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Im Interview: So läuft die Hunde-Ausbildung im Bundesheer

Kaisersteinbruch, 20. November 2019  - Oberwachtmeister Klaus Fallmann ist Ausbilder im Militärhundezentrum des Bundesheeres in Kaisersteinbruch. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Hunden und trainiert auch ihre Führer. Im Interview schildert er, wie die Ausbildung im Bundesheer abläuft und worauf es in der Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch ankommt.

Für welche Aufgaben werden Hunde im Bundesheer ausgebildet?

Fallmann: Im Bundesheer bilden wir Hunde für drei Aufgaben aus: Labradore lernen Sprengstoff oder Minen aufzuspüren. Belgische und Deutsche Schäferhunde kommen als sogenannte "Dualhunde" zum Einsatz. Sie arbeiten als Wach- und Schutzhunde, können zusätzlich aber auch Suchtgifte oder Sprengstoff finden. Und unsere Rottweiler aus eigener Zucht werden als reine Schutzhunde eingesetzt.

Wie werden die Hunde ausgewählt?

Fallmann: Wir schauen uns die Tiere schon im Welpenalter sehr genau an. Zwischen der achten und neunten Lebenswoche werden sie einem Ausbilder zugeteilt. Dieser achtet vor allem auf drei Umstände: Wie verhält sich der Hund gegenüber Artgenossen und gegenüber Menschen? Wie gut ist er bei Gehorsamsübungen, also zum Beispiel im Bei-Fuß-Gehen, wenn er seine Position beibehalten soll oder wenn er gerufen wird? Und wie wirkt er bei Schutzaufgaben - wenn er jemanden verbellen soll, Gegenstände auf Kommando wieder auslassen soll? Generell achten wir darauf, ob er auch in schwierigen Situationen führbar bleibt.

Und die Hundeführer selbst?

Fallmann: Alle Hundeführerinnen und Hundeführer werden in einem zweiwöchigen Auswahlverfahren getest. Dabei sehen wir uns an: Wie arbeiten sie mit dem Hund? Wie gehen sie mit dem Tier um, wenn es einfache Aufgaben erfüllen muss? Können sie sich in den Hund hineinversetzen, auch in Stresssituationen und bei Nacht? Diese Testphase wird von Experten des Heerespsychologischen Dienstes begleitet. Nur wer sie besteht, kann Militärhundeführer werden.

Worauf liegt der Fokus in der Ausbildung?

Fallmann: Unsere gesamte Ausbildung dreht sich um die Motivation der Hunde. Nur wenn ein Hund gerne lernt, lernt er auch nachhaltig und zeigt das Verhalten, das wir uns wünschen, immer wieder. Und das sieht man dann ja auch: Hat der Hund Freude an der Arbeit, merkt man das an seiner Körperhaltung und an der Ausstrahlung. Generell müssen die Tiere also leicht zu motivieren sein und in allen Situationen selbstsicher auftreten.

Außerdem lernen die Hunde sehr gut, zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden. Aber egal in welcher Situation, sie müssen immer unter Kontrolle des Hundeführers oder der Hundeführerin bleiben. Deswegen überprüft eine Kommission einmal jährlich jedes Tier und jeden Führer.

Wie und wo leben Militärhunde?

Fallmann: Unsere Hunde leben in einer kombinierten Heim- und Zwingerhaltung. Das bedeutet, sie sind völlig in die Familie des Hundeführers integriert und verbringen dort auch ihre private Zeit. Wenn es der Dienst erfordert, zum Beispiel während Einsätzen im Ausland, schlafen sie im Zwinger. Wir sorgen schon in der Ausbildung dafür, dass sie sich auch dort wohl und sicher fühlen.

Spätestens mit seinem zehnten Lebensjahr geht ein Militärhund in Pension. Er bleibt dann bei seinem Hundeführer, und das Bundesheer beteiligt sich weiter an den Haltungskosten.

Oberwachtmeister Klaus Fallmann hat jahrelange Erfahrung in der Ausbildung von Hunden und Hundeführern.

Oberwachtmeister Klaus Fallmann hat jahrelange Erfahrung in der Ausbildung von Hunden und Hundeführern.

Auf Augenhöhe: Die Motivation der Tiere steht für den Unteroffizier im Mittelpunkt.

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International: Fallmann mit ghanesischen Hundeführern, denen er sein Wissen weitergab.

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