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Postmodernes Raubrittertum im postkolonialen Afrika

erschienen in der Publikation "Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2004" - Dezember 2004

Abstract:

Postmodernes Raubrittertum im postkolonialen Afrika

Afrika erlebte in den vergangenen 15 Jahren eine Proliferation nicht-staatlicher Gewaltakteure. Dabei lassen sich drei Idealtypen hinsichtlich der Ziele, der Zielgruppen, der geografischen Reichweite ihres Gewalteinsatzes und in ihrer Einstellung zum staatlichen Gewaltmonopol unterscheiden: Kriegsherren, Bosse krimineller Banden und Rebellen. Während die Bedeutung Letzterer nach dem Ende des Ost-West-Konflikts tendenziell abgenommen hat, befinden sich die beiden Erstgenannten in einer anhaltenden Boomphase. Wesentlicher Grund hierfür ist die Krise des bisher dominanten politischen Ordnungsmodells in Afrika, das des neo-patrimonialen Systems. Kriegsherren, Rebellen und kriminelle Banden sind nicht nur eng miteinander verflochten, sondern unterhalten auch Verbindungen mit Geschäftspartnern außerhalb Afrikas, in Einzelfällen sogar mit dem internationalen Terrorismus. Das lässt sie wiederum zum Sicherheitsproblem für Europa werden. Allein aus diesem Grund reicht es nicht aus, die Ausbreitung nicht-staatlicher Gewalt in Afrika unter der Rubrik "Symptom gesellschaftspolitischer Transformation in einer entfernten Region" abzulegen. Europa muss eine aktive Rolle bei der Eindämmung der neuen Raubritter spielen.

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