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Neues Kompetenzzentrum Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule

Die laufende Heeresreform bringt auch für die Schulorganisation des Bundesheeres wesentliche Änderungen: Sechs der zehn bislang selbstständig bestehenden Waffen- bzw. Fachschulen der bisherigen Schulorganisation des Heeres werden zu zwei großen "Truppenschulen" zusammengefasst. Für den spezifischen Bedarf der Luftstreitkräfte kommt es mit Jahresbeginn 2007 zur Bildung der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule. Erstmals seit Bestehen schulischer Einrichtungen im Bundesheer wird damit eine zentrale Ausbildungsstätte für alle Truppen- und Waffengattungen sowie Fachrichtungen der Luftstreitkräfte geschaffen.

Ausbildungsauftrag

Der Auftrag der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule umfasst die qualifizierte Ausbildung aller Offiziere und Unteroffiziere der Waffengattungen und Fachrichtungen der Luftstreitkräfte - Flieger, Fliegerabwehr, Luftraumüberwachung, Luftaufklärung und Luftfahrttechnik - sowie die entsprechende Grundlagenarbeit auf diesen Gebieten. Darüber hinaus gibt der Auftrag bei Bedarf auch die Wahrnehmung von Einsatzaufgaben (Gestellung fliegerischer Einsatzmittel, Entsendung von fachspezifischem Stabspersonal in das Streitkräfteführungskommando/Teilstab Luft, Verstärkung der präsenten Fliegerabwehrkräfte) vor.

Organisation

Für die Aufstellung der Schule an den beiden Standorten Langenlebarn und Zeltweg werden folgende Elemente organisatorisch zusammengefasst: die Fliegerschule (Zeltweg), die Fliegerabwehrschule (Langenlebarn) und die Lehrabteilung Luftfahrttechnik der Heeresversorgungsschule (Langenlebarn). Dazu kommen das Stabspersonal des bisherigen Kommandos Luftstreitkräfte, Teile des Fliegerregimentes 1, Teile des Kommandos Luftraumüberwachung sowie das Personal des Kommandos des Fliegerfernmeldebataillons. Aus diesen unterschiedlichen Truppenkörpern bzw. Teilen früher bestehender Organisationen wird die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule mit folgender Gliederung gebildet: - Kommando und Stabsabteilung (Führung und Versorgung, Zentrale Verwaltungselemente, Materialerhaltung); - Grundlagenabteilung (mit den Bereichen Luftoperation, Flugwesen, Flugverkehrsmanagement, Elektronischer Kampf, Fliegerabwehr und Computerunterstützte Ausbildung); - Institut Flieger (für die gesamte fliegerische Ausbildung, von der Selektion der Pilotenanwärter über die Ausbildung auf Hubschrauber, Transportflugzeug und Jet bis zum Erreichen der Befähigung als Einsatzpilot); - Institut Fliegerabwehr (mit den Bereichen Fliegerabwehr-Führung und -Aufklärung, Fliegerabwehr-Waffen sowie Simulation und Schießausbildung); - Institut Fliegerbodendienste (mit den Bereichen Fliegerführung, Luftraumüberwachung, Militärmeteorologie und Luftaufklärung); - Institut Luftfahrttechnik (für die gesamte Ausbildung bis zum Luftfahrzeugwart).

Zusätzlich wird die Schule über eine Lehrkompanie verfügen.

Der Zuständigkeitsbereich in der Ausbildung umfasst somit - und das unterscheidet die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule von anderen Truppenschulen - die Ebene vom Rekruten bis hinauf in die höchsten Lehrgänge der Offiziersausbildung.

Dislokation

Mit Ausnahme des Instituts Flieger werden alle Elemente der Schule am Standort Langenlebarn aufgestellt. Die Leitung und die zur Durchführung der Selektion und der Ausbildung auf Flugzeugen vorgesehenen Teile des Instituts Flieger verbleiben am derzeitigen Standort der Fliegerschule in Zeltweg. Die Ausbildung auf Hubschraubern erfolgt weiterhin in Langenlebarn. Auch die Ausbildung des Luftraumüberwachungspersonals wird, obwohl dem Institut Fliegerbodendienste zugehörig, zweckmäßigerweise in Zeltweg verbleiben.

Für die Jetausbildung steht innerhalb der zum Überwachungsgeschwader gehörenden Düsentrainerstaffel in Hörsching mit dem Lehrschwarm Düse ein spezielles, maßgeschneidertes Organisationselement zur Verfügung; es ist jedoch nicht organisatorischer Bestandteil der Schule.

Realisierung

Die praktische Umsetzung eines derartigen Vorhabens kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Sie erfordert nicht nur Engagement und den Glauben an den Erfolg, sondern insbesondere auch die erforderlichen Ressourcen (Lehrpersonal, Investitionen in die Bau- und Ausbildungsinfrastruktur). Auch wenn das Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft sicherlich noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, ist damit eine richtungsweisende Maßnahme der laufenden Heeresreform bezüglich einer effektiveren Schulorganisation in die Realisierungsphase eingetreten.

Autor: Brigadier Mag. Günter Schiefert

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