und der ungelöste Tschetschenienkonflikt.
Eine äußere Bedingung der Radikalisierung mancher russischer Moslems ist die Beeinflussung durch ihre Glaubensbrüder im Nahen und Mittleren Osten.

Moskau versucht, gemeinsam mit dem Westen aufzutreten und gleichzeitig auf dem "muslimischen Feld" zu agieren. Der mit Unterbrechungen seit 1991 andauernde Konflikt in Tschetschenien sowie die mit teilweise undifferenzierten antiislamischen Stimmungen aufgeladene öffentliche Meinung haben Russlands Image in der islamischen Welt kaum Schaden zugefügt. Gleichzeitig ist keine "gemeinsame Front" des Westens - oder auch nur der USA - und Russlands gegen den islamischen Fundamentalismus entstanden. Russland begrüßte zwar den Fall des Taliban-Regimes, von dem es seine eigenen Interessen vor allem im postsowjetischen Mittelasien bedroht gesehen hatte, sucht aber ansonsten - unter anderem mit Hinweis auf den eigenen beträchtlichen islamischen Bevölkerungsteil - durchaus die Nähe zur islamischen Welt.

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